Mit ‘Roboadvisor’ getaggte Artikel

Neue Anlagemöglichkeiten dank Roboadvisor, Teil II

Montag, 17. Juli 2017

Exakt vor 10 Monaten habe ich bei diversen Roboadvisor Konten eröffnet und Geld angelegt (siehe hier). Mit dem heutigen Artikel ziehe ich für den klassischen Roboadvisor scalable Revue.

Die Benutzerführung sowohl auf der App (iPad Version) und der Webseite sind tadellos. Man findet sich sehr schnell zurecht und die Informationen sind auf das Nötigste begrenzt, ohne, dass wirklich etwas vermisst wird. So ist die Rendite mit einem Blick zu erfassen und fällt mit 1,21% mäßig aus. Vor dem Hintergrund, dass der Dax im gleichen Zeitraum eine Rendite von weit über 10% aufweist, fällt scalable hier deutlich ab. Selbstverständlich ist der Vergleich nicht korrekt, denn der Roboter legt nach Gefährdungspotential an. Das bedeutet nicht ausschließlich in Aktien, sondern auch in Anleihen, Rohstoffen oder Immobilien. Das vergangene Jahr war nicht arm an globalen Krisen(herden) und die Anzeichen eines Einbruchs am Aktienmarkt durchaus wahrscheinlich. Am Ende aber sorgte vor allem die Trumpwahl für einen Turbo an den Märkten, dessen Komprimierung erst in den letzten Wochen nachlässt.

Allerdings ist 1/10 der Rendite zumindest für mich persönlich nicht ausreichend für eine Diversifizierung mit Gefahrenallokation. Daher habe ich das Konto gekündigt. Zu meiner Überraschung hat sich sogar am Sonntag, also gestern, jemand sogleich auf meine Anfrage gemeldet und mir das entsprechende Formular zugesandt. Letztlich rundet das für mich das Bild ab:  scalable bietet ein schönes und selbsterklärendes UI und eine wirklich positive UX. Ich habe einfach nur mehr Erwartungen an die Verzinsung und investiere das Geld in den nächsten Tagen woanders, Infos folgen.

Die p2p Plattformen werde ich genau nach einem Jahr – also in 2 Monaten – näher bewerten. An dieser Stelle kann ich aber schon andeuten, dass sich die Ausfälle bei den Kleinkrediten in Grenzen halten und die Rendite jedes Sparkonto schlägt.

Neue Anlagemöglichkeiten dank Roboadvisor, Teil I

Samstag, 17. September 2016

Meine Steckenpferde sind Autos, Fintech und Digitalisierung im allgemeinen. Die letzten beiden bieten nun in Zeiten von Negativzinsen neue Möglichkeiten zur Geldanlage und diese möchte ich ausprobieren. Zum Einen wäre da das p2p lending und zum Anderen sogenannte Roboadvisor. Beide Geldanlageformen arbeiten mit intelligenter Software, die Entscheidung pro oder contra einer Investitionen tätigt. Während die eine Kredite nach gewissen Vorgaben abklopft, beobachtet die andere permanent den Kapitalmarkt und trifft Entscheidung pro Anleihen und gegen Aktien. Oder umgekehrt. Vorausgesetzt die Software ist korrekt programmiert, hat sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Menschen: sie ist vollkommen emotionslos und ackert einfach die Parameter ab. Während Menschen aus Sentimentalität an einer Investition hängen, diese vielleicht sogar aufstocken und bereits bei der Auswahl oft den Bauch entscheiden lassen.

p2p lending

Hiebei handelt es sich um Plattformen, die Kredite unter Privatleuten vermitteln. Investoren gehen auf die Plattformen und stellen Geld zur Verfügung. Kreditnehmer besuchen diese Dienstleister, um den Kredit für das lang ersehnte Motorrad, oder den dringenden Umbau des Dachstuhls zu erhalten.

Ich habe bei vier Anbietern ein Konto eröffnet und jeweils 1000€ eingezahlt. Dies ist mein Ansatz das Risiko ein wenig zu streuen und über eine längere Laufzeit  die beste Plattform zu finden. Grundsätzlich ist anzumerken, dass alle Plattformen entweder einen Roboter nach meinen Vorgaben investieren lassen, oder aber auch die individuelle Auswahl von Krediten zulassen.
Bei allen habe ich ein ähnliches Risikoprofil beim Roboter – die moderate Mitte – ausgewählt. Letztlich ist die Einzelbewertung von Kreditanträgen schlicht und ergreifend wenig profitabel, es sei denn man hat sehr viel Zeit und einen geringen Stundenlohn. Die summe von je 1000€ wird über mehrere Kredite verteilt, wobei die Plattformen unterschiedliche Findest/ Höchstgebote zulassen.

Viele werden sich nun Fragen, wieso die Kreditnehmer nicht zu einer Bank gehen. Die schnelle Antwort ist wohl, weil sie dort keinen Kredit bekommen. Eine lange Antwort habe ich mir ehrlich gesagt nicht überlegt. Mit ø Renditen im zweistelligen Bereich ist ein gewisser Zahlungsverzug und auch Ausfall einkalkuliert. Höheres Risiko vs höhere Rendite, wie immer im Leben.

Viventor

Mindestanlage: 10€

Als nicht deutsche Plattform kann das Konto direkt angelegt und die Investitionssumme direkt überwiesen werden.
Die Übersicht der getätigten Investitionen ist klar und deutlich, inkl. der gewählten Risikoeinstellungen. In meinen Augen bietet diese Plattform die aufgeräumteste Oberfläche und beschränkt sich auf das Wesentliche. Bei den Krediten scheinen vor allem spanische Banken Teile Ihrer Kredite auszulagern, was wohl dem Risikoaufschlag bei der Rendite gerecht wird.

Auxmoney

Mindestanlage: 25€

Hier eröffnet man ein Bank bei der biw und muss einmal zur Post rennen -PostIdent. Das könnte sich am Ende des Jahres ggf als Vorteil erweisen, sollte die Bank eine Steuererklärung direkt ausweisen.
Bei der Ersteinstellung des Roboter bedarf es ein wenig Glück, es ist nicht ganz so intuitiv wie bei den anderen Plattformen. Die vergleichbar hohe Mindestinvestition pro Kredit beläuft sich hier auf 25€ und limitiert deshalb auf 40 Kredite.

Bondora

Mindestanlage: 5€

Als nicht deutsche Plattform kann das Konto direkt angelegt und die Investitionssumme direkt überwiesen werden.
Die Menüstruktur ist ziemlich verschachtelt und nicht unbedingt eindeutig benannt. Im Einzelfall ist das vermutlich irrelevant, im direkten Vergleich zu Viventor jedoch auffällig. Die geringe Mindestanlagegebühr maximiert die Risikostreuung, allerdings bin ich am Ende des Jahres auf die Steuerdokumentation gespannt.

Am Ende des Jahres werde ich eine Zwischenbilanz ziehen. Es sind lediglich vier Monate für die erste Betrachtung, doch können Ausfallquoten, Zahlungsverzüge und natürlich die gezahlten Tilgungen betrachtet werden. Dagegen tritt ein

Robodvisor

an. Dabei handelt es sich um eine AI Software, die gemäß meinen Vorgaben am Kapitalmarkt (Anleihen, Rohstoffe, Aktien) in sogenannte ETFs investiert. Genau wie beim p2p lending habe ich mich für den Mittelweg in der Rendite entschieden und meine Verlusttoleranz pro Jahr auf 15% beschränkt.

Scalable Capital

Nach einer Recherche im Netz schnitt Scalable gut ab. Das Unternehmen kann dank einer entsprechenden Lizenz in meinem Namen auf meinem speziell dafür bei der Baader Bank eingerichteten Konto investieren. Hierzu gebe ich auf der Plattform nach Einstellung der Leitplanken den Startschuss. Die gewünschte Investitionssumme wird eingezogen und los geht’s. Zusätzlich zur Einmalzahlung gestatte ich dem System 150€ monatlich zusätzlich zu investieren.
Die gewünschte Rendite ist auf 15% / Jahr eingestellt und reicht im Maximum bis 25%. Auch wenn ich risikobewusster als der ø Deutsche bin, so finde ich 15% schon mehr als ambitioniert. Vor allem wenn man die derzeitige Zinslage berücksichtigt. Wie auf dem Bildschirmfoto zu sehen ist, habe ich einen VaR (value at risk) von 15% gewählt. Das Portfolio sollte in einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht mehr als 15% an Wert verlieren.
Da ich selber regelmäßig monatlich in ETFs investiere, bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, wer hier besser auswählt.

Anmerkung: Ich habe hier einen anderen Betrag investiert, daher die Anonymisierung der Beträge in den Bildern.