Mit ‘Mercedes’ getaggte Artikel

Alle Argumente der deutschen VW Fans rund um Dieselgate widerlegt

Dienstag, 20. Juni 2017

Die Geschichte von Dieselgate

Ein Ära geht zu Ende und viele Deutsche benehmen sich, als würde man ihnen ein Bein amputieren. Mit dem Beginn von Dieselgate am 18. September 2015 schreitet die Demontage dieser viel gepriesenen Technologie kontinuierlich voran. Während andere die Chronologie des VW Skandals bereits bestens recherchiert haben, möchte ich mich am Verhalten meiner Mitbürger abarbeiten.

Denn beim Auto hört der Spass auf. Vor allem wenn es um die heiß geliebten deutschen Marken wie VW, Audi, BMW oder Mercedes geht. Schließlich haben wir die Welt mit unseren genialen Autos jahrelang beglückt und mobilisiert. Man hat uns eingebleut wie toll die Produkte sind und das nur wie so tolle Autos bauen und weltweit exportieren. Tja, und was soll ich sagen, der deutsche Michel hat das geglaubt.

Die richtigen Antworten auf falsche Argumente

Die Mär der einzigartig erfolgreichen Produkte

Auf dem Boden der Tatsachen zurückgeholt ist vieles nicht mehr so einmalig, innovativ und erfolgreich. Eingelullt von einer gleichgeschalteten Presse ignorierten wir jahrelang den Fakt, dass auch die Autonation Japan sehr erfolgreich Blechkisten in die ganze Welt schippert. Vermutlich wird denen die gleiche Propaganda aufgetischt wie uns. Übrigens im Fall von Japan sogar zu recht, schliesslich führte Toyota die Liste der größten Autohersteller jahrelang an.

Die Verschwörungstheorie der US Abwehrschlacht gegen VW

Bevor China für die deutsche Vorzeige-Industrie der größte Absatzmarkt wurde, war Deutschland lange Zeit der lukrativste. Das dürfte immer noch so sein, schliesslich bezahlen wir für die Autos aus Herstellersicht betrachtet nach wie vor Mondpreise. Doch der US Markt ist nicht zuletzt aus Image- Gesichtspunkten für die deutschen Hersteller enorm wichtig. Nur die Absatzzahlen von Volkswagen sind dort homöopathisch. Von den 1,45 Mio verkauften Autos im April 2015 fielen 30.009 auf die Marke Volkswagen. Damit ist das immer wieder in Foren viel bemühte Argument der amerikanischen Verschwörung gegen den so erfolgreichen deutschen Hersteller VW widerlegt. Zumal amerikanische Behörden auch anderen Marken saftige Strafen aufbrummten (2010 für Toyota  oder 2014 für Hyundai/ Kia).

Die Fakten-/ Gesetzeslage

Die Rekordstrafe für Volkswagen hat der Konzern sich redlich verdient. Das Unternehmen hat sich über Gesetze hinweg gesetzt und selbst nachdem es ertappt worden ist, wurde weiter gelogen, dass sich die Balken biegen. Mir ist es unerklärlich, woher die leidenschaftlichen Verteidiger von VW ihre Motivation hernehmen? Während Deutsche sich wegen Gartenzwerge Rechtsstreits liefern, Nachbarschaftskriege wegen ein paar cm Mindestabstand bei der Grundstücksbebauung anzetteln, gewähren sie einem Unternehmen vorsätzlichen Gesetzesbruch.

Viele führen hier nun an, die Gesetze seien von der EU viel zu streng ausgelegt. Nun, ich bin bekanntlich ein Kritiker der EU, aber in diesem Fall verlangt sie nichts unmögliches. Es gibt ja Fahrzeuge, die die Grenzwerte einhalten. Wenn die deutsche Regierung nicht interveniert hätte, gäbe es auch klare Regeln ohne Hintertüren. Es ist vielmehr so, dass die Kosten durch die notwendige Technik steigen und am Ende die Dieseltechnik nicht mehr marktfähig ist. Von der lästigen Auffüllerei mit dem Harnstoff mal ganz abgesehen. Diese Preismechanik kommt beim Klein- und Mittelklassehersteller VW besonders zum Tragen.

Es ist im Grunde ganz einfach: die Autoindustrie kann den Diesel sauber machen! Sie hat es nicht gemacht und stattdessen lieber betrogen, weil die Kosten für einen sauberen Diesel teuerer sind.

Warum bedeutet Deutschen die Gesundheit so wenig?

Der Katalysator

Schlussendlich kommen wir zum wichtigsten Argument überhaupt, nämlich der im Artikel 2 des Grundgesetz verankerten Garantie auf körperliche Unversehrtheit. Hierzu lohnt sich ein kurzer Blick in die Geschichte. Im September 1984 beschloss die deutsche Bundesregierung die Einführung des Katalysators mit einer 5 jährigen Übergangsfrist. Dies entfachte eine emotionale und vor allem ideologische Debatte rund um das Auto, dessen Mehrkosten und dem nahen Ende der Welt. Vermutlich ist es ein Treppenwitz der Geschichte, dass auch hier die USA die entscheidende Rolle bei der Umsetzung spielten. Vielen Deutschen war das Auto näher, als die Gesundheit Ihrer Familie. Die Verbesserung der Lebensbedingungen geriet in den Hintergrund vor der potentiellen Veränderung ihrer Mobilität.

Das Rauchverbot

Vor 10 Jahren wurde das Rauchverbot in Kneipen eingeführt. Natürlich nicht ohne den dazugehörigen Aufschrei. Die geschürten Ängste – irrational allesamt – reichten vom Ende der Kneipenkultur bis zum Massensterben von Gaststätten im ganzen Land. Viele Deutsche wähnten eine düstere Zukunft, wo sie sich das Bier selber aus dem Kühlschrank holen oder sogar selber kochen mussten. Man kann also festhalten, dass der gemeine Deutsche ein gesteigertes Problem mit Veränderungen hat. Diese Überreaktion hat gewissermassen Tradition und es gibt bereits Belege aus dem Jahr 1929. Diese Propaganda lässt vermutlich heute mehrheitlich alle Bundesbürger ob der Obskurität lächeln, während aber genau diese Mehrheit für schlechtere Luft Stimmung in Kommentarspalten oder Bierzelten macht.

Es herrscht heute ein Konsens, dass Rauchen die Gesundheit gefährdet. Rauchen ist auch Verursacher von Krebs. Argumentiert man nun wie die vielen Verteidiger des Diesel, ist es nicht zu 100% nachzuweisen, was den Krebs eines Individuums letztlich auslöste. Schliesslich gibt es 90 jährige Kettenraucher. Die Tausenden von Toten durch Abgase werden genau mit dieser Logik in Abrede gestellt und den Zehntausenden Asthmatikern andere Auslöser für ihre Atemnot attestiert. Schliesslich sei kein direkter Zusammenhang herstellbar.

Der Verteidiger des Diesel sieht im Fund von Arsen im Grundwasser von Bangladesch (Zeit, 14. Juni 2017) vermutlich kein Problem und möchte die deutsche Wasserversorgung von den Gängelungen dieser Reinhaltung befreien. Schliesslich riskiert man nur „Herzerkrankungen, Diabetes, Lungen-, Blasen und Hautkrebs“. Denn einen direkten Zusammenhang gibt es nicht, ebenso wenig wie zwischen Dieselabgasen und Asthmabeschwerden oder schlimmeren.

Selbsterkenntnis tut weh

Schlussendlich kann ich mir die Faktenverweigerung der deutschen Bürger nur so erklären, dass #fakenews oder alternative Fakten ein weit verbreitetes Phänomen und nicht nur einer bestimmten politischen Richtung vorbehalten sind. Denn die Anerkennung der Tatsachen käme dem Eingeständnis gleich, selber einem Marketingtrick der Autoindustrie aufgesessen zu sein. Man war schlicht und ergreifend verblendet vom „Bums im Anzug an der Ampel“ und dem niedrigen Verbrauch des steuerlich übervorteilten Diesel. Je mehr man fährt, desto besser für die Umwelt.

Wir waren überzeugt mit Diesel die Umwelt zu retten und zogen beim Tanken zu unserem Schutz Handschuhe an.

Die wahren Schuldigen: Politik und Autokonzerne

Was bleibt ist eine Technik, die von den großen Volksparteien CDU/ CSU und SPD als Lösung für die vom Verkehr ausgelösten Umweltprobleme beworben, und von den Herstellern als einzige denkbare Lösung entwickelt wurde.

Der Bürger, als das treudoofe Wahlvieh, tat wie ihm geheißen und kaufte kräftig. Bald jährt sich der VW Skandal zum zweiten Mal und die nahenden Dieselverbote in deutschen Großstädten schrecken die Bürger auf. Viele hoffen noch, Dobrindt möge weiter mauern. Doch die Zukunft lässt sich nicht aufhalten und die Priorität für die Gesundheit der Bürger wird siegen. Ich persönlich kann nicht verstehen, wie man seit Februar 2016 noch einen Diesel kaufen kann. Einerseits aus sozialer Verantwortung heraus, andererseits aber vor allem aus reinem wirtschaftlichen Interesse. Denn egal ob es noch 5, 10 oder 30 Wochen bis zum ersten Dieselverbot für EU1, EU2, EU3, EU4, EU5 oder EU6 Diesel dauert, der Wiederverkaufswert des Privatfahrzeugs mit einer durchschnittlichen Haltedauer von ca. 6 Jahren wird sich in Nichts auflösen. Schlaue Füchse verkaufen sofort den Diesel und kalkulieren mit spitzem Bleistift, ob er überhaupt ein eigenes Auto braucht. Falls ja, bei Elektroautos gibt es mittlerweile eine grosse Auswahl und die wächst ständig.

E 17/16 Volkswagen kündigt Massenentlassungen wg Digitalisierung an

Dienstag, 28. Juni 2016

https://www.youtube.com/watch?v=j6JXyLNT3e0

NHALT DES VIDEOS

Volkswagen und Mercedes kündigen Massenentlassungen an.
Die neue Antriebstechnologie Elektro gepaart mit der digitalen Transformation durch autonomes Fahren führt zu einem Aderlass ohne Gleichen in den Maschinenbauberufen und anderswo. Ich zeige betroffene Berufe, die innerhalb der kommenden Jahre mehr und mehr wegfallen und eben nicht (!) ersetzt werden.

Demokratie Brüssel
https://de.wikipedia.org/wiki/Demokra…

Europa ist längst tot
https://www.youtube.com/watch?v=SDgHt…

Subventionen für Elektroautos – Argumente für alle und Roland Tichy

Montag, 08. Februar 2016

Am Wochenende erschien auf Tichys Einblick ein Plädoyer vom Chefredakteur höchstpersönlich zum Thema Subventionen für Elektrofahrzeuge in der Bundesrepublik. Als regelmäßiger Leser dieser Nachrichtenseite erschrak ich ob der polemischen und populistischen Aussagen und setzte auf Twitter folgende Tweets ab.

Twittern mit Tichy

Daraufhin entspann sich innerhalb weniger Minuten auf Twitter eine Diskussion um die Definition von „Subventionen“ und dass der deutlich niedriger besteuerte Diesel keine Subvention wäre. Wobei das Umweltbundesamt hierzu eine relativ eindeutige Aussage fällte (Umweltschädliche Subventionen Seite 8ff). Das Argument den Bürger für eine umweltfreundlichere Technik bluten zu lassen, stieß auf Unverständnis. Dabei ist das absolut nichts neues. Schon 1984 subventionierte der Staat Autos mit Katalysator, noch heute werden regenerative Energien unterstützt – leider aber viel zu lange die Braunkohle (Standortpolitik).
Die Diskussion rutschte im Grunde sofort in eine Grundsatzdebatte um vom Staat erhobene Steuern ab und eigentlich wartete ich noch auf den Spruch „Freie Fahrt für freie Bürger“. Ich war kurz geneigt noch das Wort „Tempolimit“ in einen Tweet einzubauen, sah aber davon ab. Schließlich war Sonntag und ich hatte ausreichend anderweitige Unterhaltung!

Dennoch möchte ich zu einigen Abschnitten des Texts zumindest eine andere Sichtweise offerieren und würde mich freuen, wenn Herr Tichy sich diese Argumente zumindest durchliest. Letztlich ist er ein Verfechter für eine differenzierte Sichtweise, jenseits der Schwarz/ Weiß Malerei.

Elektro-Autos sind das neue Spielzeug der Superreichen – und jetzt will Wirtschaftsminister Gabriel unbedingt E-Autos fördern: Möglichst viele sollen eines fahren.

Elektro Autos sind nicht ausschließlich etwas für Superreiche – wobei Porsche Fahrer schon lange nicht mehr superreich sind, sondern eher reich. Das Kraftfahrtbundesamt führt 8522 Elektrofahrzeuge in 2014, wobei 9,5% (815 Stück) auf das Tesla Model S  entfallen. Der 8. Platz in der Statistik ist beeindruckend, unter 10% Marktanteil widerspricht jedoch einem Vergnügen für Superreiche.
Hier verpasste Herr Tichy die Chance den eigentlichen Fehler in der Subvention anzuprangern: Die Unterstützung von Plug-in Hybriden. Also Autos wie der Porsche Cayenne, der dank einer Batterie gerade mal 30-40km elektrisch fährt. Die krude Berechnung des Gesamtverbrauchs hilft, dass das Fahrzeug völlig weltfremde Verbrauchswerte erreicht. Dies dient am Ende dem Ziel, den strengen EU Grenzwerten von 95mg/ km ab 2020 zu entsprechen. Und die Deutschen Hersteller brauchen unbedingt diesen Trick, denn sie haben geschlafen! Gabriel macht also wieder mal kurzfristige Standortpolitik und vergisst, dass die Globalisierung auch ohne uns abläuft.

weil der nicht für jeden Anlass das passende  Autos in der Garage hat: Strom für nah, Diesel für weit, E-Auto zum Kronberger Golfclub.

Wir veranstalten hier das verrückteste Experiment, das je statt gefunden hat. Wieviel Treibhausgase verträgt die Umwelt, bis sie kollabiert? Herr Tichy ist sicher kein Klimawandelzweifler, da bin ich sicher. Doch Wandel bringt meist auch Veränderung.
Mit seinem Argument zur fehlenden Alltagstauglichkeit tappt er in dieselbe Falle wie die Mehrheit. Die ø tägliche Wegstrecke eines Deutschen liegt bei unter 40km und das schafft sogar fast der Porsche Cayenne, würde er entsprechend behutsam gefahren. Mir ist kein freiverkäufliches Elektroauto bekannt, dass eine Reichweite unter 50km aufweist. Die Pioniere BMW und Renault bieten zudem für ihre Elektroautokunden ein zukunftsträchtiges Mobilitätskonzept an. Als Käufer eines i3 oder Zoe bekommt man 14 Tage / Jahr Zugriff auf einen Benziner, womit die Fahrt an die Nordsee oder Rimini gesichert ist.

Die Stromer beschleunigen zwar rasant, fahren leise und stoßen in der Stadt keine Schadstoffe aus – das machen nur die weit entfernten Kraftwerke, aus denen der Strom kommt. Schmutz ist eben eine Frage des Standorts, und der Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose.

Der Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors ist deutlich schlechter als der eines Elektromotor. Der Wirkungsgrad eines Kraftwerks ist deutliche höher, als der eines Verbrennungsmotors. Dieser Dreisatz belegt also, dass das Elektroauto vorne liegt, auch wenn der Strom aus dem Gaskraftwerk kommt.

Solange Deutschland allerdings die Grundlast der Energieversorgung über Braunkohleverstromung erzeugt, so Berechnungen von Renault, ist die Öko-Bilanz der E-Autos insgesamt negativ.

Im englischen gibt es den Begriff „source agnostic“, d.h. einem Elektroauto ist es herzlich egal, ob der Strom aus einem Braunkohle-, Gas- oder Solarkraftwerk stammt. Weltweit nehmen die Solar- und Windkraftkapazitäten rasend schnell zu. Man darf also bei einem Autoleben von 6-8 Jahren annehmen, dass der Strommix bald deutlich besser wird.
Tja, bleibt der Verbrenner. Einmal Diesel, immer Diesel. Spiel, Satz und Sieg für das Elektroauto.

Denn wegen der geringen Batterieleistung fahren Stromer nur kurze Strecken.

Nur weil Herr Tichy es nochmal falsch wiederholt, wird es nicht wahrer. Dieses Argument wird leider von der Presse seit Jahren geschürt und gerade den Deutschen eingebleut, damit die die technologisch veralteten Verbrennungsmotoren kaufen. Ein Tesla hat 400km, Renault Zoe 240km Reichweite. Folglich komme ich im Schnitt mit der Zoe eine Woche ohne Tanken aus.
Bevor jetzt hier das Argument der „geschönten“ Reichweitenwerte genutzt wird. Die werden ebenso gemessen wie die Verbrauchsangaben der Verbrenner. Also entweder wir nutzen diese Angaben, oder verteufeln die Verbrenner noch mehr ob des Mehrverbrauchs.

die Batterie rund 5.000 €. Nach drei bis 6 Jahren ist sie kaputt

Die Findemaschine Google bietet hier einfache Antworten: Tesla bietet 8 Jahre Garantie auf die Batterie und Renault gibt In Norwegen und UK eine Garantie von 5 Jahre bzw. 100.000km. Rechnet man die Einsparungen beim Tanken gegen die 5000€, so rechnet sich das trotzdem.

die Batterie bleibt Herzstück und Engpass. Billigere und bessere sind nicht in Sicht.

Von 2007 bis 2014 fiel der Preis pro KW 1000$ auf 410$, wobei führende Hersteller damals bereits Werte um 300$ erreichten. Dieser Preis wurde vor wenigen Jahren von Fachmagazinen für das Jahr 2020 vorhergesagt. Die Preise sinken also schneller als erwartet – wie so oft in der Hightech Branche. Die magische Grenze liegt bei 100-150$ pro KW, denn dann liegt das E-Auto mit dem Diesel gleichauf. (interessante Grafik plus Artikel).

Zwar schenken auch andere Länder wie Frankreich E-Auto-Käufern bares Geld; in Norwegen sogar 12.000 €. Aber auch dort sind  Stromer kein Renner.

Seufz. Diese Meldung ging um die Welt, dass in Norwegen das Model S häufiger gerkauft wurde, als der VW Golf.

Im übrigen verdient die Auto-Industrie prächtig, allein VW so um die 8 Milliarden. Wozu da Subventionen?

Wie oben bereits erwähnt, verpasste Roland Tichy die Chance das Thema Subventionen richtig zu beleuchten. Denn diese greifen nur, wenn die Anreize dem eigentlichem Ziel dienen.
Ich bin für Subventionen für reine Elektroautos, finanziert durch die gleichzeitige Beseitigung des Steuervorteils für Diesel PKW. Optional einem Verbot für die Einfahrt von Diesel PKW bei zu hoher Feinstaubbelastung in deutsche Städte (siehe Madrid mit generellem Verbot ab 2020). Dann würden nämlich VW, Mercedes und BMW ihre Milliarden Entwicklungskosten richtig kanalisieren und nicht nur herumwursteln. Machen die nämlich weiter so, retten wir Steuerzahler bald nicht nur deutsche Banken.

(siehe Artikel von mir hier auf dem Blog „China entscheidet Schicksal der dt Autoindustrie“ und „11 Mio Gründe für eine elektrische Zukunft“ sowie meinen Beitrag auf t3n „Warum das Auto der Zukunft das Aus für VW & Co bedeuten könnte„)

Meine Veröffentlichungen aus 2015

Dienstag, 12. Januar 2016

Fintech

Der Höhepunkt im Jahr 2015 war eindeutig das Interview mit Pro7 „Galileo“ zu opentabs, dem von Sebastian Heise, Nicolas Plögert und mir in 2012 gegründeten Startup im letzten Sommer.
Das Video gibt es hier bei Pro7 zu sehen.

Im IT Finanzmagazin beschäftigte ich mit dem schweizerischen mobilen Payment Anbieter „Paymit“ und der Diversifizierung von Square vom POS Kartenlesegerät Hersteller zum Kreditgeber dank ausgeklügelter Big Data Analyse.

Automobilwirtschaft

Als ehemaliger Audianer haben mich die Autobauer nie wirklich losgelassen. Auch wenn ich nie wirklich Benzin im Blut hatte, ist das Fortbewegungsmittel hoch emotional. Doch den Funken ließ tatsächlich ein Unternehmen aus USA überspringen: Tesla. Ein Startup, dass die größte Industrie der Welt herausfordert und die Elektromobilität salonfähig machte.

Noch vor #dieselgate sah ich vor allem die deutschen – allen voran Volkswagen – Hersteller auf Abwegen oder am Ende des Lebenszyklus. Die digitalen Pioniere von t3n gaben meinen Thesen zur Zukunft des Autos Raum und zur CES vor wenigen Tagen ging GM exakt in die skizzierte Richtung mit der Investition von 500Mo $ in den Taxidienst Lyft. Einerseits freue ich mich natürlich richtig zu liegen, andererseits steigert dies nur meine Sorgen um den Arbeitgeber #1 in Deutschland.
Ebenfalls auf t3n erschien ein Resümee auf #dieselgate und das wir eigentlich alle Volkswagen dankbar sein müssen. Denn nichts half mehr, den Diesel (und Benziner) in den Vorruhestand zu schicken, als die peinlichen Betrügereien des zweitgrößten Automobilkonzern der Welt. Die Ankündigung von 20 Elektromodellen auf der IAA war vermutlich schon ein Vorbote aus der Entwicklungsabteilung des Konzerns, dass man die Physik eben nicht mehr weiter überlisten kann, außer mit Software.

In China wird die Zukunft der deutschen Autoindustrie entscheiden

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Lange war der deutsche Markt für Volkswagen und andere heimische Hersteller gleichzeitig größter Absatzmarkt. Diese Position hat nun schon seit längeren China inne. Ein riesiges Land mit noch größeren Umweltproblemen. Die Luftqualität in China’s Städten ist miserabel, wo in über 90% der 190 Städte die Grenzwerte regelmäßig gerissen werden. Hier sticht vor allem der gesundheitlich bedenkliche Feinstaub hervor, für den die WHO einen Grenzwert von 20 (Index) als unbedenklich festgelegt hat. Im Januar 2015 lag der Index für Peking im Schnitt bei 200 und im absoluten Hoch bei sage und schreibe 546!

Verantwortlich für den Ausstoß des giftigen Feinstaubs sind Kraftwerke, Industrieanlagen und der rasant wachsende Individualverkehr. Die Regierung hat das Problem erkannt und ist weltweit zu einem der größten Investoren auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien geworden. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil aus regenerativen Quellen von 17% auf 21% (Vergleich zu D: 25,8% in 2014) steigen. Bereits im Jahr 2013 schrieb das Land Geschichte mit dem Aufbau von 12 GW Leistung aus Solaranlagen, die größte jemals in einem Jahr errichtete Kapazität, in 2014 erfolgte nochmal soviel.
Offensichtlich hat China erkannt, dass der Energiehunger nicht durch herkömmliche Kraftwerke gestillt werden kann, weil dies zu Lasten der Gesundheit und letztlich des Wohlstands des Landes geht. Die gezielten Bemühungen hier gegenzusteuern zeigen sich auch in der errichteten Leistung von etwa 57GW aus erneuerbaren Quellen und 39,7KW aus Kohlekraftwerken für das Jahr 2013.

Das Unternehmen BYD – build your dreams – ist ein Vorreiter in der Elektrifizierung von Fahrzeugen. Egal ob Autos oder Busse, das Unternehmen bietet eine Reihe von unterschiedlichen Fahrzeugen an und ist gleichzeitig ein großer Batterieproduzent. Das Joint Venture mit Mercedes brachte einen reinen Elektrowagen hervor: den Denza. Die dafür nötigen Investitionen werden seit 2005 massiv vom Staat  gefördert und BYD soll nach dem Wunsch der kommunistischen Führung weltweit der erfolgreichste Elektroautohersteller werden. Warren Buffet glaubt daran und ist mit über 9% seit 2008 am Unternehmen beteiligt.
Neben BYD gibt es noch zahlreiche andere Hersteller im Bereich der e-Mobilität. So erfreuen sich die Elektroroller einer großen Fangemeinde in China und deren Akkus stammen von Phylion, einem dieser „namenlosen“ Unternehmen aus dem Reich der Mitte. Doch während wir hier in Europa hauptsächlich fasziniert über den großen Teich nach Kalifornien auf Tesla und dessen illustren CEO Elon Musk schauen, bereitet sich der größte Automobilmarkt auf die Elektrifizierung vor.

Die Gefahr aus China hat zwei Komponenten. Zum Einen ist der Markt gerade für die deutschen Hersteller extrem wichtig und könnte durch eine Entscheidung der Partei über Nacht für Verbrenner geschlossen werden. Zum Anderen reift hier eine Kompetenz heran, die massentaugliche Elektromobilität entwickelt und schließlich nicht nur in China verkaufen kann.

Die technologische Insel der Glückseligen in Deutschland und Europa findet sonst ein jähes Ende durch die politisch motivierte und stark wettbewerbsverzerrende Förderung der Elektromobilität in Asien

Jan Traenckner Link

Verarbeitet man diese Informationen und zieht die eine oder andere Schlussfolgerung, dann verwundert es umso mehr, dass es ein #dieselgate brauchte, um Europa aus dem feinstaubvernebelten (oder besser vernagelten) Dornröschenschlaf zu reißen. Doch selbst jetzt hat die deutsche Regierung die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt und hält sich mit drastischen Massnahmen zurück, um Volkswagen zu schützen. Anscheinend reichen 11 Mio. Betrugsfälle noch nicht aus, um die Förderung des Diesel einzustellen und diese stattdessen der Elektromobilität zukommen zu lassen (siehe hier auch meinen Blog Beitrag: 11 Mio Gründe für eine elektrische Zukunft).

Die Ankündigung von Volkswagen bis zu 20 elektrifizierte Modelle zu entwickeln ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als PR Gerassel. Denn meines Wissens ist man (noch) nicht gewillt reine E-Autos wie den Renault Zoe, Tesla Model X / S oder Nissan Leaf zu bauen. Selbst jetzt noch hält man sich Optionen für andere Antriebsstränge offen, wohl wissend, dass der Bau eines E-Autos nicht mit dem eines Verbrenners zu vergleichen ist. Grandiose Vorteile wie Fahrdynamik oder 2 Kofferräume lassen sich schwer auf einer Plattform vereinigen.
Vielleicht ist in diesem Zusammenhang die Idee von Investor  der richtige Weg. In einem Artikel für den Guardian schlägt er vor, VW zum Bau elektrischer Modelle binnen 5 Jahre zu zwingen und ihnen die Strafe zu erlassen. Die geschätzten 10 Mrd. $ könnte Volkswagen in die Entwicklung von Stromern stecken und ein 3x besseres Auto als Tesla bauen – die haben nämlich ca. 3 Mrd $ gebraucht. Damit wäre allen geholfen:

  • der Umwelt, wegen weniger Treibhausgasen
  • Volkswagen, wegen zukunftsträchtiger Produkte für den (chinesischen) Markt
  • den Kunden, für mehr Auswahl in EV Bereich
  • dem deutschen Staat, weil es auch zukünftig noch Arbeitsplätze gibt

Vielleicht schafft VW dann auch, was Tesla schaffte. Nämlich dass Fans die PR und das Marketing übernehmen. Anbei der in meinen Augen beste Werbefilm für Tesla: „We were the ones who changed the world.

A piece of white paper

Donnerstag, 27. August 2015

My recent blog post „the great pretender“ about electric vehicles and what it could mean for us from an environmental point of view got a lot of attention (at least where I’m coming from). That attention made me think, what exactly makes Tesla so successful? I’m sure, that probably many smart people have already made statements about it. So mine won’t hurt, right?

As a car manufacturer these days you face a lot of challenges. The treehuggers are never satisfied, cities are congested and the young generation continues to ignore cars. Twens are more thrilled about Playstations, Social Media or Smartphones. The icing on the cake is a decreasing shell life of a new model, which puts a lot of pressure on the R&D department. Those shorter lifecycles must be compensated, which also means less time to play around.
The worst part in my opinion is leadership. While other employees their age would be retired already,  men in their 60s manage those companies as they did decades ago. Many of whom are surrounded by „yes-men“ prepping everything according to the likes of those in charge. If you listen to some stories, one gets the feeling there are only a few customers and their titles usually start with a „C“ and end with an „O“. The core problem is the lack of leadership. There is none, only management. No wonder those companies don’t invent anything. They constantly improve the status quo, but never challenge it. Even on the peak of success, one should never get tired question yourself, your organization and product.

In California Tesla once started with a white piece of paper. At least that’s how I imagine it. Mr. Musk handed out a stack of white paper and the basic requirements electric, four wheels and a steering wheel to his crew. And man, they really went crazy, but they are dead serious.

  • While others take years to decide on the format of a plug, Tesla builds the biggest supercharger network on earth
  • While others fight with their dealerships over price stability and service, Tesla sells cars over the internet, including rewards for recommendations
  • While others argue about existing battery power, Tesla uses Laptop cells to offer 300km or more on a single charge
  • While others need a facelift to improve their excisting vehicles, Tesla simply updates the firmware as if the car is an app on your iPhone. That is – by the way – exactly how Tesla will introduce self driving capabilities to some of its customers and learn by collecting the data during beta testing.

As Elon Musk put it, Model S is a computer on wheels. Audi, BMW, Toyota, VW etc cannot cope with this revolutional and radical approach. The heart of their cars is a shiny block of metal and sucks up fossil fuels, but all there is left in the future is digital. The smartest people on earth in the most innovative IT companies of the decade are ramping up new mobility devices and I fear, that the old economy will be eaten by the new economy one more time. And this would leave us here in Germany with a huge problem.

If only those CxOs would let their trouble makers, crazy one and rebels off the hook with a clean slate. They would fill white paper with technological advanced, fantastic ideas and even more crazy failures to finally come up with something truly unique, special or how the world would say „german engineering“. Encourage your staff to do the impossible, to think different and let them change the world for you, before the world changes without you. Your Kodak or Nokia moment is almost here, make us proud again. Lead, don’t manage!