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Subventionen für Elektroautos – Argumente für alle und Roland Tichy

Montag, 08. Februar 2016

Am Wochenende erschien auf Tichys Einblick ein Plädoyer vom Chefredakteur höchstpersönlich zum Thema Subventionen für Elektrofahrzeuge in der Bundesrepublik. Als regelmäßiger Leser dieser Nachrichtenseite erschrak ich ob der polemischen und populistischen Aussagen und setzte auf Twitter folgende Tweets ab.

Twittern mit Tichy

Daraufhin entspann sich innerhalb weniger Minuten auf Twitter eine Diskussion um die Definition von „Subventionen“ und dass der deutlich niedriger besteuerte Diesel keine Subvention wäre. Wobei das Umweltbundesamt hierzu eine relativ eindeutige Aussage fällte (Umweltschädliche Subventionen Seite 8ff). Das Argument den Bürger für eine umweltfreundlichere Technik bluten zu lassen, stieß auf Unverständnis. Dabei ist das absolut nichts neues. Schon 1984 subventionierte der Staat Autos mit Katalysator, noch heute werden regenerative Energien unterstützt – leider aber viel zu lange die Braunkohle (Standortpolitik).
Die Diskussion rutschte im Grunde sofort in eine Grundsatzdebatte um vom Staat erhobene Steuern ab und eigentlich wartete ich noch auf den Spruch „Freie Fahrt für freie Bürger“. Ich war kurz geneigt noch das Wort „Tempolimit“ in einen Tweet einzubauen, sah aber davon ab. Schließlich war Sonntag und ich hatte ausreichend anderweitige Unterhaltung!

Dennoch möchte ich zu einigen Abschnitten des Texts zumindest eine andere Sichtweise offerieren und würde mich freuen, wenn Herr Tichy sich diese Argumente zumindest durchliest. Letztlich ist er ein Verfechter für eine differenzierte Sichtweise, jenseits der Schwarz/ Weiß Malerei.

Elektro-Autos sind das neue Spielzeug der Superreichen – und jetzt will Wirtschaftsminister Gabriel unbedingt E-Autos fördern: Möglichst viele sollen eines fahren.

Elektro Autos sind nicht ausschließlich etwas für Superreiche – wobei Porsche Fahrer schon lange nicht mehr superreich sind, sondern eher reich. Das Kraftfahrtbundesamt führt 8522 Elektrofahrzeuge in 2014, wobei 9,5% (815 Stück) auf das Tesla Model S  entfallen. Der 8. Platz in der Statistik ist beeindruckend, unter 10% Marktanteil widerspricht jedoch einem Vergnügen für Superreiche.
Hier verpasste Herr Tichy die Chance den eigentlichen Fehler in der Subvention anzuprangern: Die Unterstützung von Plug-in Hybriden. Also Autos wie der Porsche Cayenne, der dank einer Batterie gerade mal 30-40km elektrisch fährt. Die krude Berechnung des Gesamtverbrauchs hilft, dass das Fahrzeug völlig weltfremde Verbrauchswerte erreicht. Dies dient am Ende dem Ziel, den strengen EU Grenzwerten von 95mg/ km ab 2020 zu entsprechen. Und die Deutschen Hersteller brauchen unbedingt diesen Trick, denn sie haben geschlafen! Gabriel macht also wieder mal kurzfristige Standortpolitik und vergisst, dass die Globalisierung auch ohne uns abläuft.

weil der nicht für jeden Anlass das passende  Autos in der Garage hat: Strom für nah, Diesel für weit, E-Auto zum Kronberger Golfclub.

Wir veranstalten hier das verrückteste Experiment, das je statt gefunden hat. Wieviel Treibhausgase verträgt die Umwelt, bis sie kollabiert? Herr Tichy ist sicher kein Klimawandelzweifler, da bin ich sicher. Doch Wandel bringt meist auch Veränderung.
Mit seinem Argument zur fehlenden Alltagstauglichkeit tappt er in dieselbe Falle wie die Mehrheit. Die ø tägliche Wegstrecke eines Deutschen liegt bei unter 40km und das schafft sogar fast der Porsche Cayenne, würde er entsprechend behutsam gefahren. Mir ist kein freiverkäufliches Elektroauto bekannt, dass eine Reichweite unter 50km aufweist. Die Pioniere BMW und Renault bieten zudem für ihre Elektroautokunden ein zukunftsträchtiges Mobilitätskonzept an. Als Käufer eines i3 oder Zoe bekommt man 14 Tage / Jahr Zugriff auf einen Benziner, womit die Fahrt an die Nordsee oder Rimini gesichert ist.

Die Stromer beschleunigen zwar rasant, fahren leise und stoßen in der Stadt keine Schadstoffe aus – das machen nur die weit entfernten Kraftwerke, aus denen der Strom kommt. Schmutz ist eben eine Frage des Standorts, und der Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose.

Der Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors ist deutlich schlechter als der eines Elektromotor. Der Wirkungsgrad eines Kraftwerks ist deutliche höher, als der eines Verbrennungsmotors. Dieser Dreisatz belegt also, dass das Elektroauto vorne liegt, auch wenn der Strom aus dem Gaskraftwerk kommt.

Solange Deutschland allerdings die Grundlast der Energieversorgung über Braunkohleverstromung erzeugt, so Berechnungen von Renault, ist die Öko-Bilanz der E-Autos insgesamt negativ.

Im englischen gibt es den Begriff „source agnostic“, d.h. einem Elektroauto ist es herzlich egal, ob der Strom aus einem Braunkohle-, Gas- oder Solarkraftwerk stammt. Weltweit nehmen die Solar- und Windkraftkapazitäten rasend schnell zu. Man darf also bei einem Autoleben von 6-8 Jahren annehmen, dass der Strommix bald deutlich besser wird.
Tja, bleibt der Verbrenner. Einmal Diesel, immer Diesel. Spiel, Satz und Sieg für das Elektroauto.

Denn wegen der geringen Batterieleistung fahren Stromer nur kurze Strecken.

Nur weil Herr Tichy es nochmal falsch wiederholt, wird es nicht wahrer. Dieses Argument wird leider von der Presse seit Jahren geschürt und gerade den Deutschen eingebleut, damit die die technologisch veralteten Verbrennungsmotoren kaufen. Ein Tesla hat 400km, Renault Zoe 240km Reichweite. Folglich komme ich im Schnitt mit der Zoe eine Woche ohne Tanken aus.
Bevor jetzt hier das Argument der „geschönten“ Reichweitenwerte genutzt wird. Die werden ebenso gemessen wie die Verbrauchsangaben der Verbrenner. Also entweder wir nutzen diese Angaben, oder verteufeln die Verbrenner noch mehr ob des Mehrverbrauchs.

die Batterie rund 5.000 €. Nach drei bis 6 Jahren ist sie kaputt

Die Findemaschine Google bietet hier einfache Antworten: Tesla bietet 8 Jahre Garantie auf die Batterie und Renault gibt In Norwegen und UK eine Garantie von 5 Jahre bzw. 100.000km. Rechnet man die Einsparungen beim Tanken gegen die 5000€, so rechnet sich das trotzdem.

die Batterie bleibt Herzstück und Engpass. Billigere und bessere sind nicht in Sicht.

Von 2007 bis 2014 fiel der Preis pro KW 1000$ auf 410$, wobei führende Hersteller damals bereits Werte um 300$ erreichten. Dieser Preis wurde vor wenigen Jahren von Fachmagazinen für das Jahr 2020 vorhergesagt. Die Preise sinken also schneller als erwartet – wie so oft in der Hightech Branche. Die magische Grenze liegt bei 100-150$ pro KW, denn dann liegt das E-Auto mit dem Diesel gleichauf. (interessante Grafik plus Artikel).

Zwar schenken auch andere Länder wie Frankreich E-Auto-Käufern bares Geld; in Norwegen sogar 12.000 €. Aber auch dort sind  Stromer kein Renner.

Seufz. Diese Meldung ging um die Welt, dass in Norwegen das Model S häufiger gerkauft wurde, als der VW Golf.

Im übrigen verdient die Auto-Industrie prächtig, allein VW so um die 8 Milliarden. Wozu da Subventionen?

Wie oben bereits erwähnt, verpasste Roland Tichy die Chance das Thema Subventionen richtig zu beleuchten. Denn diese greifen nur, wenn die Anreize dem eigentlichem Ziel dienen.
Ich bin für Subventionen für reine Elektroautos, finanziert durch die gleichzeitige Beseitigung des Steuervorteils für Diesel PKW. Optional einem Verbot für die Einfahrt von Diesel PKW bei zu hoher Feinstaubbelastung in deutsche Städte (siehe Madrid mit generellem Verbot ab 2020). Dann würden nämlich VW, Mercedes und BMW ihre Milliarden Entwicklungskosten richtig kanalisieren und nicht nur herumwursteln. Machen die nämlich weiter so, retten wir Steuerzahler bald nicht nur deutsche Banken.

(siehe Artikel von mir hier auf dem Blog „China entscheidet Schicksal der dt Autoindustrie“ und „11 Mio Gründe für eine elektrische Zukunft“ sowie meinen Beitrag auf t3n „Warum das Auto der Zukunft das Aus für VW & Co bedeuten könnte„)

Bloß nicht mehr analog – die Digitalisierung

Sonntag, 15. November 2015

Als unvoreingenommener Zeitungsleser erhärtet sich der Eindruck, niemand will mehr analog leben und alles muss digitalisiert werden. Die Antwort auf “wie geht’s dir?” kann nur noch super oder beschissen lauten, denn für Grauzonen ist in der Welt der Nullen und Einsen kein Platz.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis können die wenigsten mit dem sperrigen Titel “Digitale Transformation” oder “Digitalisierung” etwas anfangen. Lerne ich auf einer Party jemanden kennen, wird nach meiner Antwort auf den Beruf sofort das Thema gewechselt. Der Gesichtsausdruck des Gegenüber liegt da regelmäßig zwischen völliger Ahnungslosigkeit und ängstlicher Verunsicherung. Da ist es ein schwacher Trost, dass es Bestattern wohl noch schlimmer ergehen dürfte.

Die ablehnende Haltung der Mehrheit ist Eingeweihten völlig unerklärbar. Da die meisten Menschen jedoch die Angst vor Veränderung eint, ruft Digitalisierung bei vielen Magengrummeln hervor. Vor allem weil es sich hier um etwas handelt, was man im ersten Moment nicht greifen zu können glaubt. Wikipedia definiert Digitalisierung als „den gesamten Vorgang von der Erfassung und Aufbereitung bis hin zur Speicherung von analogen Informationen auf einem digitalen Speichermedium“, was in meinen Augen zu eng gefasst ist.

“Die Digitalisierung erfasst alles was wir anfassen, nutzen, essen und lieben.” Dirk Röder

Es gibt genügend Beispiele aus dem Alltag, wo Technik uns Arbeit abnimmt oder das Leben erleichtert. So ist es für die Familie mit kleinem Vorgarten total normal, dass in Abwesenheit ein kleiner Droide auf dem Rasen spazierenfährt und dabei mit gewitzten Scherenhänden die Halme auf Normalmass stutzt. Einzig die Oma von gegenüber und der Hund des Nachbarn hadern noch mit diesem gespenstischen autonomen Fahrzeug. Die moderne Single Wohnung verfügt dann natürlich über einen Saugroboter, der ähnlich dem Rasenmäher funktioniert, nur eben in der Wohnung den Wellensittich durchdrehen läßt. Zu guter letzt ein Beispiel aus der Gastronomie. Früher bekam man Plastikteile in die Hand, die vibrieren wenn das Essen abholbereit ist. Heute macht man das mit einer Push Nachricht.

 

„Von der Digitalisierung hängt der ganze Wohlstand Deutschlands ab“, betonte Merkel kürzlich im Bürgerdialog Nürnberg

Unsere Frau #Neuland Merkel kann damit aber vermutlich nicht den Rasenmäher meinen. Natürlich liest sie das vor, was man hier hinlegt, aber zumindest hat der Schreiber irgendwo gelesen, dass nur 40 Prozent der Führungskräfte in der Chefetage künftig verstärkt in digitale Technologien investieren wollen und nicht mal 1/3 den technologischen Fortschritt als unverzichtbar anerkennen. Lässt man die Zahlen kurz sacken, dann sollte das im Grunde bei eben diesen unter 33% eine sofortige Kündigung nach sich ziehen. Wir reden hier vom Land der Ingenieure, und da wollen Führer der Wirtschaft lieber auf das Pferd setzen, statt Henry Ford zu zu hören? Deutschland ist satt und faul geworden. Doch passiert die Globalisierung sowohl als auch die Digitalisierung ohne uns. Während es mit SAP in Deutschland im Grunde nur ein namhaftes IT Haus gibt, herrschen die Giganten aus dem Silicon Valley über die Welt (der Daten). Das Öl des neuen Jahrtausends ruft in vielen Köpfen nur Ängste hervor, statt die vielseitigen Chancen zu ergreifen.
Kutschenbauer, Hufschmiede, Kamerahersteller, Videothekenbetreiber oder Handyhersteller bieten tolle Geschichten über Firmen, die aus der Zeit gefallen sind. Und 100% lachen über diese gescheiterten Geschäftsmodelle. Es ist aber ebenso nahezu 100% sicher, dass analoge Firmen irgendwann mit einem Atemzug mit Kodak, Blockbuster oder Nokia genannt werden.

Anbei meine Top 5 Entwicklungen durch Digitalisierung: Sprungmarke zu Versicherungen, Banken, Einzelhandel, Messenger und Fazit.

Verkehr

Der Straßenverkehr ist viel zu gefährlich, als das man den Menschen noch länger ans Steuer lassen kann. Wir Menschen können ja nicht mal richtig an der Ampel anfahren, geschweige denn das Reißverschlussverfahren. Daher stellen in Zukunft autonome Autos das Rückgrat des öffentlichen Großstadtverkehrs. Die Folgen für einige Branchen werden verheerend sein. Der Beruf des Taxifahrers stirbt aus und mit ihm die Wegelagerer für Parkvergehen, denn der Nutzungsgrad eines PKW steigt von heute ø10% auf über 50%. Das hat dann aber zur Folge, dass die Anzahl der Autos in der Stadt massiv sinkt und der teure Verkehrsraum für Parkbuchten den Menschen zurückgegeben werden kann. Die deutsche Vorzeigeindustrie wird im Umkehrschluss viel weniger Autos verkaufen und die Überkapazitäten der vergangenen Jahre schwer auf der Bilanz lasten.
Der autonome LKW von Mercedes machte in den vergangenen Monaten Schlagzeilen. Nur weil das Ungetüm 20x mehr als ein Cayenne wiegt, entspricht die für autonomes Fahren notwendige Technik im Grunde der aus einem Auto. Es ist letztlich Software, die man dann mit “copy paste” vervielfältigt. Neben unfallfreiem Fahren gibt es noch einen ganz anderen fantastischen Vorteil. Die Lieferung von Warschau nach Köln braucht nun mindestens 8 Stunden weniger, denn Computer müssen keine Pause machen. Der Beruf des LKW Fahrers allerdings wird wohl für ewig pausieren.

Nachweislich macht ein Computer weniger Fehler als ein Mensch. Google hat das bereits mit seiner Flotte an autonomen Autos eindrucksvoll bewiesen. Seit ca. 2 Wochen düsen selbst in Deutschland lautlos Tesla Model S Besitzer autonom über die Strassen. Heute. In 2015. Der Wagen wechselt nach dem Blinken auf der Autobahn selbstständig die Spur, oder bremst vor der Ampel ab und fährt bei grün wieder los.
In 2020 wird das erste voll autonome Fahrzeug verkauft. Und mit jedem verkauften Auto, LKW oder Bus sinkt die Gefahr für Unfälle. Frau Merkel – dann in Ihrer 6. Amtszeit – wird historisch niedrige Verkehrstote ab 2025 vermelden und diesen Erfolg natürlich als ihren eigenen verkaufen “Ich habe es doch gesagt, wir schaffen das!”. Ihre Glückseligkeit wird jedoch nicht lange währen, denn relativ bald braucht eine Industrie wieder Steuergelder weil “too big to fail”.

Versicherungen

Mit Kraftfahrzeugversicherungen verdienten die Versicherungskonzerne bis 2020 prächtig. Doch dann begannen die Unfallzahlen drastisch zurück zu gehen und bis zum Jahr 2030 wird damit gerechnet, dass es eigentlich keine Unfälle mehr gibt. Eine profitable Einkommenssäule vaporiert einfach dank ein paar Tausend Zeilen Code.

Das Ergebnis des „Global Digital Insurance Benchmarking Report 2015“ attestiert, dass mehr als die Hälfte der Konzerne keine digitale Strategie haben. Dabei steigt der Anteil von digital aktiven Kunden weltweit auf 79% bis 2020. Dies gilt für die Informationsbeschaffung bis hin zur Schadensmeldung. Obwohl mehrheitlich zentrale Elemente für die Verarbeitung der digitalen Datenströme fehlen, erwarten die Unternehmen drastische Anstiege in der Nutzung von digitalen Schnittstellen, z.B. für Schadensmeldung um bis zu 31%. Die Verlierer sind hier die Agenturen und Versicherungsvertreter, die durch digitale Vertragsabschlüsse, Betreuung und Schadensregulierung nicht mehr gebraucht werden.

“Viele Versicherer schaffen es kaum, mit ihren Kunden mitzuhalten, geschweige denn ihre Strategie für das digitale Zeitalter zu entwickeln” Dr. Henrik Naujoks, Bain & Company.

Banken

Die Banken stehen nicht viel besser da. Als Standardausrede wird hier die Regulierung angeführt, um den schwarzen Peter an die Politik zu übergeben. Doch eigentlich benötigt die Branche dringend einen echten Neustart ihrer kompletten IT Infrastruktur. Dies ist enorm teuer, aber immer noch billiger als mit alten Systemen in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Doch nicht erst seit junge, kleine, wendige Start-ups den Markt der Finanzdienstleistungen aufräumen erlebt die Bankenbranche eine Veränderung. Es begann in den 90er Jahren mit dem aufkommenden Online Banking. Begleitet durch den Irrglauben die lästigen Privatkunden an eine online Tochter auszulagern, schossen die Brüder und Töchter bekannter Geldhäuser aus dem Boden. Dieser erste Schritt der Digitalisierung war zugleich ein Schuß ins eigene Knie, denn die neuen Ableger köderten die eigenen Kunden durch günstige Gebühren von den etablierten Filialen. Das kostenlose Girokonto war geboren. Im nächsten Schritt wurden die Besitzer von Aktien mit günstigen Transaktionsgebühren von den traditionellen Häusern abgezogen und man verlor eine weitere Einnahmequelle.
Parallel schwappte der Trend aus USA zu uns herüber, dass man alles auf Pump kaufen könne. Spezialanbieter für Konsumentenkredite etablierten sich am Markt, indem sie Verträge mit den großen Handelshäusern schlossen. Viel dramatischer sind aber die Banken der Autokonzerne, die die Finanzierung des neuen Wagen reibungslos in den Kauf integrieren. Riesige Kreditvolumen fliessen ab an neue, flexiblere Anbieter. Im Bereich der Finanzierung ist letztlich das letzte Bollwerk Immobilienfinanzierung gefallen. Mit Firmen wie Interhyp sind aggressive Aggregatoren am Markt, die die Kundenbeziehung der Bank zum Darlehensnehmer kappen und eine internetübliche Transparenz reduzieren.

In der Retroperspektive verlor der einstige Vollsortimenter Bank nach und nach Einnahmequellen. Übrig ist im Grunde nur noch das Girokonto mit seinen Basisfunktionen Geld empfangen,senden, abheben und einzahlen. Doch auch hier ist mit z.B. number26 ein Anbieter auf dem Markt erschienen, der diese rudimentären Funktionen einer jungen Zielgruppe entsprechend per App steuern läßt. Ganz zu schweigen von den IT Schwergewichten aus Übersee, hier allen voran Apple mit Apple Pay. Mit der Verbreitung von NFC wird die Bezahlung auf das Telefon verlagert – ein Gerät, dass 90% der Menschen 24 Stunden lang greifbar haben!
Am Ende wird das Filialsterben weitergehen und damit der Beruf des Bankangestellten immer rarer.

Einzelhandel

Auch wenn der Anteil des e-commerce in Deutschland noch bei 10-15% liegt, steigt er jährlich dramatisch an. Die alten Kaufhäuser stehen vor einer schier unlösbaren Aufgabe mit der immer lieferfähigen und diversifizierten Angebotswelt des Internets zu konkurrieren. Während zu Beginn hauptsächlich Elektronik über das Internet vertrieben wurde, gründete die REWE Gruppe eine eigene Firma für den digitalen Einkauf im Supermarkt. Amazon testete bereits 2007 in USA den Versand von frischen Lebensmitteln und der Markteintritt steht auch in Deutschland kurz bevor.
Der Wochenendeinkauf zum gemeinsamen Kocherlebnis mag noch am Gemüsemarkt stattfinden, doch abgepackte Produkte wie Milch, Butter, Haarspray oder Käse bieten sich für den Versand an. Wo heute teilweise noch die Mitarbeiter in den Filialen die Einkäufe zusammenstellen, testet Rewe bereits drohnen-gestützte Kommissionierung in eigenen Verteilerzentren. Von da ist es nur noch ein weiterer Schritt die Tür zu Tür Lieferung umzusetzen.

Das Thema Logistik ist grundsätzlich für jede Digitalstrategie entscheidend. Während es für online shops eine Vielzahl von Plugin- oder “out of the box” Lösungen gibt, sorgt die häufig unterschätzte Versandseite regelmäßig für Probleme. Schnell Verfügbarkeit der Produkte zwingt zu optimalen Betriebsabläufen nach dem Kauf im Internet und greift tief in alle Abteilungen des Unternehmens ein. Völlig neu ist auch die Rückabwicklung von Einkäufen aufgrund des Fernabsatzgesetzes inklusive neuer Kalkulationen aufgrund von beschädigten Materialien.
Vor Ort ist die Bezahlung heute noch der größte Flaschenhals im Supermarkt (Einzelhandel), mal abgesehen von der Schlange vor der Wursttheke. Hier zeigte IKEA als einer der ersten, wie man die Arbeit auf die Kunden auslagert und diese scannen läßt. Das suggeriert mehr eigene Kontrolle über den Vorgang und spart Lohnkosten. Erste Supermärkte übernehmen das Konzept, doch die Zukunft wird die Kassen gänzlich verschwinden lassen. Wenn sich mobile payment verbreitet hat, kann der Kunde doch auch gleich direkt die gewählte Ware bezahlen, wofür braucht es da noch Kassen?

Doch auch das Verschmelzen von analoger und digitaler Welt ist ein vielversprechender Ansatz. Wo steht denn geschrieben, dass der Kunde einen Supermarkt betreten muss, um Milch zu kaufen (ersetze Supermarkt mit Deichmann und Milch mit Schuhe). Entsprechende Werbung an Knotenpunkten wie Bahnhöfen bietet per Plakatwand die Lieferung auf’s Land (coop Pilot in der Schweiz). Gestartet wurde dieser Trend in Korea’s U Bahn von Tesco, dem britischen Lebensmittelriesen. Hier kann per Smartphone der Einkauf zusammengestellt und nach Hause geliefert werden.
Zusammenfassend verringert sich der Bedarf an Personal in den Filialen vor Ort und wird durch die Logistikzentren nicht kompensiert, da dort hochentwickelte IT menschliche Unterstützung limitiert.

Messenger

Zu den bekannten Produkten whatsapp oder snapchat ist bereits vieles gesagt worden. Die neue Generation schreibt sich lieber 30 Minuten lang Textnachrichten, statt einmal kurz zu telefonieren. Doch sind die messenger aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken.
In den vergangenen Monaten mehren sich die Hinweise auf Einkaufsfunktionen. In Asien ist es bereits üblich mit wechat Bestellungen aufzugeben und zu bezahlen. Für uns ist es völlig undenkbar ein Millionen Anwesen über einen Messenger zu bezahlen – für Immobilienmakler in den USA sind solche Abwicklungen zumindest nicht ungewöhnlich (Artikel auf BI) Dieser Trend wurde Anfang 2015 von Pizza Hut für Twitter übernommen und bietet einen Ausblick, wie sich die Messenger zu mulitfunktionalen Werkzeugen entwickeln. Wer sagt denn, dass ich nicht meinem Kaffee bei Starbucks mit einem #Coffee oder den #Whopper bei Burger King bestelle. Ein Schlüsselrolle übernehmen hier wieder einmal die Schnittstellen (APIs), über die sich Mehrwertdienste in die beliebten Apps einklinken und somit ständig verfügbar sind. Denn die überbordende Anzahl von Apps auf dem Smartphone hat heute einen Kampf um die erste Seite des Telefons entfacht und die Messenger belegen hier regelmäßig die vordersten Plätze. Was liegt da also näher, als die meistgenutzten Apps für sich zu nutzen und seine Dienstleistung darüber anzubieten?

Fazit

Viele Entwicklungen sorgten für eine Verlagerung von Arbeitsplätzen. Die Digitalisierung wird langfristig aber zu einer steigenden Arbeitslosigkeit führen, weil Maschinen immer mehr alltägliche Aufgaben übernehmen. Das Eingangs erwähnte Rasenmähen sei hier symbolisch für so viele Tätigkeiten genannt, die unser Leben erleichtern. Das endet mit dem lästigen Einkauf kurz vor Ladenschluss, der zuknüftig von einer Drohne erledigt wird, die den Kühlschrank füllt.
Im Beitrag auf Spiegel wird deutlich, dass konservative Ökonomen massenhafte Jobverluste befürchten, während ausgerechnet linke Wissenschaftler den steigenden Lebensstandard propagieren. Vor wenigen Jahren war es noch die Ökonomen, die die Maschinen vor den Linken verteidigen mussten.

“In den kommenden Jahren entstehen in Deutschland rund 430.000 neue Arbeitsplätze. In derselben Zeit gehen aber voraussichtlich 490.000 meist einfachere Jobs verloren” Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Gerade die einfachen Jobs werden immer mehr von der Technologie ersetzt, doch macht die Entwicklung auch vor den hochbezahlten Jobs nicht Halt. So rechnet die London School of Economics mit einem Jobverlust für 50% aller Arbeitnehmer in Deutschland. Sobald Maschinen Maschinen bauen, wird der Mensch zum reinen Konsumenten und die Politik sollte sich schon einmal Gedanken über ein bedingungsloses Grundeinkommen und Freiminuten für Uber machen.

In China wird die Zukunft der deutschen Autoindustrie entscheiden

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Lange war der deutsche Markt für Volkswagen und andere heimische Hersteller gleichzeitig größter Absatzmarkt. Diese Position hat nun schon seit längeren China inne. Ein riesiges Land mit noch größeren Umweltproblemen. Die Luftqualität in China’s Städten ist miserabel, wo in über 90% der 190 Städte die Grenzwerte regelmäßig gerissen werden. Hier sticht vor allem der gesundheitlich bedenkliche Feinstaub hervor, für den die WHO einen Grenzwert von 20 (Index) als unbedenklich festgelegt hat. Im Januar 2015 lag der Index für Peking im Schnitt bei 200 und im absoluten Hoch bei sage und schreibe 546!

Verantwortlich für den Ausstoß des giftigen Feinstaubs sind Kraftwerke, Industrieanlagen und der rasant wachsende Individualverkehr. Die Regierung hat das Problem erkannt und ist weltweit zu einem der größten Investoren auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien geworden. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil aus regenerativen Quellen von 17% auf 21% (Vergleich zu D: 25,8% in 2014) steigen. Bereits im Jahr 2013 schrieb das Land Geschichte mit dem Aufbau von 12 GW Leistung aus Solaranlagen, die größte jemals in einem Jahr errichtete Kapazität, in 2014 erfolgte nochmal soviel.
Offensichtlich hat China erkannt, dass der Energiehunger nicht durch herkömmliche Kraftwerke gestillt werden kann, weil dies zu Lasten der Gesundheit und letztlich des Wohlstands des Landes geht. Die gezielten Bemühungen hier gegenzusteuern zeigen sich auch in der errichteten Leistung von etwa 57GW aus erneuerbaren Quellen und 39,7KW aus Kohlekraftwerken für das Jahr 2013.

Das Unternehmen BYD – build your dreams – ist ein Vorreiter in der Elektrifizierung von Fahrzeugen. Egal ob Autos oder Busse, das Unternehmen bietet eine Reihe von unterschiedlichen Fahrzeugen an und ist gleichzeitig ein großer Batterieproduzent. Das Joint Venture mit Mercedes brachte einen reinen Elektrowagen hervor: den Denza. Die dafür nötigen Investitionen werden seit 2005 massiv vom Staat  gefördert und BYD soll nach dem Wunsch der kommunistischen Führung weltweit der erfolgreichste Elektroautohersteller werden. Warren Buffet glaubt daran und ist mit über 9% seit 2008 am Unternehmen beteiligt.
Neben BYD gibt es noch zahlreiche andere Hersteller im Bereich der e-Mobilität. So erfreuen sich die Elektroroller einer großen Fangemeinde in China und deren Akkus stammen von Phylion, einem dieser „namenlosen“ Unternehmen aus dem Reich der Mitte. Doch während wir hier in Europa hauptsächlich fasziniert über den großen Teich nach Kalifornien auf Tesla und dessen illustren CEO Elon Musk schauen, bereitet sich der größte Automobilmarkt auf die Elektrifizierung vor.

Die Gefahr aus China hat zwei Komponenten. Zum Einen ist der Markt gerade für die deutschen Hersteller extrem wichtig und könnte durch eine Entscheidung der Partei über Nacht für Verbrenner geschlossen werden. Zum Anderen reift hier eine Kompetenz heran, die massentaugliche Elektromobilität entwickelt und schließlich nicht nur in China verkaufen kann.

Die technologische Insel der Glückseligen in Deutschland und Europa findet sonst ein jähes Ende durch die politisch motivierte und stark wettbewerbsverzerrende Förderung der Elektromobilität in Asien

Jan Traenckner Link

Verarbeitet man diese Informationen und zieht die eine oder andere Schlussfolgerung, dann verwundert es umso mehr, dass es ein #dieselgate brauchte, um Europa aus dem feinstaubvernebelten (oder besser vernagelten) Dornröschenschlaf zu reißen. Doch selbst jetzt hat die deutsche Regierung die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt und hält sich mit drastischen Massnahmen zurück, um Volkswagen zu schützen. Anscheinend reichen 11 Mio. Betrugsfälle noch nicht aus, um die Förderung des Diesel einzustellen und diese stattdessen der Elektromobilität zukommen zu lassen (siehe hier auch meinen Blog Beitrag: 11 Mio Gründe für eine elektrische Zukunft).

Die Ankündigung von Volkswagen bis zu 20 elektrifizierte Modelle zu entwickeln ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als PR Gerassel. Denn meines Wissens ist man (noch) nicht gewillt reine E-Autos wie den Renault Zoe, Tesla Model X / S oder Nissan Leaf zu bauen. Selbst jetzt noch hält man sich Optionen für andere Antriebsstränge offen, wohl wissend, dass der Bau eines E-Autos nicht mit dem eines Verbrenners zu vergleichen ist. Grandiose Vorteile wie Fahrdynamik oder 2 Kofferräume lassen sich schwer auf einer Plattform vereinigen.
Vielleicht ist in diesem Zusammenhang die Idee von Investor  der richtige Weg. In einem Artikel für den Guardian schlägt er vor, VW zum Bau elektrischer Modelle binnen 5 Jahre zu zwingen und ihnen die Strafe zu erlassen. Die geschätzten 10 Mrd. $ könnte Volkswagen in die Entwicklung von Stromern stecken und ein 3x besseres Auto als Tesla bauen – die haben nämlich ca. 3 Mrd $ gebraucht. Damit wäre allen geholfen:

  • der Umwelt, wegen weniger Treibhausgasen
  • Volkswagen, wegen zukunftsträchtiger Produkte für den (chinesischen) Markt
  • den Kunden, für mehr Auswahl in EV Bereich
  • dem deutschen Staat, weil es auch zukünftig noch Arbeitsplätze gibt

Vielleicht schafft VW dann auch, was Tesla schaffte. Nämlich dass Fans die PR und das Marketing übernehmen. Anbei der in meinen Augen beste Werbefilm für Tesla: „We were the ones who changed the world.

11 Millionen Gründe für eine elektrische Zukunft

Samstag, 03. Oktober 2015

Mit dem laufenden Skandal um manipulierte Abgaseinstellungen bei Volkswagen drängt sich die Frage auf, ob Diesel wirklich die Antwort auf den Klimawandel ist. Gleichzeitig bietet sich für die deutsche Automobilindustrie eine einmalige Gelegenheit reinen Tisch für ihren Irrweg Diesel einzugestehen und alternative Antriebskonzepte mit gleicher Vehemenz zu protegieren, wie sie es einst für den Diesel tat.

Diesel und Benzin – fossile Brennstoffe

Die Grundlage für Diesel und Benzin ist Erdöl, ein fossiler und vielseitiger Rohstoff. Aus ihm werden Kleidung, Plastiktüten , CDs, Medikamente und Nahrungsmittel hergestellt. Der größte Teil des Erdöls aber findet Verwendung als Fahrzeugtreibstoff. Bevor ein Auto damit fahren kann, bedarf es allerdings zuerst der Umwandlung von Öl zu Diesel oder Benzin.
Erdöl besteht chemisch gesehen aus Kohlenwasserstoffen. Der einfachste Kohlenwasserstoff ist Methan (ein Gas) mit einem kleinen, leichten Molekül. Die nächst größeren sind Ethan, Propan und Butan. Die größeren Moleküle stehen für den Treibstoff der Welt: Benzin, Diesel und Schweröle. Wenn das Rohöl aus dem Boden kommt, sind diese kurzen und langen Ketten völlig vermischt. Deshalb gibt es Raffinerien. Dort werden die verschiedenen Moleküle getrennt (Details dazu hier und hier). Benzin besteht aus eher leichten Anteilen, Diesel aus eher schweren. Das heißt in einem Liter Diesel stecken ca. 13% mehr Energie als in einem Liter Benzin. Diese zusätzliche Energie führt logischerweise auch zu mehr Abgase. Gleichzeitig unterliegt der Otto-Motor mit einem Wirkungsgrad von nur ca. 37% dem des Diesels mit ca. 42%. Jedoch muss der Hersteller einen enormen technischen Aufwand treiben, um die Dieselabgase einigermaßen sauber zu kriegen. Das Ergebnis haben wir alle in den vergangenen Tagen gelesen.
Der Vollständigkeit halber erwähne ich hier auch noch kurz den Biodiesel. Unumstrittener Vorteil des Bio-Kraftstoffs ist, dass bei der Produktion keine Abfallstoffe anfallen. Auch die Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. Allerdings trägt Biodiesel kaum dazu bei, das Klima zu schützen, denn auch er verbrennt! Darüber hinaus kann die geringe Nachfrage heute schon nicht mehr vollständig gedeckt werden und die Nutzung von Rapsfeldern verändert den Nahrungsmittelmarkt. Dies verteuert die Lebensmittel vor allem für Entwicklungsländer. Jeder Autofahrer ist in erster Linie Mensch. Der kann nicht ernsthaft damit kokettieren sein 2t Blech-Ungetüm zu bewegen und andere dafür hungern zu lassen.

Es lässt sich demnach festhalten, dass beide Treibstoffe fossil sind und die Umwelt stark belasten. Der vor allem durch die deutsche Industrie beworbene Vorteil des Diesels war nie einer für die Umwelt, sondern immer nur für die eigene Brieftasche und den Sprint an der Ampel.

Der Irrweg der Deutschen

Während der Rest der Welt – und deren Autohersteller – eher auf Hybrid setzten, hielt die deutsche Autoindustrie an Benziner und Diesel fest. Durch geschickte Vermarktung und niedrigeren Verbrauch wurde den Menschen suggeriert, dass ja weniger Treibstoff pro 100km auch gut für die Umwelt ist. Als Bonus gab es dann noch ordentlich Drehmoment und Subventionen oben drauf.
Den Erfolg des Toyota Prius und weiterer Hybridautos in Kalifornien ignorierte die deutsche Industrie sehr lange und kündigte regelmäßig passende Modelle an, die dann oftmals nie oder stark verspätet kamen. Neuester Trend sind Plug-In-Hybride wie der Porsche Cayenne, mit dem Lücken im Gesetz geschickt für pseudo-umweltfreundliches Marketing missbraucht werden (siehe auch ARD Beitrag 08/15). Und um dem Wahnsinn die Krone aufzusetzen, soll laut Verkehrsminister Alexander Dobrindt nun solch ein Fahrzeug mit kostenlosem Parken und der Nutzung der Busspur belohnt werden.

Damit sind wir auch schon bei der Rolle der Regierung. „Ich denke, die Regierung hört zu sehr darauf, was die deutschen Automobilhersteller sagen. Und wenn die falsch liegen, passieren die falschen Dinge.“, so Elon Musk beim Treffen mit Sigmar Gabriel. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund und offenbar kommt die Bundesregierung trotz eines solchen Skandals nicht zu Sinnen und macht weiter mit Klientelpolitik zum Schutz der deutschen Schlüsselindustrie, die trotz aller Entgegenkommen aus der Vergangenheit ja mittlerweile nicht mehr zum Schlüsselloch zu passen scheint.
So nutzen die Autohersteller grundsätzlich alle Lücken im Gesetz, um riesigen SUVs niedrige Verbrauchswerte auszuweisen (siehe hier ZDF Beitrag von 11/14) und verstecken sich hinter der Nachfrage am Markt. Doch genau hier sollte die Regierung regulierend eingreifen, so wie sie auch das Rauchen verbietet, Kindersitze vorschreibt oder die Zweirad-Helmpflicht einführt! Denn der Mensch ist selten vernünftig. Hier ist es Aufgabe der Regierung vernünftige Rahmenbedingungen zum Schutz aller vorzugeben. Zum Beispiel ist es einfach rational nicht zu erklären, wieso in Deutschland noch immer keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen festgesetzt ist. Die Argumente Pro-Rasen sind so emotional und unreflektiert wie die der Waffenlobby in den USA nach einem Amoklauf.
Interessanterweise geht auch kein Aufschrei durch die Republik, dass jedes Jahr mit Steuergeldern der Wert eines Berliner Hauptstadtflughafens (3,5 Mrd €) für die Diesel-Subventionen verprasst wird. Es ist dann auch verwunderlich, dass es den kleinen Mann nicht in Raserei versetzt, dass “die da oben” am häufigsten von diesen Subventionen profitieren, liegt doch der Diesel Anteil in Deutschland von z.B. BMW bei sagenhaften 75%! In der Retroperspektive erscheinen auch die 5 Mrd. € für die Abwrackprämie fast zynisch. Alte Autos wurden verschrottet und durch neue, umweltfreundliche ersetzt. Nach aktuellen Informationen sind auch in Deutschland 2,8 Mio. VW-Fahrzeuge vom Abgasbetrug betroffen.

Der Mixtur aus Ignoranz für neue Antriebskonzepte und dem inneren Zwang folgend neue Modelle größer und schwerer zu machen, begegnete die deutsche Autoindustrie mit immer neuen Kniffen in der Motorentechnik und irgendwann mit Tarnen, Tricksen und Täuschen. Dabei betätigt sich die Politik als Steigbügelhalter für eine kurzsichtige Produktpolitik zum Schaden aller – Steuerzahler oder Enkelkind.

Das Elektroauto ist so viel simpler

Dabei ist das Elektroauto so viel einfacher zu entwickeln. Genau das lockt branchenfremde Konzerne. Denn im krassen Gegensatz zu den Beruhigungspillen der Autopresse, dass Apple so schnell gar kein Auto bauen kann, sind die Fakten bestechend. Für einen echten Elektrowagen brauche ich weder Tank, Ölwanne, Motorblock, Einspritzelektronik, Getriebe, Getriebetunnel oder Kardanwelle. Es reicht ein Elektromotor in der Größe von ca. 6 Milchtüten und im Fahrzeugboden die Akkus. Der Schwerpunkt des Fahrzeugs ist damit so niedrig wie bei einem Formel 1 Rennwagen und der Platz unter der Motorhaube gleichzeitig Stauraum. Das Fahrwerk und die Sitze kommen von Zulieferern und das Blechbiegen lasse ich durch die alten Profis von GM, Toyota, VW oder Mercedes erledigen.IMG_6174kl
Dabei liegt der Wirkungsgrad von E-Motoren jenseits der 90% und die Stromquelle kann kontinuierlich durch neue Technologien umweltfreundlicher werden. Das Stromtankstellennetz wächst nicht zuletzt durch Tesla stetig an. Darüber hinaus ist der Zugang zu Tesla’s Supercharger ohne weiteres möglich, schließlich legte Tesla hier alle Patente zur freien Nutzung offen.

Einmalige Chance für Volkswagen weltweit umweltfreundlich zu führen

Der Verbrennungsmotor lässt sich nicht mehr wesentlich verbessern. Daran ändert niemand etwas, denn die Gesetze der Physik und der Chemie lassen sich nicht unendlich biegen. Mit der Elektromobilität kann Volkswagen und das Land Niedersachsen (und im letzten Schritt die Bundesregierung) endlich wieder den Standort Deutschland zu einem echten Hort der Innovation werden lassen. Denn die Veränderungen auf der Welt finden auch ohne uns statt.
Meine Empfehlung an Matthias Müller, der ja jetzt nach einer Strategie für die Ausrichtung von Volkswagen sucht: Die Dieselentwicklung per sofort einstellen und die Produktion auslaufen lassen. Die freigewordenen Ressourcen mehrheitlich im Konzern auf den Elektroantrieb setzen und dem Rest der Ingenieure Zeit und Freiraum für neue Ideen geben. Im gleichen Atemzug zieht die Regierung die Subventionen für Diesel zurück und baut mit dem Geld Stromtankstellen mit einer Norm, einem Abrechnungssystem und einem Hersteller. Bei einem Investitionsvolumen aus gesparten Dieselsubventionen von 14 Mrd. € bis 2020 lässt sich sicher der eine oder andere Prozentpunkt Mengenrabatt bei den Säulen heraushandeln. Ggf. einfach bei Elon anrufen, Sigmar hat ja seine Telefonnummer. Dann klappt es auch mit 1 Mio Elektroautos bis 2022.

From pretending to announcing

Mittwoch, 16. September 2015

Annoucing EVs

Roughly a month ago I blamed the car industry for ignoring the fact, that they are missing out on e-mobility. Man, how that has changed over the last couple of days.

One couldn’t get around the news about the hottest electric concept cars at IAA in Frankfurt this week. Volkswagen and its many brands alone have announced no less than 20 EVs or plugin-hybrids. Audi made news with its Q6, which will offer an inductive-charging option as an icing on the cake. That’s also the case with Porsche’s stunning Mission E concept, which will run 0-60 in less than 3.5 seconds. There is one thing though, which is repeatedly used with all those new announcements: the benchmark Tesla.
Within a few years Tesla not only took on the biggest industry on the globe, it crushed their confidence and brand perception. Who would have bet on an US car manufacture to lead the bunch in customer satisfaction, safety and especially innovation? No one. The Mercedes star isn’t so bright any more, BMW doesn’t beam as sleek as it used to be and Audi rather follows than thinks forward. Furthermore it is crucial to acknowledge the fact, all those vehicles are concepts and only might come in 2018, 2019 or 2020.

History shows that concept cars often don’t become reality. How many promises weren’t kept from car makers regarding environmentally friendly improvements? Many. So let’s bookmark this IAA, when announcing EVs was kinda trendy. And keep the most precious thing in mind here: delivery!

Management attitude

The powertrain is one thing. On the other hand self driving vehicles will turn upside down the way cars are being built, sold and used.

Self-driving vehicles are a hype, which has absolutely no solid grounds whatsoever, Matthias Müller, CEO Porsche

I assume this quote wonderfully suits all the others in history, misjudging the near future. It perfectly matches another infamous quote regarding Henry Ford around 1903 „The horse is here to stay, but the automobile is only a novelty – a fad.“

We ride in driverless public transportation, planes are navigated by computers, while humans aren’t capable of accelerating off a green light efficiently. It makes me wonder, how one can discredit such magnificent chronological order as a hype. Either Mr. Müller follows an agenda or he shares his personal opinion. If the latter is the case, his statement reflects heavily on the company he works for and might have a negative impact shortly. The challenges laying ahead add up Mount Everestish and each single one of them should be dignified with an absolut solid, investigative and open mind.

A piece of white paper

Donnerstag, 27. August 2015

My recent blog post „the great pretender“ about electric vehicles and what it could mean for us from an environmental point of view got a lot of attention (at least where I’m coming from). That attention made me think, what exactly makes Tesla so successful? I’m sure, that probably many smart people have already made statements about it. So mine won’t hurt, right?

As a car manufacturer these days you face a lot of challenges. The treehuggers are never satisfied, cities are congested and the young generation continues to ignore cars. Twens are more thrilled about Playstations, Social Media or Smartphones. The icing on the cake is a decreasing shell life of a new model, which puts a lot of pressure on the R&D department. Those shorter lifecycles must be compensated, which also means less time to play around.
The worst part in my opinion is leadership. While other employees their age would be retired already,  men in their 60s manage those companies as they did decades ago. Many of whom are surrounded by „yes-men“ prepping everything according to the likes of those in charge. If you listen to some stories, one gets the feeling there are only a few customers and their titles usually start with a „C“ and end with an „O“. The core problem is the lack of leadership. There is none, only management. No wonder those companies don’t invent anything. They constantly improve the status quo, but never challenge it. Even on the peak of success, one should never get tired question yourself, your organization and product.

In California Tesla once started with a white piece of paper. At least that’s how I imagine it. Mr. Musk handed out a stack of white paper and the basic requirements electric, four wheels and a steering wheel to his crew. And man, they really went crazy, but they are dead serious.

  • While others take years to decide on the format of a plug, Tesla builds the biggest supercharger network on earth
  • While others fight with their dealerships over price stability and service, Tesla sells cars over the internet, including rewards for recommendations
  • While others argue about existing battery power, Tesla uses Laptop cells to offer 300km or more on a single charge
  • While others need a facelift to improve their excisting vehicles, Tesla simply updates the firmware as if the car is an app on your iPhone. That is – by the way – exactly how Tesla will introduce self driving capabilities to some of its customers and learn by collecting the data during beta testing.

As Elon Musk put it, Model S is a computer on wheels. Audi, BMW, Toyota, VW etc cannot cope with this revolutional and radical approach. The heart of their cars is a shiny block of metal and sucks up fossil fuels, but all there is left in the future is digital. The smartest people on earth in the most innovative IT companies of the decade are ramping up new mobility devices and I fear, that the old economy will be eaten by the new economy one more time. And this would leave us here in Germany with a huge problem.

If only those CxOs would let their trouble makers, crazy one and rebels off the hook with a clean slate. They would fill white paper with technological advanced, fantastic ideas and even more crazy failures to finally come up with something truly unique, special or how the world would say „german engineering“. Encourage your staff to do the impossible, to think different and let them change the world for you, before the world changes without you. Your Kodak or Nokia moment is almost here, make us proud again. Lead, don’t manage!

 

 

The great pretender

Donnerstag, 20. August 2015

You may have heard from the Elvis song „The great pretender“. I’ve chosen this title wisely, because here in Germany – the home of automotive innovations of the world – our government and the car industry work hand in hand pretending, that drastic change isn’t needed. The topic e-mobility almost always lead to heated discussions, which are barely objective. Rare, very specific occasions are named, often mixed with wrong conclusions and a great lack of knowledge. Here comes the third power into place: the media. It does its part to keep people at bay, meaning „pro combustion engine“, because that’s what the big three in Germany want. Sell big, heavy gasoline monster.

Facts

First step in solving a problem is recognizing there is one. So let’s look at the facts and by doing so, there is no direct connection to e-mobility in the first place.

Power source

Our earth is dying and we, the humans, are causing it. Not one single sane mind would doubt climate change. We just had over 40 degrees twice this summer in Germany. All across the world our weather goes nuts with floods, droughts, tornados, you name it. With 7 billion people on the planet and soon +10 we simply cannot allow them our lifestyle, if this lifestyle is powered like we power ours: with oil, coal and nuclear. Because if we do, we are fucked. That’s why we need another solution.

That brings us to sustainable energy sources like wind, solar, tidal wave plants etc etc. As long as the moon stays where it is, we’ll have waves. Weather systems will arise, the wind will blow. As an icing on the cake we have this giant nuclear power reactor which will always (well at least a few million years or so) rise in the morning and set in the evening: The sun.  All those power generators have one thing in common: The energy comes pretty neatly packed in cables, transported straight to your door step. It’s electric!

Skeptics may say, that producing solar panels, windmills etc also causes pollution. Hell ya, I don’t doubt that. But so do power plants, oil fields, refineries etc.

Engine powered by source

Many critics also say, that the electricity is produced with dirty sources like coal. Yeah, that may or may not be the case. But there is one tiny little detail, which all of you doubter out there must keep in mind. Once you purchase a Diesel or Gas car, once a city decides to buy a fleet of Diesel buses for public transportation, you are stuck with this dirty energy source for life(time of the vehicle). An electric platform gives you adaptability, it is energy source agnostic!

The only conclusion out of this logic – as fragile it may be is – can only be, the car/ transport industry need to go electric.

Prejudices versus electric cars

Repeatedly those three arguments come to mind, when one discusses about e-mobility.

  1. Electric cars are too expensive
  2. Electric cars only drive for less than 200km
  3. Electric cars cannot be charged anywhere

The answers to those questions are simple and the funny thing: There is one single car company proofing them all wrong. Tesla Motors. A company founded years ago with one vehicle: A roadster with an insane price tag. But they learned, adapted, changed, learned again, improved and then introduced one of the most exciting cars there is: Tesla Model S.

  1. Batteries are expensive. As the car industry has done with innovations well in the past, introduce them in the luxury segment with fewer units but customers with deep pockets. Over lifetime the technology slowly vaporizes through the cracks until it ends up in a tiny little shit box (see Airbags, power steering etc.)
  2. Model S driver easily go beyond those 200km on a single charge. By the way, 50% of the public drives less than 10km to work roundtrip, another 30% reaches their desks after 50km (Source). I know, 99,9% of all reading this claim, that this isn’t true. Don’t go crazy on me, because you are the 20% minority.
  3. This one is funny. Girls blow dry in the morning and guys shave. Apparently the access to electricity seems not to be a huge problem. Again it is Tesla with its Supercharger network who helps you out here while not at home.

Tesla supercharger

Solutions offered by german carmakers

Plugin Hybrids

Just recently the german public television broadcasted a piece, locating the biggest preventer of e-mobility within the industry and the government. Vehicles like a Porsche Cayenne receive a little electric engine and can drive up to 20-50km fully electric. But mainly the electric engine is used to get a little extra kick out of the 0-100 km/h.

Supported by the german government those insane gasoline guzzlers can be accounted for to decrease the overall fleet consumption mix. Our government doesn’t help the car industry by protecting their laziness. They have slept through the Hybrids (see Toyota Prius) and never really created a similar success. The bosses only thought bigger, faster and more power, instead of having a closer look to those mega cities around the world and how traffic looks like there. I’m sorry to disclose this, but it’s not all green grass, blue skies and clean air everywhere. It is even harder to believe, if you look at the facts of VWs unit sales across the world. China is the biggest market with 35% of all sales. Ever been to a chinese city? Man, all of them host millions and you are lucky to see the sky once a day.

Real electric

Only BMW takes this task seriously. In the mid 2000s the board made a bold decision and invested heavily in BMWi. I really admire their entrepreneurial spirit, but they also didn’t go the extra mile. Somewhere along the way they lost courage. The fantastic looking i8 comes as a hybrid and only the roomy i3 is available as a pure electric version. One can argue design, but I recommend everyone to take it for a spin. It’s huge, drives super smooth and the concept of renewable materials is unique.

The rest isn’t very innovative but pretending. They take regular vehicles and transform them to electric vehicles. This is wrong in two ways:

  1. God damn it, I want everyone to see, that I’m a treehugger. A little blue „e“ on the back of my Golf doesn’t do it
  2. An electric concept is built completely different, starting with the battery pack on the floor and with the lack of an engine compartment. Those technical requirements hardly can be adjusted to a regular car.

How to do it right

Tesla.

Also Renault/ Nissan have some interesting vehicles available. Just a few weeks back another company turned off stealth mode and entered the arena, causing a lot of noise in this corner of the news: Faraday Future from Gardena, CA. What strikes me is the fact, that USA is all of the sudden the technology leader and driver, while Mercedes, Audi and BMW try to keep up with them. Back in the days they were laughing at Tesla and their vision. After best ratings in crash tests, customer satisfaction, awards after awards and higher sales figures in California than A8, 7 series and S class combined, laughter lapsed into silence.

The future

Norway and California state are openly discussing to ban combustion engines by 2025/ 2030. Older fellows remember the tough regulations from California for pollution and how this became a global trend. It comes without saying, that our industry leaders realize the challenge at hand. That’s why Audi has announced a competitor to the Tesla Model X by 2018. Interesting side note: Audi sells this new SUV as a Tesla fighter. Strange world, huh? From forward thinking to a follower within a couple of years. By the way, Audi doesn’t go all in, since the SUV is not built all electric. It comes with other power sources like – ring the bell – combustion engine.

The biggest challenge for electric transportation is more charging stations. I still cannot believe, that a small start up from California installs thousands of chargers across the globe, while Europe agreed on a common plug last year. Now I can hear Elon Musk and his team rolling on the floor laughing. Rumor has it, BMW was in contact with Tesla to use their supercharger network. Again, strange world, huh?! Oh, talking about strange: Tesla has opened up their patents for everyone to use. This Musk guy gives our old economy a real headache!

In UK they consider charging through the air while driving on special lanes on the road, Tesla will soon build the gigafactory and researchers across the world try to increase the density of batteries.

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I saved the worst for the final punchline. While google and Uber run pilots with (self driving) vehicles, there is one other tech giant supposedly entering the arena. Usually they literally destroy the old players or may transform them to suppliers. I’m talking fruits and I make a bet: If Apple really will sell cars, one of the big three in Germany will shrink to basically non-existant. And please, don’t argue with complexity and shit. They have so much money in cash, they can buy 2/3 of germans car industry and still have so much money left to book all advertising space in all car magazines in the world for decades.

 

The future is electric and I’m electrified. Go spark, share the love.

 

Wer bremst bei der e-Mobilität?

Freitag, 14. August 2015

Die ARD zeigt „Die Story im Ersten: Das Märchen von der Elektro-Mobilität“ und macht die Bremser in der e-Mobilität deutlich: Politik und Industrie wollen eigentlich keine e-mobilität. Mit Plugin Hybriden sollen die Klimaziele 2020 erreicht werden, indem deren Verbrauchswerte geschönt – man kann es gar nicht anders ausdrücken – werden.
Während Renault quasi im Bericht der ARD nicht vorkommt, wird immerhin Tesla kurz erwähnt. Der Fokus auf die deutsche Politik und Industrie ist meines Erachtens zu stark, und der Blick in die Welt (und vor allem Tesla aus USA) gerät viel zu kurz. Vor dem Hintergrund, dass in Megacities vor lauter Smog kaum noch Sicht herrscht (90% der Städte in China überschreiten die Grenzwerte), kann man diese sehr lokale Sichtweise von uns hier nur vernagelt nennen. Gerade die Autohersteller mit Absatzmärkten fernab von Wolfsburg, Stuttgart und München müssen das Problem doch erkennen und den Smog als Nebel des Grauen für Ihre jetzige Produktpalette erkennen. Doch die deutschen Hersteller sind nur erfinderisch beim Abgreifen von Subventionen, nicht aber in der Entwicklung.

JILIN, CHINA - JANUARY 22:  (CHINA OUT) Smog arrives at the banks of Songhua River due to the lowest temperature rises to minus 14 degrees celsius on January 22, 2015 in Jilin, Jilin province of China. The Air Quality Index in north China's Jilin province has risen to 260, indicating high pollution.  (Photo by ChinaFotoPress/ChinaFotoPress via Getty Images)

JILIN, CHINA – JANUARY 22: (CHINA OUT) Smog arrives at the banks of Songhua River due to the lowest temperature rises to minus 14 degrees celsius on January 22, 2015 in Jilin, Jilin province of China. The Air Quality Index in north China’s Jilin province has risen to 260, indicating high pollution. (Photo by ChinaFotoPress/ChinaFotoPress via Getty Images)

Der Präsident Bundesverband der e-Mobilität Kurt Sigl hat es bei 21:00 deutlich gesagt:

Bei Tesla findet die Zukunft der Akku Technologie statt, nicht bei uns. Ich denke das Thema ist durch.

Der Vorsprung von Tesla ist eigentlich nicht mehr aufzuholen. Autos, Ladenetz und Batteriewerk. Die Kombination ist die Fusion aus Vision und Ingenieurskunst. Nur leider ohne deutsche Hersteller, die sich noch in den Erfolgen von heute sonnen und die Zukunft verspielen. Mich erinnert das an den staatlichen Schutz einer dem Niedergang geweihten Industrie: Braunkohle. Jahrzehntelang wurde hier das Ruhrgebiet mit staatlicher Förderung künstlich am Leben gehalten.

Am Rande sei der Kommentar von Julian Weber, Leiter e-Moblität von BMW bei 11:05  zum teuren Preis des i3 noch hervorzuheben:

Weil er in dem 3er Produktportfolio als der innovativste Antriebsstrang am oberen Ende des 3ers steht. Wer ökologisch fahren will, also ein Premiumfahrzeug das vollkommen nachhaltig ist, der bekommt es bei uns zu diesem Preis.

Hier der Link zum kompletten Beitrag

paydirekt und Tesla

Dienstag, 04. August 2015

Aus aktuellem Anlass: paydirekt Meldung

Als ich die Einladung erhielt, auf der 20. Handelsblattagung im März’15 zum Thema „Privatkundengeschäft“ zu sprechen, konnte ich meine Rolle nicht ganz einordnen. Nach Rücksprache mit dem Veranstalter sollte ich mich auf die Kundenorientierung konzentrieren und hier eine Analogie zum derzeitigen Zustand dieses Geschäftsbereichs der Banken finden. (Programm).
Die aktuelle Meldung zu paydirekt aus der Presse rief meinen Vortrag von März in Erinnerung. Demzufolge steht der neue Zahldienst in den Startlöchern. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags gibt es nicht mal eine funktionierende Webseite. In Anbetracht der Tatsache, dass heute eine halbwegs begabter 10 Jähriger eine HTML Webseite bauen kann, würde ich gerne mit dem Sparkassenverband über deren Definition von „Startloch“ gerne mal philosophieren.

Anbei die Folien in chronologischer Reihenfolge mit dem entsprechenden Redetext.

Folie 1

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Im Jahr 2007/8 war ich bei Audi für das Branded Entertainment verantwortlich und wir steckten mitten in den Vorbereitungen für eine weltweite Marketingkampagne des Product Placement im Film Iron Man (hier eine Zusammenfassung als Video für interessierte Leser). Nach Außen lag der Fokus bei BMW, Audi und Mercedes auf hochgezüchteten, schweren Limousinen mit außerordentlichen Fahrleistungen.
Gleichzeitig aber gab es hinter verschlossenen Türen bei BMW eine richtungsweisende Entscheidung. Nämlich die Elektromobilität mit dem „Projekt i“ zu gestalten. Zudem gab es die Marke Tesla, die mit einem umgebauten Lotus ein einziges Fahrzeugmodell im Programm hatte.
Das Thema Elektro war nicht mehr als ein belächeltes Antriebskonzept für Ökoverrückte.

Folie 2

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Machen wir einen Sprung ins Jahr 2012. Audi präsentiert den Audi A4 mit Start/ Stop Technik.
Tesla präsentiert eine Oberklasse Limousine mit über 300km Reichweite und einem Alu Rahmen. Der Vorsprung durch Technik im Verbau von Alu Komponenten geriet nicht erst durch den Tesla ins Wanken. Doch wurde die Marke Tesla weiterhin nicht Ernst genommen.

Folie 3

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In 2013 feierte der BMW i3 in drei Mega Städten gleichzeitig Premiere und die Autoindustrie aus Deutschland belächelte das zugegebenermassen unglücklich aussehende Elektroauto. BMW hatte eine Milliardenwette abgeschlossen und löste ein.

Tesla räumte beim US Crashtest die höchste Punktzahl ab, die je eine Fahrzeug erzielte. Auch den europäischen Crashtest überstand der Tesla mit Bravour. Das Gelächter in der Branche wurde leiser.

Folie 4

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In 2014 einigte sich Europa auf einen gemeinsamen Stecker für E-Mobilität. Gleichzeitig waren die Stromkonzerne natürlich sofort vorne mit dabei, wenn es um s Geldverdienen geht und installierten Ihre Stromtankstellen im Ländle, Bundesland oder der Republik. Jeder mit seiner eigenen Technik, Abrechnung, Registrierung usw.

Gelächter im Saal

Tesla – ein „startup“ aus Kalifornien – verfünffachte die Anzahl des sogenannten Supercharger Netzwerks zum Vorjahr auf nun 2000 Ladestationen an 400 Standorten in USA, Europa und Asien. Man kann von San Diego nach Seattle oder New York, von Oslo nach Rom fahren. Auf dem Weg findet sich immer eine Ladestation von Tesla. Und weil das nicht schon verrückt genug ist, tanken Kunden mit Tesla Model S 85 gratis. Für. Immer.

Fazit

Da kommt ein Startup mit einer klaren Vision und noch mehr Lösungsorientierung und wird von seinen Kunden verehrt (höchste Zufriedenheitswerte der Industrie). Tesla löste die bim Kunden bekannten Problemstellungen: Reichweite, Ladestationen, hohe Kosten. Tesla verkaufte in Kalifornien zeitweise mehr Model S als S Klasse, 7er und A8 zusammen. Die OEM aus Deutschland haben geschlafen und ihren Produkten eine Evolution nach der anderen geschenkt. Aber eine Revolution wurde nicht zugelassen, echte Innovationen beginnen auf einem weißen Blatt Papier bei Tesla, Google und neuerdings Apple.

Was das alles mit paydirekt zu tun hat?
Elon Musk – der Mann hinter Tesla – war 2000 Mitgründer von PayPal. Nach 15 Jahren wacht der deutsche Bankenapparat auf und merkt „Ui, dieser e-commerce setzt sich doch irgendwie durch und selbst ich (60 Jahre, Sparkassenvorstand in Buxtehude und Mitglied im Schützenverein) habe schon mal was im Internet gekauft und //Trommelwirbel// bezahlt.“ Da darf man die Banken schon fragen, was sie die letzten Jahre über gemacht haben?

Doch damit nicht genug. Die nun geplante Lösung ist für Webseiten gedacht und ignoriert damit die größte Erfolgsgeschichte seit Menschengedenken: das Smartphone. Anbei ein paar Statistiken zum Thema digitale Revolution mit dem Smartphone. Vielleicht besinnt man sich bei paydirekt nochmal, obwohl ich vermute, dass das erst im Jahr 2025 durchdringt.

  • Zum Marktstart des iPhone 6 verkaufte Apple am ersten Wochenende mehr Rechenleistung, als alle verfügbaren Computer auf der Erde in 1995 zusammbrachten
  • Es gibt 5x mehr Mobiltelefone als PCs
  • Das Einkaufsvolumen über Smartphones erreicht im Jahr 2018 ca 700 Mrd $ nach 182 Mrd in 2013
  • In zwei Jahren werden 1 Mrd Menschen mit einer Geschwindigkeit von 4G mobile surfen
  • 189 Mio Facebook Nutzer sind „mobile only“ und bereits 30% der Werbeeinnahmen werden mobil generiert
  • 91% der Amerikaner sagen, dass ihr Smartphone 24/7 in Greifreichweite ist

Reicht das?

Zu langsam. Keine Kundenorientierung. Und überhaupt nicht cool (mal das Logo gesehen?). Kümmert Euch lieber um s Online Banking und macht das schöner und über eine App erreichbar. Der drops ist mit PayPal und Apple Pay gelutscht.

 

Der Mythos um die e-Mobilität

Mittwoch, 07. März 2012

Derzeit logieren in Genf wieder die Granden der Automobilindustrie und mit Ihnen die Fans dieser Art der Fortbewegung. Kaum eine Zeitung, die nicht über Prototypen, Designikonen oder Ausgeburten der PS Schlacht berichtet. Doch in all dem Lärm gehen die alternativen Antriebe meiner Meinung nach unter. Es festigt sich nach dem Debakel rund um den Volt der Eindruck, dass das Elektroauto und die e-Mobilität doch nicht den ersehnten Durchbruch findet.

Zum Einen ist das eine politisch getriebene Diskussion – vor allem in Deutschland. Aber auch andere europäische Staaten sehen in der neuen Technologie ein Problem für Ihre Autoindustrie und so werden immer wieder sparsamere Verbrennungsmotoren in immer größer werdende Fahrzeuge verbaut. Mit dem Resultat, dass der Verbrauch nominal ein wenig sinkt, doch echte Sprünge nicht stattfinden. Wer sich die Mühe macht ein wenig über den Tellerrand zu blicken, wird erstaunt sein, was es da draußen bereits alles gibt. Während hier immer wieder alles schlecht geredet wird, ist man anderswo bereits enteilt. Doch bevor ich auf die wahren Technologieführer zu sprechen komme, möchte ich die Liste der Gegenargumente unserer Autoindustrie kurz nennen.

Strom ist dreckige Energie
Nun, diese Aussage ist per se schon mal falsch, denn es kommt auf die Quelle an. Natürlich ist Strom aus einem Kohlekraftwerk mitnichten eine Entlastung für unser Klimaproblem, doch gleichzeitig muss festgehalten werden, dass ich mit dem Antriebskonzept Elektro extrem flexibel bin.
Während der Benziner (Diesel gleichbedeutend – der Kürze wegen entfallend) in seiner Lebensdauer von ca. 8-10 Jahren immer nur auf Benzin angewiesen ist, dass aus nicht erneuerbaren Energien erzeugt wird, kann der Betreiber eines E-mobils sich der rasant voranschreitenden Energiewende anpassen. Die Steckdose bleibt gleich, nur die Produktionsart ändert sich und somit der umweltfreundliche Anteil.

Die Reichweite ist zu gering
Heutzutage kommem Stromer bereits >100km weit. Der Einwand, damit komme man nicht nach Italien ist natürlich richtig, aber – pardon – wieder typisch deutsch. Niemand will ernsthaft mit einem E-Auto von Hamburg nach Rimini fahren. Darum geht es überhaupt nicht, nur wird dieses Argument immer wieder vorgeschoben, weil es so schön „totschlägt“.
Die Hälfte der Pendler in BW legt auf dem Weg zur Arbeit einen Weg unter 10km zurück (Quelle sowie hier), in der ganzen Republik liegt der Anteil aller Fahrten bis 50km selbst in der Fläche bei nur 30%. Folglich kann ein Großteil ohne Probleme Stromer nutzen. Doch es ist wie mit der Richtgeschwindigkeit: Menschen kaufen sich Autos mit >200PS für den theoretischen Fall, dass wenn es frei ist man 230km/h fahren könnte(!).

Die Elektrifizierung geht einher mit einem Umdenken in der Mobilität. In Deutschland ist der Rückgang der Faszination für das Auto zu spüren, aber nicht allgegenwärtig. Auch sind wir Deutschen verschont von verstopften Städten. Jeder der einmal in echten Ballungsräumen wie London, Los Angeles oder Beijing war, weiß wie man Stau richtig definiert. Und genau dort setzt die Idee mit den Stromern an. Gleichzeitig ist der Begriff Eigentümer in Zukunft durch Nutzer zu ersetzen. Nicht jeder benötigt ein Auto und nüchtern betrachtet ist ein Auto in der Mehrheit der Eigentümer eine einzigartige Kapitalvernichtung bei extrem geringer Nutzung. Zehntausende Euro stehen 22Std pro Tag nutzlos in der Gegend und kosten dann sogar noch Standgebühr in Form von Tiefgaragenplätzen oder Parkgebühren.
Natürlich ist das ein großer Schritt. Eine echte Umstellung. Das Gewohnheitstier Mensch muß umdenken und der Deutsche seine Leidenschaft zu 1.5t Blech neu überdenken. Doch wir leben nicht nur in Deutschland und andere Länder haben die Probleme vor der Tür. Jeden Tag. Unsere Hersteller wollen dort auch noch in 10 Jahren Ihre Benziner absetzen. Es ist allerdings zweifelhaft, ob diese Rechnung aufgeht. Volkswagen hat diese Entwicklung komplett verschlafen. Als Europas größter Autohersteller hat dieser Konzern verbohrt auf Diesel gesetzt und Hybrid ignoriert. Angetrieben von „höher, schneller, weiter“ wollte man am liebsten 500PS in einen Polo knallen. Die Nibelungentreue der Kundschaft ist mir schleierhaft, doch sorgte VW clevererweise mit Billigmarken selber dafür, dass Abwanderer trotzdem im Konzern bleiben. Dafür großes Lob.

Unterm Strich kann also festgehalten werden, dass die Reichweite von Elektroautos für einen Großteil der täglichen Fortbewegung völlig ausreichend ist.

Es gibt keine Ladestationen
Natürlich sähe das lustig aus, würden hier in München aus allen Fenstern Verlängerungskabel auf die Strasse hängen – obwohl, dann könnte ich endlich mein iPhone mit dauerschwachem Akku zwischenlanden?! Die Tankstellen wurden auch nicht über Nacht flächendeckend über Deutschland verstreut. Und bitte suchen Sie mal eine Tankstelle im Stadtkern von München.
Hier ist natürlich die Stadt gefragt. Wieso gibt es schon seit Jahren in Kalifornien in Parkhäusern reservierte Plätze für Stromer mit Ladestationen? Damit die Einschläge etwas näher kommen: Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, als in Oslo futuristische Ladesäulen auf verschiedensten Parkplätzen ein ganzes Heer von Stromern mit Energie versorgte. Oslo liegt in Norwegen. Da ist es eigentlich immer dunkel – Stromverbrauch Scheinwerfer – und mitunter etwas frischer als in Deutschland – schlecht für die Batterien (angeblich). Nun, die Stromer sind aber da. Nicht einer, viele!

Die Infrastruktur muß geschaffen werden. Intelligent und vor allem konsequent. Wer sich einmal die Mühe macht in China nicht den Errichter unzähliger Kohlekraftwerke zu sehen, wird mit Entsetzen feststellen, dass die Chinesen einen Automarkt für 2020 mit >45Mio Fahrzeugen prognostizieren. Weil das allerdings nicht mit Benzinern funktionieren wird, geht man in China krasse Schritte. Der Anteil an energiealternativen Fahrzeugen soll in 8 Jahren bei sagenhaften 50% liegen. Das sind 20Mio Autos, die doppelte Jahresproduktion von VW. Und von denen würde nicht eines dieser Autos kommen – Stand heute.
China betreibt heute schon Taxiflotten in Großstädten die rein elektrisch fahren. Taxis! Sogar Busse. Diese teilen sich Ladestationen. Nachts die Busse, tagsüber die Taxis mit einer Ladezeit von 20-40min. Das entspricht ungefähr der Mittagspause.

Während hier also ständig nur sagen, wieso es nicht geht, werden in China Tatsachen geschaffen.

Stromer sind zu schwer
Eine sehr beliebte Aussage. Und so falsch. Fakt ist, dass die Autobauer grundsätzlich ein Problem mit dem Gewicht haben und das mit angeblich immer neue Anforderungen der Kunden begründen. Die Hersteller packen die Autos immer weiter voll mit irgendwelchen Dingen, die kaum ein Mensch braucht und erhöhen dabei das Gewicht. Denn sobald etwas in Masse hergestellt wird, kann es günstiger eingekauft werden. Deswegen ist ein neuer Golf meist teurer als der alte. Die Augenwischerei gipfelt dann in dem schönen Wort ausstattungsbereinigt. Das unterm Strich nicht der Kunde ein paar 100 EUR spart, sondern der Konzern richtig Asche macht, fällt hinten herunter.
Ein weiteres Problem ist die Bauart der Fahrzeuge. Immer größer, höher und damit schwerer. Die SUV Schwemme nimmt weiterhin rasant zu und mittlerweile werden Kleinwagen in der Höhe aufgeblasen und auf absurde große Räder gestellt. Der Kunde will es ja. Höchste Zeit, dass der Staat hier regulierend eingreift.

Das eigentliche Probleme der schweren Stromer ist allerdings, dass alle in herkömmliche Benziner Elektromotoren einbauen. Dabei wird die sagenumwobene deutsche Ingenieurskunst ad absurdum geführt, denn die Anforderungen an einen Eurofighter und einen Helikopter könnten unterschiedlicher nicht sein. Auch wenn beide fliegen.
Bauartbedingt ist die Gestaltung eines E-Autos anders und bietet auch Tricks, die in einem Benziner nicht funktionieren. Dazu müssen E-Autos leichter werden und Verbundstoffe kommen zu Einsatz. Sagte ich vorhin „alle“, so nehme ich hier einen kleinen deutschen Premiumhersteller aus.

Ein Loblied auf die Konsequenz von BMW
Die Konsequenz mit der BMW Entwicklungen durchzieht ist meiner Meinung nach einzigartig. Etwa im Jahr 2002/3 beschloss der Vorstand die Technik „Efficient dynamic“, während zu dieser Zeit andere noch vom 16 Zylinder träumten. In der Automobilindustrie gibt es lange Entwicklungszyklen und umso mehr ist bewundernswert, wie weitsichtig man bei BMW agierte.
Gleiches gilt für BMW i. Die Entscheidung für ein rein elektrisches Fahrzeug wurde gefällt und auch konsequent umgesetzt. Der Benziner wird nicht umgebaut, sondern ein Stromer von Grund auf neu entwickelt. Die Überzeugung der Münchner geht sogar so weit, gleich eine strategische Beteiligung an einem Karbonhersteller einzugehen – der Stoff aus dem die Träume der Zukunft sind. Obendrauf sattelt BMW dann noch das carsharing Modell drive-now, um in einigen Städten zu testen, wie Mobilität in der Zukunft funktionieren könnte. Nach meinem letzten Kenntnisstand wird drive-now bereits auf andere Städte ausgeweitet, weil es in München so gut angekommen ist.
Ich freue mich schon auf i3 und i7. Gerne zahle ich auch etwas mehr für die Fahrt. Denn dann ist umweltfreundliches Fahren wirklich endlich total hipp; denn wenn s in München funktioniert, dann doch wohl überall.

(Quelle bzw eine berauschende Präsentation zum Thema E-Technik in China)