Archiv für die Kategorie ‘Product Placement’

Die Filmpiraten ruinieren Hollywood

Donnerstag, 26. Januar 2012

Aus gegebenem aktuellem Anlass (#SOPA und #PIPA) lohnt sich ein Blick auf die Traumfabrik und deren Geschäftsmodell.
Weltweit Einfluss und Macht gewonnen durch die grosse Leinwand, hat der Tanker Hollywood in der Regel Trends kreiert. In dieser Rolle fühlt und fühlte man sich sehr wohl und dem ist offensichtlich auch dieses ganze chaotische bis exzessive Wichtigtuerische geschuldet. Man nimmt sich selbst als unersetzlich wahr, oder verkauft es zumindest als das. In all dem Gigantismus wuchsen die Produktionskosten der Filme bis nach Absurdistan, vor allem in der Breite. Inflationsbereinigt (Ticketpreise) gilt noch heute Kleopatra mit Liz Taylor mit $408.000.000
als teuerster Film aller Zeiten, doch die Schwelle von $100Mio oder gar 200 wird heute öfters durchbrochen. Für alle Statistik Fans sei erwähnt, dass Terminator2 als erster die drei Stellen durchbrach und Titanic wenig später die 200er Marke knackte.
Haupttreiber der Kosten sind die Gehälter der Schauspieler mit wenigen Ausnahmen aufgrund der Technik (wie z.B. Star Wars, Avatar oder Harry Potter). Nicht selten lassen sich die Damen und Herren nicht nur mit einer Gage sondern auch mit Alimenten (Umsatzbeteiligung) bezahlen. Bevor also ein Verleiher Geld sieht, werden dann erst die Stars ausbezahlt. Halten wir also fest, dass die Kosten stark gestiegen sind.

Währenddessen fristete das TV Geschäft ein Schattendasein. Erst Mitte der 90er erwachte dieser Teil aus dem Dornröschenschlaf mit Serien wie Seinfeld und Ally McBeal. Echte Strassenfeger. Gerade letztere entwuchs dem schäbigen Studiolook, der noch heute in vielen deutschen Nachmittagsserien zu finden ist. Als HBO dann die Sopranos, Entourage oder Desperate Housewifes aus der Taufe hob, holte TV enorm auf. Vor 1995 war es für einen Kinodarsteller ein Abstieg im TV aufzutreten. Heute hüpfen einige hin und her, ohne Schaden zu nehmen. Spätestens seit Serien wie Lost ist das Niveau an Set und Komplexität auf ebenbürtigem Niveau. Damit stiegen aber auch wieder die Gagen. Es wird kolportiert, dass Charlie Sheen mehr als $ 1Mio pro Folge erhalten hat, bevor er sich aus der Serie soff.

Das eigentliche Problem von Hollywood ist aber die Verwertungskette. Früher führte nichts an der Leinwand vorbei. Im Anschluss kam die Videothek mit VHS Kassetten (für meine jungen Leser: das waren buchgrosse schwarze Plastikblöcke, in denen ein braunes hauchdünnes Band die Filminformationen enthielt) und dann die Ausstrahlung im Fernsehen. Die Bezahlsender schoben sich irgendwann zwischen Videothek und „öffentliches“ TV und stellten für die Filmproduzenten kein Problem dar. Das entstand durch die DVD im Jahr 1997. Denn erstmals lagen die Daten digital vor und konnten verlustfrei kopiert werden. Seit 15 Jahren also kennt Hollywood das Problem, auch wenn sie vielleicht in den ersten Jahren nicht unbedingt überrissen hatten, was auf sie zukommt.
Doch konnten Sie vorher Ihre schlechten Produktionen und vor allem Ihre schlechten Produktionsprozesse durch eine kontrollierte Verwertungskette ausgleichen, zerschlug die neue Technik diesen Knoten und viele Szenarien brachen sich gleichzeitig Bahn. Die Gagen wuchsen und damit die Produktionskosten und Ticketpreise, die schlechte Organisation kostete weiterhin viel Geld und die Konsumenten hatten plötzlich einen Hebel – den verlustfreien Genuss von Filmen. In der Verwertungskette erhielt die DVD ihr eigenes Fenster -was dem der Videokassette entsprach und alle werkelten weiter. Am Horizont tauchte dann die Blue Ray auf und Hollywood glaubte hier an den nächsten Goldesel. Pseudo Qualitätszuwachs zu einem noch höheren Preis liesse sich doch sicher gut verkaufen.

Der Konsument aber hebelte fröhlich weiter, bestärkt durch einen Visionär namens Steve Jobs. Der sagte der neuen Technik den Tod bereits vor der Geburt voraus. Denn Streaming ist der nächste grosse Hit. Der physische Besitz einer glänzenden Scheibe ist zu vernachlässigen, zumal Filme in der Regel nur einmal geschaut werden. Die Logistik bei einem Stream ist auch geringer, da die Daten ja sowieso entsprechend vorliegen. Doch Hollywood ignorierte Steve und liess ihn mit seinem iTunes werkeln. Interessant sei hier anzumerken, dass vermutlich 75% der Pseudo McWichtig aus Hollywood mit den weißen Ohrstöpseln auf Ihren Steppern irgendwo in einer kalifornischen Fitnesshalle gegen Ihre Orangenhaut ankämpften und dabei Musik aus „diesem iTunes“ hörten.
Stattdessen ersann man die Strategie, den Piraten die Schuld an allem in die Schuhe zu schieben und Sie als Verbrecher zu brandmarken – was rechtlich ja auch stimmt. Doch eigentlich stellten sie damit jeden Konsument der Ware „Hollywood“ unter Generalverdacht. Denn Hand auf s Herz, wir haben früher alle Kopien von Kopien mit unseren Kassettenrekordern gemacht, weil uns das Lied X fehlte. Niemand hat uns da in eine Zelle sperren wollen. Nur als das plötzlich digital in 1a Qualität ging, sollte es plötzlich so schlimm wie Totschlag sein? Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass der Konsument die Ware mag, vielleicht sogar liebt und bewusst etwas unrechtes tut, um sie zu geniessen.

Stop! Hier ist der eigentliche Ansatz von Hollywood. Wieso muss Apple – ein Computerhersteller (damals) – einen neuen Vertriebsweg ersinnen, wo doch die ach so von der Piraterie geplagten Kreativen nicht kreativ genug sind, sich so was auszudenken? Bis heute fehlt Hollywood eine Plattform, die dem neuen Medienverhalten der Menschen gerecht wird. Dabei bedient die Traumfabrik wie keine andere die junge Zielgruppe mit passenden Inhalten, aber möchte denen die alten Vertriebswege aufzwängen. Das wäre in etwa so, als würde ich meiner Cousine einen VHS Rekorder zu Weihnachten schenken. Für das TV hat man mit hulu.com einen ersten Schritt unternommen, der auch gut ankommt. Einfach und simpel sollte es sein. Dann ist der Endverbraucher auch gewillt etwas zu bezahlen. Das unerlaubte Vervielfältigen werden Sie aber nie abstellen, konnten sie früher auch nicht. Freunde tauschen untereinander CDs, DVDs oder Dateien – das war so und bleibt so.

Zu guter letzt vielleicht noch zwei Ratschläge an Hollywood: Leute gehen auch gerne ins Kino, wenn nicht aus allem Geld gemacht wird und die Ticketpreise ständig steigen – 3D ist toll, aber nicht nur wegen Mehrumsatz an der Kinokasse. Und Nummer 2 ist der Anspruch an Geschichten. Man hat den Eindruck, es gebe nur noch Fortsetzungen oder Neuverfilmungen. Verzaubert uns, laßt uns staunen, schockiert uns – aber bitte seid dabei kreativ.
Mir sei erlaubt, eine aktuelle Kinoempfehlung abzugeben: Drive. Grosses Kino mit einem grossen Ryan Gossling – unbedingt im Original ansehen!

Interessanter Beitrag: siehe hier

Dokumentationen sind schlimmer als Product Placement

Freitag, 16. Dezember 2011

Bereits vor 4 Tagen habe ich mich kurz auf google+ dem Thema angenommen, als der Spiegel die Untersuchungsergebnisse der Befragung von knapp 900 Jugendlichen zu sogenannten Dokumentationen (neudeutsch scripted Reality) veröffentlichte. Das Blatt legte noch einmal nach und fragte bei RTL direkt nach.
Zunächst einmal die Ergebnisse in Kürze: 50% der Jugendlichen glauben, Formate wie „Die Schulermittler“ stellen wahre Geschichten dar, 30% denken sogar es seien Dokumentationen von echten Familien/ Geschehnissen. Der Anteil von Hauptschülern als Zielgruppe ist hoch und gleichzeitig sind es auch diejenigen, die es eher als Realität einstufen.
Die Quote dieser billigen, realitätsfremden Sendungen ist selbst bei Kindern zwischen 6-12 Jahren mit 25% enorm. Bei dem bis 18 jährigen steigt es noch an.

Wirklich beschämend wird es erst, als der RTL Sprecher sich äußert. Da kommen einem – wenn auch nur kurz – Zensurgedanken hoch.
Laut einer Forsa-Umfrage glauben nur 18 Prozent aller Über-14-Jährigen, das bei „Familien im Brennpunkt“ und ähnlichen Sendungen tatsächliche Geschehnisse gezeigt werden. Doch über 60% ist es gleichgültig, ob es Real oder fiktiv ist.
Den Vogel schießt der Pressesprecher vom Schundkanal mit diesen Worten ab: „die Eltern sollten Ihre Kinder schon beim Fernsehen begleiten und Ihnen die Vorgänge erklären.“ Ach ja?
Wenn ich mich recht erinnere ist es um 14 Uhr KINDERprogramm und sollte daher keiner Anleitung bedürfen. „Heidi“ ging damals auch ohne meine Eltern.
Doch ich will den Sender in Schutz nehmen; ein klein wenig! Eigentlich sollte man die Produkte/ Firmen an den Pranger stellen, die mit Ihrer Werbung diese Qualität an Programm auch noch fördern.

Wenn ich mir all das anschaue und im Vergleich den öffentlichen Druck – vor allem auch der Medien – hinsichtlich product placement betrachte, frage ich mich erneut, was die Hexenjagd auf integrierte Werbung soll?
Jemand den neuen „MI4“ gesehen? Wer glaubt denn, dass BMW da zufällig drin ist? Und jetzt die Schlüsselfrage: Wieso wäre es schädlich, falls es jemand glaubt?
Der Film ist ein Film. Fiktiv. Das begreifen auch Kinder. Es ist eine Welt in die man abtaucht und die einen unterhält. Doch wie so oft in Deutschland haben Bürokraten das Zepter in der Hand, gepaart mit einer zutiefst ineffizienten, machtgesteuerten öffentlichen TV Landschaft, die Ihren eigentlichen Auftrag der regierungsunabhängigen Informationsversorgung bis auf Unterhaltung ausgedehnt hat. Tja und dann beim Thema Unterhaltung kläglich versagt. Wen wundert es? Beamte, die Fernsehen machen….

BMW meldet sich zurück

Montag, 01. August 2011

Lange war es ruhig um die Niere aus München – wenn man Hollywood Placement als Maßstab nimmt.

Der Trailer von Mission Impossible 4 läßt allerdings erahnen, dass BMW wohl nicht nur einen 6er schrottet, sondern auch sehr zukünftig mit einem i8 unterwegs ist.

Die neue Agentur wiederholt wohl den „Stunt“ des alten Arbeitgebers Audi in „I, Robot“. Der RSQ führte damals in eine ferne Zukunft, landete aber nur wenig später als Audi R8 in den Verkaufsräumen. Man darf gespannt sein, was sonst noch so passiert.
In dem Zusammenhang ist es um die 4 Ringe sehr ruhig geworden. Preschte Audi doch mit signifikanten Platzierungen im internationalen Kino voran – ganz nach dem Motto Vorsprung durch Technik – kehrte nun seit nun mehr zwei Jahren fast völlige Stille ein. Schade eigentlich, denn viele Sperrspitzen automobiler Integrationen stammen aus dem Hause Ingolstadt und haben nicht zuletzt für den guten Ruf der Marke gesorgt.

Kunst und Kommerz schließen sich nicht einander aus

Mittwoch, 06. April 2011

Der wochenlange Streit um die Fortsetzung der erfolgreichen TV Serie Mad Men zog einige Branchenvertreter in ihren Bann. Hierbei ging es immer wieder um das Thema Product Placement und die Finanzierungslücke, die es laut dem Sender AMC für die neuen Staffeln gäbe.
Natürlich ging es letztlich nur um die Steigerung des Profits. Sender und Produzent schoben sich den schwarzen Peter zu, wieviel Product Placement nun gut für die Serie wäre. Interessant dabei ist, dass Mad Men schon seit der ersten Staffel regelmäßig Produkte und Marken prominent gezeigt hat. Das Mysterium dabei ist jedoch die Information, welche der Marken kostenfrei oder gegen horrende Gebühren ins rechte Licht gerückt wurden. Am Ende einigten sich alle; dies umfaßt auch die Information zu den Placementgebühren.

Doch für alle Kritiker – vor allem hier in Deutschland – hinsichtlich von Marken/ Werbung im Programm und die damit vermeintlich einhergehende Qualitätsminderung sei nebenbei angemerkt, dass Mad Men 4 Golden Globes und 13 Emmy abgeräumt hat. Anspruchsvolle Filme wie 127 Stunden oder The Fighter sind auch mit Produktplatzierungen versehen, und Kritikern wird es schwer fallen, diese cineastischen Höhepunkte als Werbetrash abzutun.
Am Ende ist und bleibt das Drehbuch die Basis für einen guten oder schlechten Film und nicht, ob die Werbeindustrie mit ihren Geldern bei Product Placement dem Budget ein wenig unter die Arme greift.

BEO zieht ein Resumee nach einem Jahr Placement

Mittwoch, 23. März 2011

Einen sehr schönen Satz zum Thema habe ich bei BEO gefunden: „Herrschte bis vor einem Jahr weitgehend Konsens darüber, dass Product Placement die Einbindung in Filme und Serien meinte, sind mit der Liberalisierung Shows in den Mittelpunkt gerückt. Gerade hier aber geht eine der Stärken des Instrumentes verloren. Eine glaubhafte Einbindung in Shows ist für viele Produkte kaum möglich.“

Nach einem Jahr steht meines Erachtens Product Placement exakt da, wo es vorher auch schon stand. Zum Einen werden in der Branche die Begrifflichkeiten verwirrend genutzt ( eine Beteiligung in der Werbepause einer TV Sendung ist kein Placement, sondern Sponsoring) und andererseits das Thema nach wie vor tot geredet.
Es ist schon interessant zu beobachten, dass Firmen/ Marken auf der Suche nach einer einmaligeren Aufmerksamkeitsidee immer wieder am Product Placement vorbeischrammen, es aber nicht richtig anpacken. Das dürfte mitunter vor allem an den fehlenden Angeboten im fiktionalen Bereich liegen, der in der deutschen privaten TV Landschaft sträflich vernachlässigt wird. Stattdessen kauft man lieber Serien in Übersee. Erschwerend kommt hinzu, dass Unternehmen sich von Ablegern der Vermarkter beraten lassen und dabei regelmäßig sponsorn, statt zu placen.

Ja, Placement ist anstrengend und keine 08/15 Werbeform. Deswegen wird sie aber so gerne genutzt; z.B. in den USA. Dort muß auch niemand Studien vorlegen, ob es denn funktioniert. Die Firmen wissen das und im Grunde weiß es hier in D seit Aston Martin in James Bond auch jeder.

Zitat Quelle

Apple bleibt unangefochten die Nr.1 im Product Placement

Montag, 28. Februar 2011

Auch im Jahr 2010 führt der Obsthändler aus Kalifornien die Liste der Firmen an, die sich für die Produktintegration entscheiden. In 10 von 33 Filmen aus den Topcharts spielten Produkte von Apple mit, gefolgt von Chevi und Nike mit 24%. Das ist ein Abstieg zum Vorjahr, als noch 44% der erfolgreichsten Filme mit den Produkten versehen waren.
Eine Erklärung hierfür ist das strengere Regiment von Sony Pictures, die Konkurrenzprodukte aus Ihren Produktionen zu verbannen. Letztlich zeigt sich aber, dass nicht wie überall vermutet nur Autohersteller Placement betreiben, weil die ja so auffällig sind. Apple blickt auf eine lange Tradition im Placement zurück und rückt seine Produkte auf diese Weise immer wieder in den „hippen“ Fokus.

Versteckte Werbung bei Wetten, daß…?

Mittwoch, 26. Januar 2011

Bei der Clearingstelle des ZDF dürften die letzten Tage ziemlich viele Überstunden anfallen. Und die Mitarbeiter tun mir sogar irgendwie leid!
Doch die Recherche einiger Medien bzgl. möglicher Placements oder „Schleichwerbung“ geschieht nicht, um den Zuschauer zu schützen. Der ist seit Jahren an Placement gewöhnt. Letztlich dreht es sich nur um die Finanzierung der öffentl-rechtl. Sender durch die Bevölkerung im Vergleich zur Geldbeschaffung der privaten Konkurrenz. Aber der Reihe nach…

Die Bild Zeitung nimmt Anlauf, um sogenannte Schleichwerbung des Senders aufzudecken. Der Redakteur beweist ja mit dem Titel Auch bei Wetten, daß…? versteckte Werbung sogar äußerst viel Sinn für Humor. Die Königin der Biere hätte sich für 1.2 Mio 483 Sekunden Werbung erschlichen. Moment mal: 483 geteilt durch 30 ist gleich 16,1 Spots zu € 74.500 für ein Logo zwischen Köpfen im Hintergrund – ziemlich happig. Doch von verstecken zu sprechen, finde ich in Anbetracht omnipräsenter deutscher Autobauer in den letzten Jahren der Show für eine Verniedlichung. Die Skandale im öffentl.-rechtl. TV reihen sich aneinander und der Aufschrei der Presse kommt in schöner Regelmäßigkeit. Ähnlich der Beschwerde über zu hohe Benzinpreisen vor den Sommerferien.
Doch wen interessiert das Ganze eigentlich? Den Zuschauer sicher nicht, denn juristische Spitzfindigkeiten wie Schleichwerbung, Product Placement oder Beistellung sind lokale Probleme. Das Programm soll doch im wahren Leben spielen, und da fahren Leute Auto, essen Yoghurt oder telefonieren. Dass hier Menschen beschäftigt werden, die sich Fantasieprodukte ausdenken, nur damit die Clearingstelle o.ä. Einrichtungen nicht den Verdacht der Schleichwerbung anheimfallen ist doch absurd! Der Zuschauer braucht keinen Schutz vor der Industrie und schon gar nicht die öffentliche Heuchelei, daß man sich um ihn sorge.

Es geht hier letztlich nur um Eines; nämlich Geld. Um sehr viel Geld. Auch wenn in Zeiten der Finanzkrise hohe Beträge zur Normalität wurden, so reden wir von den ca 7 GEZ Milliarden, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern verpulvert werden. Mit diesem Geld sollte man eigentlich auskommen, vergleicht man die Bilanzen von börsennotierten Sendeanstalten im Vergleich. Doch haushalten steht nicht in den Statuten der öffentl.-rechtl Sender. Beispiele gefällig?
Die Verwaltung der Studios für die Sendung plusminus in der ARD erinnert eher an Plan- statt Marktwirtschaft. So gibt es diverse Länderstudios mit Technik, Ausstattung und natürlich Personal -inkl. Moderator(en). In der freien Wirtschaft gäbe es genau ein Studio für die paar Sendungen im Jahr. Doch da die Länder auf Ihre Individualität pochen, halten die sich das in mehrfacher Ausführung. Oder was hat es eigentlich mit Bildung zu tun, teure Stars wie Gottschalk, Schmidt und Co einzukaufen? Hinsichtlich des Bildungsauftrag bin ich bei vielen Sendungen noch nicht fündig geworden.
Jedoch möchte ich nicht mit der sogenannten Qualitätsdebatte beginnen, denn über Geschmack läßt sich bekanntlich trefflich streiten. Doch dem Argument der Qualitätsgarantie durch GEZ finanziertes Vollprogramm möchte ich klar widersprechen. So kommen zwar viele schlechte Trends wie z.B. das Realitätsfernsehen aus den USA, gleichzeitig werden dort aber Serien und Filme für das TV mit anspruchsvoller Handlung in hochwertiger Drehtechnik hergestellt. Sprich: Ohne GEZ ist unser TV Programm nicht nur noch RTL 2; es würde beides geben. Zudem wäre ich gerne bereit für die Infoversorgung € 5 im Monat für einen n-TV artigen Sender der ARD zu zahlen. Unabhängige Nachrichten wie „Monitor“, „plusminus“ usw. im 24h Vollprogramm. Da findet sich auch sicher noch ein Platz für Anne Will.

P.S. Wird eigentlich wer hysterisch, wenn Axel Schulz auf seinem Boxerschädel ständig diese Fackelmann Mütze trägt? Das macht der doch freiwillig, weil ihm die so gut gefällt. Der Dieter wird doch auch noch Polos tragen dürfen, die er mag (siehe dritter Link).

Links aus der Presse zum aktuellen Skandälchen um ein Parfum
Handelsblatt
bild.de
bild.de

Die Geschichte von Product Placement in Bildern

Donnerstag, 20. Januar 2011

Auch wenn einige uns glauben machen wollen, PP wäre eine totale Innovation, so zeigt der Clip eine Zusammenfassung berühmter und sicherlich auch vergessener Integrationen.
Am Ende wird der Rekordhalter und PP König gekürt. Obwohl es für Firmen nicht unbedingt attraktiv ist, sich im Film mit zahlreichen anderen Marken herumzuschlagen, so scheint es den Marketingverantwortlichen in diesem konkreten Fall sch**ßegal zu sein.

Das werte ich erneut als einen Beleg für die Wirkung dieses brandneuen, innovativen Marketingwerkzeugs.

„Product Placement wirkt, aber stört nicht“ ist eine neue Erkenntnis

Freitag, 14. Januar 2011

Die Meldung hat bei mir so eingeschlagen, daß ich tagelang sprachlos war.
Die W&V titelte sogar Zuschauer schlucken die Product Placement-Pille. Das führt mich zu dem Schluß, dass der deutsche TV Zuschauer offensichtlich für genauso doof und vor allem hinterwäldnerisch gehalten wird, wie manches Programm vermuten läßt. Zum Einen kennt selbst Oma Trude Product Placement, auch wenn ihr das nicht unbedingt unter diesem verqueren Namen ein Begriff ist. Der Großteil der Bevölkerung sieht Fernsehen. Möchte er jedoch all diesen Realitätssendungen entkommen, landet der deutsche Zuschauer im fiktionalen Programm von US Serien und US Spielfilmen. Das übrigens mit Begeisterung. Über die Jahrzehnte dürfte also selbst beim verbohrten Deutschen ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten sein.

Doch gleichzeitig bin ich begeistert, dass nun selber von Vermarkterseite das Thema offen angegangen wird. Während eine andere große dt. Fernsehanstalt mit kruden Bezahlungsmodellen versucht, der werbetreibenden Industrie das „placen“ madig zu machen, geht p7s1 frisch frech fröhlich (fast) frei f(v)oran. Die Nähe zum Vermarkter halte ich nach wie vor für kritisch, doch bewegen sich die Sender.
Das Ergebnis der Studie läßt mich allerdings ein wenig ratlos zurück. Bei einer Studie während meiner Zeit bei einer großen Mediaagentur, lag der Erinnerungswert nach Ablauf des Programms deutlich höher. Einige Produkte erzielten Werte jenseits der 50%! Das mag aber vielleicht daran liegen, dass unsere Erhebung mit „Ein Chef zum Verlieben“ eine fiktionale Geschichte abfragte, während p7s1 eine Show wählte. Die hohe Kunst von PP ist die Integration in fiktionale Handlungsstränge. Das Platzieren in Shows ähnelt immer dem Sponsoring.

Interessant ist dazu auch eine andere Studie, ebenso aktuell :
TV Zuschauer immer unaufmerksamer lautet eine zweite Titelzeile der W&V. Die TV Nutzung steigt und steigt, und eventuell liegt das auch an der veränderten Nutzung. Das Programm läuft einfach nur nebenher, was mich bei einigen Sendungen überhaupt nicht verwundert. Spannende oder mitreißende Unterhaltung sieht in der Regel anders aus. Vermutlich bügelt es sich entspannt bei einer Kochsendung, während das bei Bourne Identity nicht so richtig klappen will. Die Wirkung von Placement muß einfach viel krasser sein als 23%, sonst würden Weltfirmen nicht seit Jahren Geld für Placement-Agenturen und eigene Abteilungen investieren. International liegt der Fokus aber weniger auf Kochsendungen, sondern auf der Königsklasse Fiktion. Schade nur, dass p7s1 und auch RTL davon so wenig eigenes im Programm haben.

Kosten von Product Placement in „American Idol“ oder „X factor“

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Wenn man den Gerüchten glauben schenken darf, findet gerade für die US Version von X Factor ein Bieterwettstreit der Brausehersteller statt. Coke und Pepsi sind angeblich bereit zwischen US$ 50-100 Mio für eine Integration Ihrer Markenikonen an den Sender zu zahlen.
Zum Vergleich dient hier das Engagement vom roten Riesen in der ersten Staffel von American Idol für US$ 10 Mio. Im Laufe der Staffeln stieg der Preis auf das 3.5 x an und die Integration wurde ausgeweitet. So kam es zu verbalen Markennennungen und dem Recht für Coke mit der Verknüpfung in der digitalen Welt zu werben.

Beide Zuckersaftproduzenten leiden seit Jahren an stagnierendem oder sinkendem Absatz. Die Kunden orientieren sich um, die Geschmackspräferenzen ändern sich. Bei einer Marktdurchdringung von nahezu 100% darf ruhig die Frage gestellt werden, ob sich eine derartige Integration am Ende des Tages rechnet, sprich wird der Sinkflug der Brause gebremst durch das Engagement? Eine solche Integration ist in meinen Augen zu platt und kommt der herkömmlichen Werbung viel zu nahe, als das der Zuschauer das irgendwie emotional mit der Show verbindet.
Coke wäre vielleicht besser mit einem passenden Engagement in einem Film bedient. So paßt die „Transporter“ oder „Crank“ Reihe doch herrlich zum überdrehten Coke Zero Image, was hier in Deutschland gespielt wird. Während Coke light dann eher in die „Lipstick Jungle“ oder „Cougartown“ Ecke passt. Nur so als Gedanke für die Kollegen in Atlanta.