Archiv für die Kategorie ‘Digitalisierung’

Mobile Payment inside

Montag, 10. August 2015

Wenn der Nutzer nachdenkt, haben wir ein Problem

Das Ratpack hat sich bei mobilbranche.de zum Thema Apple Pay & Co geäußert. Im Artikel wird in der Einleitung konstatiert, dass der Hype um das Thema langsam abflacht und ich denke, dass ist gut so.

Auf fast allen meiner Vorträge habe ich eingangs immer ein und dieselbe Frage gestellt: „Wer hat denn hier schon mal mobil eingekauft?“ und regelmäßig gefühlte <10% hoben die Hand. Das ständige Gerede von mobile payment als Innovation dieser Dekade ist für Außenstehende der IT total langweilig und zudem überhaupt nicht nachvollziehbar. Denn zum Einen gilt das Bezahlen für ein Gut oder Dienstleistung nun wirklich mehrheitlich nicht als innovativ und ist obendrein in der Regel negativ besetzt – wer zahlt schon gerne? Zum Anderen ist es ein unbewusster, über das gesamte (bisherige) Leben, einstudierter Prozess. Alle Lösungen ante Apple Pay legten zuviel Fokus auf die Technik. Doch sie vernachlässigten dabei den Nutzer.

Der Versuch aus einem vergleichsweise langweiligen Prozess, dem Bezahlvorgang an der Kasse, ein eigenständiges Produkt zu machen, konnte nicht funktionieren. (Maik Klotz)

In der Szene wurden sogenannte Mehrwertdienste als Katalysator ausgelobt. Also Dienste wie z.B. mytaxi, Deutsche Bahn oder eben opentabs, bei denen der Nutzer der App eine andere Art von Belohnung erhält und die Bezahlung eben einfach als Teil des Ganzen begriffen wird.

Mobile Payment ist kein Produkt, sondern Teil eines Angebotes. (Andre M. Bajorat)

Doch nicht nur die Mehrwerte alleine sind ein Garant für den Erfolg. Denn die Belohnung für den Nutzer muss sehr hoch ausfallen, dass er am Ende die Bezahlung auch wagt. Ja, ich nutze hier explizit das Wort Wagnis oder vielleicht auch gleich die Steigerung Risiko. Denn für die meisten Deutschen ist Facebook auf dem Handy normal, doch die Eingabe von sensiblen Bankdaten ein digital gewordener Sicherheitsalbtraum. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder viel von Vertrauen gesprochen. Es mangelt den Nutzern oft an selbigen. Schließlich werden Kreditkarten – obwohl im Portemonnaie – aus schierer Unsicherheit vor fehlerhaften Abbuchungen nicht genutzt. Der Deutsche ist eben ein EC Karten Junkie und fühlt sich mit seiner IBAN vom Girokonto wohler – wenn die nur nicht so lange wäre.

Das Vertrauen in sich selbst, oder aber die Bank ist nicht groß. In der Regel kommt auch eine dramatische Fehlinformation zum Tragen, gekoppelt mit dem Irrglauben die benutzten Zahlungsmittel wie Bargeld oder EC Karte seien unfehlbar (Falschgeld, Geldautomaten Jammer). Sich diesen Vorurteilen zu stellen, bedarf es viel Geduld und Marketing. Unterstützen kann hier die Integration direkt in die Tiefen des Betriebssystems von Apple oder Android. Vor allem Apple Pay mit der nahtlosen Integration der iTunes Konten kann hier vor allem zwei Dinge ausspielen:

  • Vertrauen
  • Nutzerfreundlichkeit

Der Vertrauensvorschuss der Marke ist gigantisch und gleichzeitig ist alles so einfach und reibungslos. Dank des SDK für Drittanbieter erhalten Anbieter  wie wir die Gelegenheit Teil von Apple zu werden. Immer mehr Apps werden Apple Pay integrieren und diese perfekte Verzahnung mit einem Betriebssystem wird die Bezahlung zu dem machen, was sie sein sollte: Ein notwendiges Übel, was man ohne nachzudenken – unterbewusst – abwickelt. Daher bin ich froh, dass der Hype um das Thema endlich aufhört und die leisen Töne von nun an in die mobile Bezahlzukunft führen. Denn erst wenn niemand mehr über das Bezahlen mit dem Fingerabdruck nachdenkt, sind wir endlich in der wunderschönen Welt angekommen, von der alle seit Jahren sprechen!

Apple Pay und Android Pay werden mit mobile payment inside dafür sorgen. Wann ist es nur endlich hier soweit?

paydirekt und Tesla

Dienstag, 04. August 2015

Aus aktuellem Anlass: paydirekt Meldung

Als ich die Einladung erhielt, auf der 20. Handelsblattagung im März’15 zum Thema „Privatkundengeschäft“ zu sprechen, konnte ich meine Rolle nicht ganz einordnen. Nach Rücksprache mit dem Veranstalter sollte ich mich auf die Kundenorientierung konzentrieren und hier eine Analogie zum derzeitigen Zustand dieses Geschäftsbereichs der Banken finden. (Programm).
Die aktuelle Meldung zu paydirekt aus der Presse rief meinen Vortrag von März in Erinnerung. Demzufolge steht der neue Zahldienst in den Startlöchern. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags gibt es nicht mal eine funktionierende Webseite. In Anbetracht der Tatsache, dass heute eine halbwegs begabter 10 Jähriger eine HTML Webseite bauen kann, würde ich gerne mit dem Sparkassenverband über deren Definition von „Startloch“ gerne mal philosophieren.

Anbei die Folien in chronologischer Reihenfolge mit dem entsprechenden Redetext.

Folie 1

ironman_2_1_grz_D
Im Jahr 2007/8 war ich bei Audi für das Branded Entertainment verantwortlich und wir steckten mitten in den Vorbereitungen für eine weltweite Marketingkampagne des Product Placement im Film Iron Man (hier eine Zusammenfassung als Video für interessierte Leser). Nach Außen lag der Fokus bei BMW, Audi und Mercedes auf hochgezüchteten, schweren Limousinen mit außerordentlichen Fahrleistungen.
Gleichzeitig aber gab es hinter verschlossenen Türen bei BMW eine richtungsweisende Entscheidung. Nämlich die Elektromobilität mit dem „Projekt i“ zu gestalten. Zudem gab es die Marke Tesla, die mit einem umgebauten Lotus ein einziges Fahrzeugmodell im Programm hatte.
Das Thema Elektro war nicht mehr als ein belächeltes Antriebskonzept für Ökoverrückte.

Folie 2

pasted-image
Machen wir einen Sprung ins Jahr 2012. Audi präsentiert den Audi A4 mit Start/ Stop Technik.
Tesla präsentiert eine Oberklasse Limousine mit über 300km Reichweite und einem Alu Rahmen. Der Vorsprung durch Technik im Verbau von Alu Komponenten geriet nicht erst durch den Tesla ins Wanken. Doch wurde die Marke Tesla weiterhin nicht Ernst genommen.

Folie 3

pasted-image-2
In 2013 feierte der BMW i3 in drei Mega Städten gleichzeitig Premiere und die Autoindustrie aus Deutschland belächelte das zugegebenermassen unglücklich aussehende Elektroauto. BMW hatte eine Milliardenwette abgeschlossen und löste ein.

Tesla räumte beim US Crashtest die höchste Punktzahl ab, die je eine Fahrzeug erzielte. Auch den europäischen Crashtest überstand der Tesla mit Bravour. Das Gelächter in der Branche wurde leiser.

Folie 4

pasted-image-3
In 2014 einigte sich Europa auf einen gemeinsamen Stecker für E-Mobilität. Gleichzeitig waren die Stromkonzerne natürlich sofort vorne mit dabei, wenn es um s Geldverdienen geht und installierten Ihre Stromtankstellen im Ländle, Bundesland oder der Republik. Jeder mit seiner eigenen Technik, Abrechnung, Registrierung usw.

Gelächter im Saal

Tesla – ein „startup“ aus Kalifornien – verfünffachte die Anzahl des sogenannten Supercharger Netzwerks zum Vorjahr auf nun 2000 Ladestationen an 400 Standorten in USA, Europa und Asien. Man kann von San Diego nach Seattle oder New York, von Oslo nach Rom fahren. Auf dem Weg findet sich immer eine Ladestation von Tesla. Und weil das nicht schon verrückt genug ist, tanken Kunden mit Tesla Model S 85 gratis. Für. Immer.

Fazit

Da kommt ein Startup mit einer klaren Vision und noch mehr Lösungsorientierung und wird von seinen Kunden verehrt (höchste Zufriedenheitswerte der Industrie). Tesla löste die bim Kunden bekannten Problemstellungen: Reichweite, Ladestationen, hohe Kosten. Tesla verkaufte in Kalifornien zeitweise mehr Model S als S Klasse, 7er und A8 zusammen. Die OEM aus Deutschland haben geschlafen und ihren Produkten eine Evolution nach der anderen geschenkt. Aber eine Revolution wurde nicht zugelassen, echte Innovationen beginnen auf einem weißen Blatt Papier bei Tesla, Google und neuerdings Apple.

Was das alles mit paydirekt zu tun hat?
Elon Musk – der Mann hinter Tesla – war 2000 Mitgründer von PayPal. Nach 15 Jahren wacht der deutsche Bankenapparat auf und merkt „Ui, dieser e-commerce setzt sich doch irgendwie durch und selbst ich (60 Jahre, Sparkassenvorstand in Buxtehude und Mitglied im Schützenverein) habe schon mal was im Internet gekauft und //Trommelwirbel// bezahlt.“ Da darf man die Banken schon fragen, was sie die letzten Jahre über gemacht haben?

Doch damit nicht genug. Die nun geplante Lösung ist für Webseiten gedacht und ignoriert damit die größte Erfolgsgeschichte seit Menschengedenken: das Smartphone. Anbei ein paar Statistiken zum Thema digitale Revolution mit dem Smartphone. Vielleicht besinnt man sich bei paydirekt nochmal, obwohl ich vermute, dass das erst im Jahr 2025 durchdringt.

  • Zum Marktstart des iPhone 6 verkaufte Apple am ersten Wochenende mehr Rechenleistung, als alle verfügbaren Computer auf der Erde in 1995 zusammbrachten
  • Es gibt 5x mehr Mobiltelefone als PCs
  • Das Einkaufsvolumen über Smartphones erreicht im Jahr 2018 ca 700 Mrd $ nach 182 Mrd in 2013
  • In zwei Jahren werden 1 Mrd Menschen mit einer Geschwindigkeit von 4G mobile surfen
  • 189 Mio Facebook Nutzer sind „mobile only“ und bereits 30% der Werbeeinnahmen werden mobil generiert
  • 91% der Amerikaner sagen, dass ihr Smartphone 24/7 in Greifreichweite ist

Reicht das?

Zu langsam. Keine Kundenorientierung. Und überhaupt nicht cool (mal das Logo gesehen?). Kümmert Euch lieber um s Online Banking und macht das schöner und über eine App erreichbar. Der drops ist mit PayPal und Apple Pay gelutscht.

 

Digitalisierung des pagers von Vapiano

Dienstag, 20. August 2013

Die Digitalisierung von Plastik

Die Digitalisierung schreitet unnachgiebig voran und macht auch nicht vor der Gastronomie halt. Unser neuer Kunde dean&david nutzt ein altes Rufsystem, um die Kunden an den Tresen zu rufen. Die Integration von opentabs scheiterte bisher daran, dass die sehr stark schwankende Zubereitungszeiten in einer Filiale des Franchisekonzepts keine genaue Vorhersage für den Nutzer möglich machen. Die Herausforderung bestand demnach, diese Funktion irgendwie in das opentabs Universum zu integrieren.
Das Produktmanagement bestehend aus den Gründern Sebastian Heise, Dirk Röder und einem externen Dienstleister steckte also die Köpfe zusammen, um dieses Problem günstig und operativ simpel zu lösen. Jetzt wo die Lösung da ist, klingt es so einfach: Jeder opentabs Bon enthält einen Strichcode und am Ende der Produktionsstrasse im Restaurant steht ein Scanner, der die Infos vom Strichcode an unseren Server weiterleitet. Dieser generiert eine Push Nachricht für den Bestellenden und fertig ist die Digitalisierung der teuren Plastikteilchen. Abgesehen davon kostet unserer Lösung ca 30% von einem herkömmlichen Rufsystem.
Oh, und bei uns kann auch kein Plastikteil auf den Boden fallen und kaputtgehen, was dann mit 30-40 EUR zu Buche schlägt.

Erster deutscher Kaffee mit Mobile payment

Mittwoch, 02. Januar 2013

Mobile payment bei opentabs

Gemeinsam mit SFCC feiern wir die erste mobile Transaktion in Deutschland in der Filiale am Kurfürstenplatz.
Die aktuelle Version von opentabs enthält nun auch mobile payment über Kreditkarte (MC und VISA). So kann der Nutzer die Schlange an der Kasse überspringen und per App drängeln, ohne zu pöbeln.

Hier in der Filiale im Herzen von Schwabing wird opentabs getestet und bei Erfolg in allen anderen Filialen der SFCC ausgerollt. Wir freuen uns riesig über diesen großen Meilenstein unserer kleinen Firma.

 

Ergänzung 30. Mai 2013 | Ausrollen
Nach dem erfolgreichen Test in den letzten Wochen werden wir opentabs in andere Filialen der SFCC ausrollen und zugleich auch unsere offene API testen. Der Kassenhändler KMZ hat auf für die Vectron Kasse eine Schnittstelle programmiert die unser JSON einlesen und verarbeiten kann. Somit verbucht die Kasse alles ordentlich, so als hätte es eine Bedienung vor Ort per Hand eingegeben.