Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Jahresrückblick 2016 – Arrogante Eliten

Donnerstag, 05. Januar 2017

Einer der sieben Feinde laut Handelsblatt (kurz HB) und meine Gedanken zu

Arroganten Eliten

Das HB arbeitet sich bei diesem Thema sehr stark am Thema Terror ab. Wieso neben der Überschrift dann ein Foto von Hillary Clinton thront, mag man dem HB gar nicht zutrauen.

Als hätten die vorangegangenen Kapitel nicht schon genug Grund für die Arroganz der sogenannten Eliten (neudeutsch: Gutmenschen, Einzige Kenner der Wahrheit usw.) geliefert, bot das letzte Jahr doch auch hier ausreichend Fakten für ein solches Attest.

Pünktlich zum Neujahr gab es einen Donnerschlag vom ehemaligen Verfassungsrichter Udo di Fabio, selbst Kind eingewanderter Eltern und Direktor des Instituts für Öffentliches Recht (Abteilung Staatsrecht) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zur aktuellen Migrationskrise

Die Bundesregierung bricht mit ihrer Weigerung, die Landesgrenzen umfassend zu kontrollieren, eindeutig Verfassungsrecht…. Das Grundgesetz garantiert nicht den Schutz aller Menschen weltweit durch faktische oder rechtliche Einreiseerlaubnis. Eine solche unbegrenzte Rechtspflicht besteht auch weder europarechtlich noch völkerrechtlich.

lauten Auszüge aus der rechtlichen Bewertung (weiteres siehe hier). Passiert ist folglich nichts. Eben jene Bundeskanzlerin kandidiert ungeniert für eine weitere Amtszeit und die CDU/ CSU spielt einfach mit. Da kommt es auf die Lüge der Kanzlerin bezüglich der Maut

Mit mir wird es keine Maut geben

auch nicht mehr an. Die Chefin des IWF hilft bei einem Betrug von mehreren Hunderten Millionen US Dollar und sitzt immer noch auf ihrem Posten, während in Deutschland Kassiererinnen für einen Pfandbon gefeuert werden. Dass der deutsche Justizminister die drei Säulen des deutschen Rechtsstaats (Legislative, Judikative und Exekutive) zum angeblichen Schutzes der Hetze mal eben an privatwirtschaftliche Unternehmen wie die Amadeu Antonio Stiftung, Facebook oder Twitter auslagern möchte, erregt bei der Presse kaum jemanden.

Ebenso der hunderttausendfache Betrug eines großen Arbeitgebers inklusive nachweislicher Verstrickung amtierender Regierungsmitglieder in der Vertuschung des Skandals haben keinerlei Konsequenzen zur Folge. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Eliten plötzlich in helle Aufregung geraten, wenn der angehende US Präsident Trump seinen Teil der NATO Abmachungen plötzlich an Bedingungen knöpft, die vertraglich festgelegt sind: Nämlich ein Wehrbudget in Höhe von 2% (aktuell ca. 1,3%). Die Medien und Politik reagierten uniso populistisch auf diese Forderung und vertuschten mit gezielter Propaganda den eigenen Mangel hinsichtlich der Vertragstreue.

Fazit

Eine Kaste aus Medienvertretern und Politikern hält sich mittlerweile für unantastbar und gleichzeitig als der moralische Imperativ für die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen in diesem Land. Da die Bürger (noch) nicht in der Lage sind, diesem Geschehen ein Ende zu setzen, kann man wie im VW Skandal nur auf die Chinesen hoffen. Die sind nämlich von der Gesetzestreue der Deutschen, Europäern und Amerikanern alles andere als begeistert. Am 11.12.16 lief die 15jährige Übergangsfrist zum Marktwirtschaftsstatus gemäß der WTO für China aus. Nur will weder die EU noch die USA diesen anerkennen. Mal sehen ob der Tiger kräftig mit der Tatze auf den Tisch haut, und die Eliten tanzen lässt.

Jahresrückblick 2016 – kalte Ökonomen

Mittwoch, 04. Januar 2017

Der vierte Feind in der Handelsblatt Ausgabe – ergänzt mit den mir wichtigen Fakten –  lautet

Kalte Ökonomen

Die Globalisierung kennt nur Gewinner. So oder so ähnlich wird immer wieder argumentiert und unzählige volkswirtschaftliche Zahlen bemüht. Richtig müsste es heißen, dass die Globalisierung auf der Unternehmerseite nur Gewinner kennt. Das Individuum hingegen wird hier und da schon abgehängt und muss sich dann in Deutschland als »faule Grippel« (Stephan Stracke, CSU), »spätrömisch Dekadente« (Guido Westerwelle, FDP), »Anschieber für die Tabak- und Spirituosenindustrie« (Philipp Mißfelder, CDU) »Nutzniesser der sozialen Hängematte« (Wolfgang Schäuble, CDU) beleidigen lassen. schmarotzerGanz aktuell denunziert die CSU die Grünen mit einem Werbespot auf Facebook. Dort wirft man den Grünen vor, die Sanktionen gegen Hartz IV Schmarotzer lockern zu wollen. Bei solchen Attributen leiden in meinen Augen zwei Dinge:

  1. die Würde des Menschen
  2. die von allen Parteien geheuchelte christliche Nächstenliebe

Die Gruppe der atypisch Beschäftigten wie Teilzeit, Geringerverdiener, Leiharbeiter oder Soloselbstständige haben ein 4x höher Armutsrisiko als regulär Beschäftigte. Die Reformen der letzten Jahre haben diese Gruppe auf 9,5 Mio Menschen anwachsen lassen, was eine Verdopplung zu 1991 darstellt (atypische Beschäftigte stellen somit knapp ein Viertel aller Beschäftigten). All diesen Menschen ist gemein, dass sie in der Regel nicht von ihrem Einkommen leben können. Gleichzeitig wuchs der Anteil am Gesamtvermögen der Republik der wohlhabendste 1% von 17,3% (2010) auf 31,5% (2014) (Quelle HB bzw Credit Suisse). Für eines der reichsten Länder der Welt ist das doch einfach nur noch peinlich!
In der Europäischen Union sieht es nicht besser aus. Eurostat verortete im Oktober 119 Mio. Europäer (oder 23,7% der Bevölkerung) an der Armutsgrenze. In Bulgarien sind es gar 41,3%, Rumänien 37,3% und in Griechenland 35,7%.

Die Globalisierung ist übrigens auch nur eine Worthülse, denn neben Rußland sind es vor allem die USA und die EU, die Handelshemmnisse erfinden, um ihre Märkte zu schützen. Die Anzahl der Beschränkungen hat einen neuen Höhepunkt nach der Finanzkrise in 2008 erreicht.
Denn am Ende geht es immer nur um den eigenen Vorteil. Niedriglohnländern wird die Globalisierung als Erfolg verkauft, damit deren Armut den Konsum der Industrienationen ermöglicht. Dabei scheren sich die Konzerne in der Regel einen Dreck um Menschenrechte oder Umweltauflagen.

Fazit

Tja, das Euro-Sorgenkind Griechenland muss ja weiter sparen und darf keine sozialen Geschenke (Wolfgang Schäuble, CDU) verteilen. Das ist keine kalte Ökonomie, das ist schlicht asozial.

Darüber hinaus ist es an Arroganz kaum noch zu überbieten die Globalisierung als das All-Heil-Mittel zu propagieren, die echten, alltäglichen Sorgen seiner Mitbürger zu ignorieren und die westlichen Werte nur dem illustren Kreis der Industriestaaten zu gute kommen zu lassen, während andere ausgebeutet werden. Aber zu Arroganz komme ich ja morgen.

Jahresrückblick 2016 – Selbstsüchtige Autokraten

Dienstag, 03. Januar 2017

Heute mit meinen Ergänzungen zum dritten Feind der offenen Gesellschaft (Handelsblatt Weihnachtsausgabe)

Selbstsüchtige Autokraten

Die einseitige Berichterstattung zu Russland und vor allem Putin wird schon seit Monaten heiß diskutiert, soll hier aber gar nicht Thema sein. Der russische Schulterschluss mit Erdogan war zum Glück nicht der Auslöser, dass die EU beginnt sich mit dem Verhältnis zur Türkei kritisch auseinander zu setzen. Aber die Hetzjagd auf einen neuen US Präsidenten, in diesem Fall Donald Trump, erreicht zumindest in Deutschland eine neue Qualität.

Ganz nüchtern mal die Fakten zur USA: Im allgemeinen wird die USA als (vorbildliche) Demokratie angesehen, d.h. die Bürger dürfen in freien und geheimen Wahlen ihren nächsten Präsidenten wählen. Nach meinem Kenntnisstand gibt es bis heute keinerlei Hinweise darauf, dass die Wahlen unfrei waren, also

  • Menschen gezwungen wurden, oder
  • sich unter Druck gesetzt fühlten

ihre Stimme für einen der beiden Kandidaten abzugeben. Zudem gibt es absolut keine Hinweise darauf, dass die Wahlen nicht geheim waren. Im Gegenteil, schließlich nutzten – für viele Forschungsinstitute überraschend – signifikant viele US-Bürger ihr Recht auf die geheime Wahl, um ihren eigentlichen Wunschkandidaten zu wählen. Denn bei Umfragen logen viele Wähler offensichtlich, weil sie sich für ihren Kandidaten an den Pranger gestellt fühlten!
Diese Tatsache sollten sich die selbsternannten Verfechter der Demokratie mal hinter die Ohren schreiben: Menschen in den USA hatten Angst, ihren Wählerwillen öffentlich zu vertreten, weil sie mit Repressalien rechnen mussten. Wer schafft hier also selbstsüchtig die Demokratie ab?

Das HB liefert ein schönes Zitat von Prof. Herfried Münkler

Der Autokrat zeigt sich in der Rolle des Patriarchen, der sich um seine Landeskinder sorgt.

Nun, passt das nicht auf fast alle Politiker? Bei Patriarch und dem Adjektiv selbstsüchtig aus der Überschrift fällt mir übrigens die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel ein. Die wird mehr als oft auch als schwarze Witwe bezeichnet, weil sie viele potentielle Emporkömmlinge eiskalt abservierte.

Fazit

Unterm Strich positioniert sich also die Elite Deutschlands – oder zumindest die, die sich dafür halten – gegen den neuen Präsidenten der USA. Gegen das Ergebnis der freien Wahlen der Vorzeigedemokratie. Gegen den Wählerwillen von 50% der US Amerikaner. Ein historisch einzigartiges Vorgehen.
Donald Trump muss sich bis dato einzigartige Anfeindungen gefallen lassen und treue Vasallen wie die Bundesrepublik knüpfen sogar die Bedingung zur Einhaltung demokratischer Grundrechte an die weitere Zusammenarbeit mit den USA. So als ob Donald Trump eine Regierung gestürzt oder sich ins Amt geputscht hätte.  Eine derartige Propaganda wird eigentlich nur den erklärten Dispoten der Eliten zu Teil, bevor man sie stürzt, oder in deren Land einmarschiert. Ich kann nicht umhin, darin eine Gewisse Komik zu erkennen.

Jahresrückblick 2016 – notorische Vereinfacher

Montag, 02. Januar 2017

Heute geht es weiter mit dem zweiten Feind der offenen Gesellschaft aus der Handelsblatt Reihe.

Notorische Vereinfacher

Eines der Lieblingsargumente der etablierten Parteien gegenüber den Populisten lautet, die würden ja immer alles notorisch vereinfachen. Nun, ist das nicht schon ein Widerspruch in sich, schließlich nutzt man eine Vereinfachung einer andersdenkenden Partei auf den Nenner Populist und hofft so auf Ressentiments in der Bevölkerung?

Die älteren unter meinen Lesern erinnern sich wohl noch gut an die Stigmatisierung der Grünen, als deren Aufstieg begann. Die alt eingesessenen Parteien ließen nichts unversucht, die Grünen in eine radikale oder sogar staatsgefährdende Ecke zu stellen. Übrigens ein Schicksal, dass die Linken nach dem Fall der Mauer auch durchmachen mussten. Also im Westen nichts Neues!

Die Renten sind sicher

sagte Norbert Blüm 1986, um damals aufkommende Zweifel an der Finanzierbarkeit des Rentensystems auszuräumen. Heute wissen wir, wie lange wir schon von den notorischen Vereinfachern belogen werden. Die Rentenkasse ist leer, das System bis zur Unkenntlichkeit ausgehöhlt und mit Benzin-, Tabak- und anderen Steuern künstlich am Leben gehalten.

Der Irak hat Massenvernichtungswaffen

sagte Colin Powell vor der UN und rechtfertigte damit den zweiten Einmarsch in den Irak. Eine einfache Botschaft, um Alliierte für den Krieg gegen ein souveränes Land zu mobilisieren. Dazu noch eine dreiste Lüge.

Die Milliarden für die Integration wurden in diesem Land erwirtschaftet und wurden niemanden weggenommen

sagte Heiko Maas bei Maybritt Illner am 6. Oktober 2016. Diese 20 Mrd für letztes Jahr fielen also vom Himmel, oder ist der Justizminister etwa ein Goldesel, dessen Abfluss direkt in den Tresorraum der deutschen Bundesbank führt?

Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen

sagen irgendwie alle. Während das Oktoberfest seit einigen Jahren mit unterschiedlichen Sicherheitsringen gesichert wird und letztes Jahr sogar einen Zaun erhielt. Während Weihnachtsmärkte nun mit Maschinenpistolen und Betonpollern gesichert werden. Während bei öffentlichen Silvesterfeiern die Polizei aufmarschiert, als wolle sie ein feindliches Land einnehmen. Während regelmäßig Menschen wegen einer herrenlosen (Oh Gott, die LGBT Fanatiker bekommen jetzt Schnappatmung, doch politische Korrektheit kommt auch noch dran) Tasche aus Bahnhöfen, Ämtern oder Flughäfen evakuiert werden.

Fazit

Die Argumentation der Eliten greift nicht. Politiker aller Parteien nutzen einfache Parolen, weil sie seit jeher Menschen die Komplexität nicht zutrauen. Nun kommt jemand daher und nutzt dieselbe Mechanik gegen sie. Blöd, aber keinesfalls neu.

Jahresrückblick 2016 – Brutale Dschihadisten

Sonntag, 01. Januar 2017

Nach einem längeren Urlaub im November überraschte mich der Dezember mit vielen Kundenterminen und es blieb nicht die Zeit für aktuelles – abgesehen von Twitter. Doch die Wochenend- und Weihnachtsausgabe des Handesblatt inspirierte mich ein Resümee zum vergangenen Jahr zu verfassen.

Was ist eigentlich mit unserer Gesellschaft los?

könnte der Titel für diesen Beitrag sein. Das Handelsblatt hat es etwas pathetischer ausgedrückt: Die 7 Feinde der offenen Gesellschaft.

  1. Brutale Dschihadisten
  2. Notorische Vereinfacher
  3. Selbstsüchtige Autokraten
  4. Kalte Ökonomen
  5. Arrogante Eliten
  6. Politisch (allzu) Korrekte
  7. Hysterische Medien

Diesen Punkten möchte ich nicht widersprechen, aber meine Sichtweise auf deren Inhalt ist häufig ein völlig anderer. Das Wahrheitsministerium des Heiko Maas hätte vermutlich mit meinem Blickwinkel ein massives Problem, weil er nicht #postfaktisch ist, aber doch irgendwie auch nicht in die staatliche Propaganda passen will.

In den kommenden Tagen veröffentliche ich täglich meine Sicht eines Feindes der offenen Gesellschaft und beginne heute mit

den brutalen Dschihadisten

Das gewaltsame Töten von Menschen ist verwerflich. Bis hierhin erhalte ich vermutlich (oder hoffentlich) von allen Lesern ungeteilte Zustimmung – Soziopathen mal ausgeschlossen. Das Handelblatt (Abk. HB) weist hier 38.422 Terroropfer in 2015 aus. Nach Auswertung der Quelle Global terrorism database für Tote durch Terrorismus jeder Art weltweit zwischen 2001 und 2015, fielen ca 100.000 Menschen einer terroristischen Tat zum Opfer.global terrorism databaseVergleicht man diese Zahl der Toten mit Berichten von z.B. Physicians for social responsibility, erscheinen diese Taten plötzlich in einem völlig anderen Licht. Die Organisation wurde übrigens mit dem Nobelpreis für Frieden ausgezeichnet.
Seit dem Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 und dem darauf folgenden Krieg gegen den Terror starben laut PSR mindestens 1.300.000 Menschen in den drei bekanntesten Kriegsgebieten Irak (1Mio), Afghanistan (220.000) und Pakistan (80.000) (siehe Seite 15 Executive summary). Weitere Kriegsgebiete wie z.B. der Jemen sind hier noch gar nicht berücksichtigt. Natürlich ist das Aufrechnen von Toten ein schäbiges Unterfangen, doch wie würden wir reagieren, wenn der Tod sich mit einem Zischen am Himmel andeutet, Freunde und Verwandte wahllos entführt, verstümmelt oder getötet werden? Das Selbstmordattentat ist und bleibt die Waffe des armen Mannes.

Wie sagte einst Bruce Willis in The Siege:

Die Armee ist kein Skalpell

und statt einer ordentlichen Untersuchung wie es eines Rechtsstaat würdig wäre, griffen die USA im Blut- und Vergeltungsrausch völkerrechtswidrig andere Länder an. Übrigens reagierte Frankreich auf Nizza mit Mali exakt genauso.

Fazit

Wen wundert es dann, wenn sich diese Menschen für den Terror bei uns revanchieren? Zum Abschluss noch die Worte von Michael Lüders, Publizist, bei Markus Lanz vom 21.12.16.

 

Elektro-Autos: Leistungs- und Preisvergleich

Freitag, 25. November 2016

Letztes Wochenende verscherzte es sich Mathias Müller, Vorstand VW mit einigen Kunden oder Bürgern gleichermassen. Die Elektromobilität könnte schon heute funktionieren, wenn die Kunden nur die Autos kaufen würden. Also anders ausgedrückt, das Angebot ist vorhanden, nur die Nachfrage ist nicht da.

Ohne das Ergebnis vorweg zu nehmen hat Volkswagen ein völlig unattraktives e-Fahrzeugangebot. Der Name Volkswagen spiegelt sich in jedem Fall nicht in den Preisen wieder. Hier bieten z.B. BMW oder Renault derzeit Alternativen an, die deutlich mehr Auto, Komfort und Reichweite zum gleichen oder gar günstigeren Preis bieten. Im Angesicht dieser Tatsache ist die Aussage von Müller nicht nur frech, sondern eher Spott und Hohn.

Vergleich Volkswagen

Als erstes fällt auf, dass man den eGolf nicht konfigurieren kann. Klickt man auf Konfigurator öffnet sich dieser zwar, doch der eGolf ist nicht dabei. Auf der kompletten Seite gibt es auch keinen Preis. Hierzu muss man am unteren Ende die richtige Schaltfläche drücken und gelangt auf die Seite der Produktbroschüren. Beim elektrischen up! hingegen gibt es einen Konfigurator, doch die Seitenstrukturen und Unterseiten ergeben überhaupt keinen Sinn.
Selbst auf der „E-Seite“ des Konzerns gleichen sich weder Aufbau noch Informationsgehalt der Golf- oder up! Unterseiten. Offensichtlich will VW hier gar kein Auto verkaufen, sonst würde man nicht tief in den Produktbroschüren vergraben nach der Reichweite des e-up! suchen müssen.

up!
27.495 € e-load up!, 82 PS
13.700 € TSI Blue Motion high up!, 90 PS

Die Reichweite NEFZ vom e-up! beträgt 160km und kostet ziemlich genau doppelt soviel als ein vergleichbarer up! mit Verbrennungsmotor.

Zum Vergleich kostet ein Renault Zoe R40 Intens 26.700€ (ab 24.900€) und bietet 400km Reichweite. Allerdings bietet die Zoe einen größeren Innenraum,  2 Kofferräume und ist ein reines Elektroauto. Der e-up! ist demnach alles andere als konkurrenzfähig.

Golf
34.900 € eGolf, 115 PS inkl. Navi Discover Media
22.710 € TSI Blue Motion Trendline, 115 PS inkl. Navi Discover Media
24.365 € TSI Blue Motion Comfortline, 115 PS inkl. Navi Discover Media
24.665 € TSI Blue Motion Comfortline, 125 PS inkl. Navi Discover Media
25.915 € TSI Blue Motion Highline, 125 PS inkl. Navi Discover Media

Die Reichweite NEFZ vom e-Golf beträgt 190km und kostet über ein Drittel mehr als die teuerste Alternative mit Verbrennungsmotor.

Zum Vergleich kostet ein BMW i3 mit 190km Reichweite auch 34.950 €, allerdings handelt es sich hierbei um ein deutlich geräumigeres Fahrzeug. Des weiteren ist der i3 als Elektrofahrzeug konzipiert und bei allen Teilen plus Produktion wird besonders auf die Umweltverträglichkeit geachtet. Für 1.200 € Aufpreis steigt die Reichweite auf 300km. Der Golf ist demnach nicht konkurrenzfähig.

Tesla Model 3 und die ewige Preisdiskussion

Nein, ich weiß natürlich auch nicht, was das Model ≡  kosten wird, doch möchte ich mit einigen Diskussionen um die zu erwartenden Preise mit Bezug auf die Preisgestaltung beim Model S aufräumen.

Viele scheinen mit der Mehrwertsteuer in Deutschland und derselben in USA ziemlich durcheinander zu kommen und leiten daher Mondpreise für das kommende Model ≡ ab. Im Raum stehen 35.000 US$ für die Basis.
Angenommen ein Model S 75 in der Grundfiguration kostet in USA 74.500 US$ (siehe Bildergalerie), dann handelt es sich hierbei um den Kaufpreis ohne Steuer. Diese ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. Daher ist der Nettopreis des Model S 75 auch 74.500 US$.
Das gleiche Modell kostet in Deutschland 83.620 € brutto. Darin enthalten sind aber bereits die 2000€ Umweltbonus von Tesla, macht 85.620 € brutto Listenpreis. Bei aktuell 19% MwSt sind das 71.949,58 € netto oder beim heutigen Devisenkurs von 1,06 entsprechend 76.266 US$. Der Preisunterschied vom US Markt zum deutschen Markt ist auffällig gering. Interessierte können ja gerne mal die Preise für einen A8, Q7, C-Klasse in D oder USA recherchieren; der US Automarkt ist einfach günstiger.

Unterm Strich wird das Model ≡ also ca. 35.000 € netto oder 41650 € kosten. Nur weil es so schön ist, wollte ich den Slogan mal ausschreiben: Ford tried to kill s≡x !

 

Neue Anlagemöglichkeiten dank Roboadvisor, Teil I

Samstag, 17. September 2016

Meine Steckenpferde sind Autos, Fintech und Digitalisierung im allgemeinen. Die letzten beiden bieten nun in Zeiten von Negativzinsen neue Möglichkeiten zur Geldanlage und diese möchte ich ausprobieren. Zum Einen wäre da das p2p lending und zum Anderen sogenannte Roboadvisor. Beide Geldanlageformen arbeiten mit intelligenter Software, die Entscheidung pro oder contra einer Investitionen tätigt. Während die eine Kredite nach gewissen Vorgaben abklopft, beobachtet die andere permanent den Kapitalmarkt und trifft Entscheidung pro Anleihen und gegen Aktien. Oder umgekehrt. Vorausgesetzt die Software ist korrekt programmiert, hat sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Menschen: sie ist vollkommen emotionslos und ackert einfach die Parameter ab. Während Menschen aus Sentimentalität an einer Investition hängen, diese vielleicht sogar aufstocken und bereits bei der Auswahl oft den Bauch entscheiden lassen.

p2p lending

Hiebei handelt es sich um Plattformen, die Kredite unter Privatleuten vermitteln. Investoren gehen auf die Plattformen und stellen Geld zur Verfügung. Kreditnehmer besuchen diese Dienstleister, um den Kredit für das lang ersehnte Motorrad, oder den dringenden Umbau des Dachstuhls zu erhalten.

Ich habe bei vier Anbietern ein Konto eröffnet und jeweils 1000€ eingezahlt. Dies ist mein Ansatz das Risiko ein wenig zu streuen und über eine längere Laufzeit  die beste Plattform zu finden. Grundsätzlich ist anzumerken, dass alle Plattformen entweder einen Roboter nach meinen Vorgaben investieren lassen, oder aber auch die individuelle Auswahl von Krediten zulassen.
Bei allen habe ich ein ähnliches Risikoprofil beim Roboter – die moderate Mitte – ausgewählt. Letztlich ist die Einzelbewertung von Kreditanträgen schlicht und ergreifend wenig profitabel, es sei denn man hat sehr viel Zeit und einen geringen Stundenlohn. Die summe von je 1000€ wird über mehrere Kredite verteilt, wobei die Plattformen unterschiedliche Findest/ Höchstgebote zulassen.

Viele werden sich nun Fragen, wieso die Kreditnehmer nicht zu einer Bank gehen. Die schnelle Antwort ist wohl, weil sie dort keinen Kredit bekommen. Eine lange Antwort habe ich mir ehrlich gesagt nicht überlegt. Mit ø Renditen im zweistelligen Bereich ist ein gewisser Zahlungsverzug und auch Ausfall einkalkuliert. Höheres Risiko vs höhere Rendite, wie immer im Leben.

Viventor

Mindestanlage: 10€

Als nicht deutsche Plattform kann das Konto direkt angelegt und die Investitionssumme direkt überwiesen werden.
Die Übersicht der getätigten Investitionen ist klar und deutlich, inkl. der gewählten Risikoeinstellungen. In meinen Augen bietet diese Plattform die aufgeräumteste Oberfläche und beschränkt sich auf das Wesentliche. Bei den Krediten scheinen vor allem spanische Banken Teile Ihrer Kredite auszulagern, was wohl dem Risikoaufschlag bei der Rendite gerecht wird.

Auxmoney

Mindestanlage: 25€

Hier eröffnet man ein Bank bei der biw und muss einmal zur Post rennen -PostIdent. Das könnte sich am Ende des Jahres ggf als Vorteil erweisen, sollte die Bank eine Steuererklärung direkt ausweisen.
Bei der Ersteinstellung des Roboter bedarf es ein wenig Glück, es ist nicht ganz so intuitiv wie bei den anderen Plattformen. Die vergleichbar hohe Mindestinvestition pro Kredit beläuft sich hier auf 25€ und limitiert deshalb auf 40 Kredite.

Bondora

Mindestanlage: 5€

Als nicht deutsche Plattform kann das Konto direkt angelegt und die Investitionssumme direkt überwiesen werden.
Die Menüstruktur ist ziemlich verschachtelt und nicht unbedingt eindeutig benannt. Im Einzelfall ist das vermutlich irrelevant, im direkten Vergleich zu Viventor jedoch auffällig. Die geringe Mindestanlagegebühr maximiert die Risikostreuung, allerdings bin ich am Ende des Jahres auf die Steuerdokumentation gespannt.

Am Ende des Jahres werde ich eine Zwischenbilanz ziehen. Es sind lediglich vier Monate für die erste Betrachtung, doch können Ausfallquoten, Zahlungsverzüge und natürlich die gezahlten Tilgungen betrachtet werden. Dagegen tritt ein

Robodvisor

an. Dabei handelt es sich um eine AI Software, die gemäß meinen Vorgaben am Kapitalmarkt (Anleihen, Rohstoffe, Aktien) in sogenannte ETFs investiert. Genau wie beim p2p lending habe ich mich für den Mittelweg in der Rendite entschieden und meine Verlusttoleranz pro Jahr auf 15% beschränkt.

Scalable Capital

Nach einer Recherche im Netz schnitt Scalable gut ab. Das Unternehmen kann dank einer entsprechenden Lizenz in meinem Namen auf meinem speziell dafür bei der Baader Bank eingerichteten Konto investieren. Hierzu gebe ich auf der Plattform nach Einstellung der Leitplanken den Startschuss. Die gewünschte Investitionssumme wird eingezogen und los geht’s. Zusätzlich zur Einmalzahlung gestatte ich dem System 150€ monatlich zusätzlich zu investieren.
Die gewünschte Rendite ist auf 15% / Jahr eingestellt und reicht im Maximum bis 25%. Auch wenn ich risikobewusster als der ø Deutsche bin, so finde ich 15% schon mehr als ambitioniert. Vor allem wenn man die derzeitige Zinslage berücksichtigt. Wie auf dem Bildschirmfoto zu sehen ist, habe ich einen VaR (value at risk) von 15% gewählt. Das Portfolio sollte in einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht mehr als 15% an Wert verlieren.
Da ich selber regelmäßig monatlich in ETFs investiere, bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, wer hier besser auswählt.

Anmerkung: Ich habe hier einen anderen Betrag investiert, daher die Anonymisierung der Beträge in den Bildern.

#911BabyBlue Lamborghini mieten

Mittwoch, 24. August 2016

#911BabyBlue Kochel am See

Mittwoch, 10. August 2016

Wieso ich an Tesla glaube…

Donnerstag, 04. August 2016

…liegt an den verzweifelnden Versuchen vieler, das Unternehmen schlecht zu reden!

Erster Toter mit  Tesla Autopilot

Ich hatte schon direkt nach dem Unfall überlegt einen Artikel zu verfassen, doch mich dagegen entschieden. Zuviele Fakten sprechen einfach gegen diesen Sturm aus Scheiße, in deren Zentrum sich die Medien befinden. Fanden die noch Wochen vor dem Unfall nur lobende Worte für den visionären CEO Elon Musk und die unglaubliche Präzision des Autopiloten von Tesla, so stürzten sich dieselben Blätter auf den ersten Todesfall wie die Fliegen auf die Scheiße. Als Blogger oder Twitterer darf man sich – vielleicht – ein wenig zu stark emotionalisieren. Ein Produkt ins Herz schließen und es gegen Angriffe verteidigen. Doch der Journalismus von heute ist schon lange nicht mehr getrieben von Recherche, Fakten und Analyse, sondern vielmehr ausschließlich von Werbe Euros. Die verrückteste Schlagzeile, die gewagteste These und die schlimmste Version sind gerade noch gut genug. Man denke nur an Schneefall im Winter – jeder Wintereinbruch mit starken Schneefällen kann einfach kein Wintereinbruch mit starken Schneefällen mehr sein. Horror, Blizzard, Weltuntergang müssen es schon mindestens sein.

Aber ich schweife ab. Die Faktenlage besagt eindeutig, der LKW Fahrer hat dem Autofahrer die Vorfahrt genommen. Passiert jeden Tag, überall auf der Welt. Der Autofahrer hat es nicht – oder zu spät – gemerkt und ist in den LKW hinein gefahren. Passiert jeden Tag, überall auf der Welt. Dabei war im Auto aber ein Computer am Werk – passierte noch nie, irgendwo auf der Welt.
Gerüchteweise – Fakten dazu habe ich nicht gefunden – soll der Fahrer den Film „Harry Potter“ geschaut haben. Passiert nicht jeden Tag, aber SMS Schreiben, eMail lesen oder im Internet surfen schon eher regelmäßig. Fasst man nun alles zusammen, hat eine Software einen queren LKW nicht erkannt, während der Fahrer schlicht und ergreifend jegliche Regel der Strassenverkehrsordnung missachtete. Die Schuld liegt demnach in erster Linie beim Lkw Fahrer und dann beim Autofahrer.

Für alle mit Schnappatmung: Die Ratio Tote/ km zeigt eindeutig, dass der Autopilot von Tesla nahezu doppelt soweit fährt, bis einer stirbt, als wenn ein Mensch steuert. Unterm Strich haben wir doch also gewonnen, oder?

Hedgefond Manager Marc B Spiegel

Meine Auslassungen zur Presse habe ich oben bereits getan. Zur Verstärkung des obigen Eindrucks ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung von gestern „Dieser Mann prophezeit Teslas Untergang„. Ein gewisser Mark B. Spiegel, von Berufswegen Hedgefund Manager, wettet mit seinem Hedgefund Stanphyl Capital Management gegen das Unternehmen von Elon Musk.

Wer recherchiert denn eigentlich bei Euch die Hintergründe? Im Fall von Mark B. Spiegel hätte geholfen, einfach mal die Webseite aufzurufen:

Stanphyl

Neben dem Design und dem Inhalt auf dieser hingerotzten Seite, hätte das Werbebanner eines Webspace Anbieters – hier godaddy.com – eigentlich Zweifel am Erfolg des Hr Spiegel aufkommen lassen müssen. Das wäre ungefähr genauso ein Interview mit mir zu führen und mich als „Automobilexperten und Strategieberater“ zu titulieren. Obwohl ich zugegeben muss, wenn es sein muss, dürft ihr gerne über das Kontaktformular anfragen.

Als neugieriger Mensch half mir auch Whois weiter. Die Webseite wurde am 07.07.2009 registriert und sieht immer noch so aus (siehe oben)! In sieben Jahren fand Mark also keine Zeit, auf Fivr nach einem Web-Designer zu fahnden und sich für 400 US$ einen ansehnlichen Internetauftritt zuzulegen?

Liebe SZ, ihr besitzt dann noch die krönende Dreistigkeit dieses Interview von einem fünftklassigen Hedgefund Manager an Eure Leser per paywall zu verkaufen? Das schlägt dem Fass den Boden aus.

Stadler Interview AMS & manager-magazin

Die Einblicke in das Leben eines Vorstandsvorsitzendes eines deutschen Premiumautomobilbauers dieser Tage ist sehr aufregend. Da werden die Fragen vorab geklärt und die Antworten von der PR Abteilung bis auf . und , feingeschliffen. Soweit Standardprozedere. Doch liest man einfach den Text, dann werde zumindest ich das Gefühl nicht los, da will einer nicht zugegeben, dass er (oder eine ganze Branche arroganter Manager) geschlafen hat.

Im MM tönt Stadler „es geht ums Überleben“, während in der AMS folgende Aussage kommt:

Es ist durchaus beachtlich, wenn plötzlich ein neuer Hersteller aus dem Nichts auftaucht und der Autoindustrie zeigen will, wie Elektroautos gebaut werden. Für mich weniger verwunderlich ist, dass er damit bis heute kein Geld verdient. In einer anderen Liga spielen Apple und Google, die über hohe Liquidität verfügen und wirklich disruptiv agieren. Diese Bedrohung spüren wir und, ehrlich gesagt, begreifen wir bei Audi diesen Druck als Chance.

Dechiffriert spricht er Tesla Anerkennung aus, um diese mit dem Hinweis auf Unternehmensverluste sofort zu relativieren. Ein weiterer Tiefschlag gegen Tesla kommt in Verbindung mit Google und Apple, die „wirklich disruptiv agieren“. Aha, wo denn? Gerade Apple hat im Automobilbereich noch absolut nichts geliefert, was die Aussage von Disruption untermauert. Google fährt seit Jahren mit 25km/h voll-autonom in Eierschalen durch die Gegend, scheint aber offensichtlich kein Interesse am Automobilbau zu haben.
Fakt ist, dass Audi & Co den kleinen Hersteller Tesla immer belächelte. Weil er ein Elektroauto bauen will! Weil er ein Elektroauto aus Aluminium bauen will! Seitdem Tesla

  • überall Ladestationen aufstellt
  • die Reichweite auf echte +300km aufgeblasen hat
  • das sicherste Auto der Welt baut
  • die zufriedensten Kunden besitzt

und nun mit einem Mittelklasse Modell knapp 400.000 Vorbestellungen einheimste, sind Wolfsburg und Co aufgewacht. Tesla führt sie alle vor, denn sie alle träumen davon ihre Autos per Update mit neuen Funktionen auszustatten, können es aber nicht. Also klammern sie sich an Spaltmasse und Alexander Dobrindt.

  • Diese Ignoranz zuzugeben, einer fatale Fehleinschätzung in der Antriebstechnik aufgessesen zu sein..
  • Diese Arroganz zu behaupten, Audi müsse nicht immer „erster sein“ vor dem Hintergrund eines jahrelangen Wettstreits Premiumanbieter Nr. 1 zu werden und den Markenslogan Vorsprung durch Technik gebetsmühlenartig zu verbreiten…

All das zeigt mir, Tesla ist auf dem richtigen Weg. Elon Musk darf sich jetzt nur nicht mit immer neuen Modellen verheben. Das Model 3 muss kommen, so pünktlich wie möglich. Alles andere muss jetzt erstmal warten!

 

Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade #BPeMobility teil.