Archiv für Januar 2017

Jahresrückblick 2016 – Hysterische Medien

Samstag, 07. Januar 2017

Mann, ich habe mich schon diebisch auf den letzten Feind vom Handelsblatt gefreut

Hysterische Medien

Wo fange ich an? Aus aktuellem Anlass mit Schneefall. Die Schlagzeilen waren zum ersten Schneefall dieser Saison sogar halbwegs ausgewogen, doch sibirisch musste der Wintereinbruch dann doch mindestens sein.

Als Leser diverser Zeitungen hat man das Gefühl, dass kaum noch etwas eine reguläre Meldung ist, sondern alles irgendwie mit Attributen wie Giga, Supra-, oder Mega künstlich aufgeblasen werden muss. So auch der ganze Müll zu den #fakenews, die wenn sie von der Titanic oder Postillion kommen, zumindest amüsieren. Alles andere abseits der vorgegebenen Meinungseinfalt verkommt dann sofort zu Falschmeldungen. Weil das an sich ja keinen mehr wirklich schockiert, braucht es den Giga-Turbo: Die Russen kommen! Der Kreml Chef Putin ist persönlich sowieso für fast alles grausame und ungerechte in der Welt verantwortlich, da kann der doch auch gleich noch für all die Falschmeldungen verantwortlich sein. ….Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt ….sang einst Pipi.

Die Luft ist so sauber wie lange nicht

stammt natürlich von Matthiaslev Wissmannowitch, entlarvter Putin Troll der russischen Lobbygruppen Genossenschaft russischer Automobilbauer

Wo leben wir denn, dass Medien so eine gequirlte Scheiße über den Ticker lassen, ohne diesen Kasper mit geeinten Schreibkräften niederzumähen? Postfaktisch halt.

Tesla fällt auf 0 Euro

ist die fundierte Progrose von Marcuwitsch Spiegelav dessen Hedgefonds mit einem Volumen von 550 Mio Rubel die Märkte mit seinem Short auf Tesla in Angst und Schrecken versetzt. Im August 2016 tauchten die ersten Meldungen dieses Individuums aus der russischen Troll-Armee auf. Seither haben renommierte Zeitungen – wie z.B. die Süddeutsche – den Artikel nicht nur im August, nein auch im September, und sogar nochmal im Dezember abgedruckt.

Was sitzen denn da für Journalisten in den Redaktionen unserer angesehenen Lückenpresse, dass die jede Aussage ungeprüft übernehmen? Postfaktisch halt.

P.S. Ich habe bereits am 04. August mit einer 3 minütigen Recherche die Feuerkraft und Wertigkeit der Aussage recherchiert. Ein Schelm wer böses dabei denkt, wenn deutsche Zeitungen einen überlegenen US Konkurrenten zu VW & Co versuchen niederzuschreiben.

Die Befragten unterscheiden deutlich zwischen seriösen Qualitätsmedien und -nachrichten auf der einen und Boulevardmedien und Social Media auf der anderen Seite.

Die Forschungsgruppe Wahlen hat im Auftrag des Zweiten Russischen Fernsehens (ZRF) eine Umfrage gestartet und NiClaus Kleberow verlass stolz die Wahrheit in Russia today zur besten Sendezeit.

Wenn 38% gar kein oder nur wenig Vertrauen in die Qualität des Staatsfunks hat, sollte man ggf über Repressalien nachdenken. Vielleicht den Geheimdienst oder das Finanzamt bei der Befragung beisitzen lassen. Da die Studie erst in 2015 und 2016 erhoben wurde, sind Veränderungen der desaströsen Ergebnis auch nicht weiter verwunderlich zu erwarten, war doch schon vor zwei Jahren der Karren in den Dreck gefahren.

Wieviel benebelnden Drogen muss man eigentlich schlucken, um so etwas mit zur Inbrunst geschwollener Brust vorzutragen? Postfaktisch halt.

Ein jüdischer Zombie schenkt jedem ewiges Leben, wenn dieser ihm telepathisch hörig wird und als seinen Herren akzeptiert. Der Zombie ist dazu in der Lage, weil eine sprechende Schlange eine Frau überzeugte, von einem magischen Baum zu essen

Die russisch orthodoxe Kirche ist nachweislich nicht alleine für die Verbreitung dieses Biologie- Grundkurses verantwortlich. Da hat Putin vor 2017 Jahren aber voll versagt. Seine Troll-Armee übrigens auch.

Der Rechtsextremismus ist eine große Gefahr

sagen irgendwie alle.

Das ist auch nicht verkehrt, nur im Kontext scheint von einem anderen Extremismus mehr Gefahr auszugehen. Eine postfaktische Aussage, weil gewagt und so schrecklich gegen die verordnete Meinungseinfalt.
Laut Bundesamt für Verfassungsschutz sahen die Links-und Rechts-Extremistischen Straftaten 2015 wie folgt aus:

  • Das Personenpersonal: Linksextremistisch: 26.700 // Rechtsextremistisch: 22.600
  • Gewalttaten: Linksextremistisch: 1.608 // Rechtsextremistisch: 1.408
  • Rechte Gewalttaten gegen Linksextremisten: 252
  • Linke Gewalttaten gegen Rechtsextremisten: 833

Wie kann man im Land der Dichter und Denker so wenig denken? Postfaktisch halt.

Zum Schluss nochmal echte #fakenews zur russischen Hackerarmee. Die Washington Post veröffentlichte die Tage einen Bericht über einen vermeintlichen russischen Angriff auf einen Stromkonzern in den USA. Nach der angeblichen Manipulation der Wahlen nun der Angriff auf das Herz jeder industriellen Nation: die Energieversorgung. Deutschlands meist besuchtes Nachrichtenmagazin sprang – natürlich – auf den Zug auf

Fazit

Erneut kommen Zweifel auf, ob hinter den schlechten Recherchen der Blätter System steckt, oder schlicht überlastete, vom Weltgeschehen gehetzte Redakteure? Aber negative Schlagzeilen über Russland sind weiterhin hoch im Kurs, wer weiß wie lange das nach Trumps Machtübernahme noch geht?

Die Elektrizitätswerke von Burlington sahen sich nach der viralen Verbreitung der Falschmeldung der Post gezwungen, mit einer eigenen Pressemeldung wieder her der Fakten zu werden. Letztlich war ein Laptop mit einem Virus infiziert. Das Gerät war aber zu keiner Zeit im kritischen IT Netzwerk des Stromanbieters angemeldet. Also wurde mal eben aus dem alltäglichen Virusbefall eines Computers gleich der Cyberkrieg mit einem anderen Land ausgerufen. Lügen haben eben kurze Beine und alternative Medien sind nur einem Klick entfernt.
Die Berichte zur Lügenpresse schließen die Lücken. Die Frage ist eben: Gibt es die Lücken, weil die Redakteure

  1. zu blöd
  2. überlastet, oder
  3. fremdgesteuert sind?

Zum Abschluss: Merkels Einladung der Chefredakteure aus dem Jahr 2008!

Jahresrückblick 2016 – politisch (allzu) Korrekte

Freitag, 06. Januar 2017

Der vorletzte Feind einer offenen Gesellschaft laut Handelsblatt ist der

Politisch (allzu) Korrekte

Wie aktuell dieser Teil würde, hat vermutlich selbst das Handelsblatt nicht gedacht. In der Silvesternacht in Köln schützte ein Großaufgebot der Polizei die Feiernden auf der Domplatte. Doch einige Politiker und Teile der Presse üben Kritik an der Durchführung. Der Vorwurf von Rassismus macht die Runde, ausgelöst durch die Bezeichnung Nafris in einem Tweet der Polizei Köln. Dieser interne Begriff steht für „nordafrikanische Intensivtäter“ und im Netz werden dann sogar Vergleiche zum Schimpfwort Neger hergestellt

janbNeben Böhmermann blasen SPD-Politiker Christopher Lauer, Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linken und die Grünen Politiker Jutta Ditfurth + Simone Peter ins gleiche Horn. Diese Personen haben aufgrund ihres Jobs und einer gewissen Meinungsführerschaft in den sozialen Medien Gewicht. Letztlich führt das alles dazu, dass sich die Polizei für einen erfolgreichen Schutzauftrag der Domplatte Kritik anhören muss.

Was wäre eigentlich gewesen, wenn es dieser interne Begriff nicht in den Tweet geschafft hätte? Ohne belegbare Beweise vorlegen zu können, sagt mir mein Bauchgefühl, der Aufschrei wäre ausgeblieben. Viel gewichtiger ist meines Erachtens aber die künstliche Erregtheit dieser und vieler anderen Trittbrettfahrer ob dieses Begriffs. Gerade Lauer – als Ex-Pirat – sollte in der Lage sein die Suchmaschine google zu bedienen. Schon die Eingabe des Begriffs hätte ihn dann stutzig machen können,

googlenafris

denn offensichtlich ist dieser Begriff weder Köln-exklusiv noch NRW-exklusiv. Löst man dann die Suchanfrage tatsächlich aus, tauchen unzählige Artikel rund um die Silvesternacht auf – die von 2015 auf 2016! Hier ein kleiner Auszug: Blogebeitrag, Artikel im Kurier, Artikel in PI news und sogar in Die Zeit!
Als man in dem Zusammenhang der sexuellen Übergriffe Nafris nutzte, fehlte offenbar den obigen Marktschreiern jeglicher Mut die Klappe aufzureißen. Doch nach einer ereignislosen Silvesternacht in Köln ist es natürlich sehr mutig gegen Rassismus aufzustehen, statt demütig der Polizei für eine sichere Feier zu danken – um Längen sicherer als letztes Jahr! Doch die Damen und Herren möchten sich in Ihrer Zielgruppe profilieren und als strahlend weißer Ritter für Recht und Ordnung einstehen.

Ohne jegliche Erfahrung in Polizeiarbeit kann ich das Vorgehen mit den zwei Türen am Kölner Hauptbahnhof übrigens durchaus nachvollziehen. Im öffentlichen Raum mit teils stark alkoholisierten Menschenmassen umzugehen ist schon eine Herausforderung an sich. Erschwerend kam an Silvester der Schutzauftrag vor einer spezifischen Menschengruppe hinzu. Genauso wie bei Fussballspielen Hooligans anhand Ihres Aussehens aussortiert werden, geschah es in dieser Nacht mit nordafrikanisch aussehenden Personen. Das ist kein Rassismus sondern schlicht und ergreifend Pragmatismus. In der vereinfachten Logik eines Christopher Lauer stellt dieser Anzeige bei der Polizei wegen eines tatsächlich fragwürdigen Kommentars auf Facebook. Folglich sucht Lauer Schutz bei Rassisten, weil das in seinen Augen ziemlich pragmatisch ist.

Nicht nur dieses Beispiel beweist, dass rund um die politisch korrekte Aussprache Scheindebatten geführt werden. In 2016 kochte die Nutzung um transgendere Personen hoch, weil geklärt werden sollte, welche Toilette sie zu nutzen haben. Laut Wikipedia handelt es sich hierbei um Menschen, die sich nicht klar auf eine der naturalisierten Rollen Mann oder Frau festlegen können oder wollen. Die Diskussion um den Willen einer Person will ich hier nicht führen, aber der Bevölkerungsanteil dieses Personenkreises ist meines Erachtens wichtig: 0.26%! Wie so oft im (politischen) Leben hat diese absolute Minderheit eine Lobby. Diese Lobby verfügt über enge Kontakte zur Politik + Presse und lanciert dann entsprechend entrüstende Artikel. Et voila, die nächste Scheindebatte. Scheindebatte deswegen, weil 0,26% bei jeder Wahl unter Sonstiges verbucht wird und sich diese Parteien auch nicht über Rassismus, Ausgrenzung o.ä. echauffieren, sondern ihre gesellschaftliche Relevanz schlicht und ergreifend akzeptieren. D.h. mitnichten, dass diese Parteien keine Stimme haben (oder Transgender nicht ihre Nicht-Rolle ausleben dürfen), sondern dass dieses Land andere Themen auf der Platte hat, die es zu lösen gilt. Wenn Politik sich nur um Belange von wenigen kümmert, leidet die Mehrheit.

Die Kriminalstatistik fällt irgendwie auch in den Themenkomplex politisch korrekte Manipulation. Hier vermischen sich einerseits die moralischen Vorgaben der bildungsnahen Meinungsführer mit der politischen Agenda der Kanzlerin Merkel. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein.
Mit immer neuen statistischen Tricks wird der Bevölkerung eingetrichtert, dass die Flüchtlinge nicht krimineller sind als Deutsche. Wenn dann die Bild Zeitung im Mai 2016 die Zahlen für 2015 vorlegt und attestiert, dass die Zahl der aufgeklärten Straftaten mit Zuwanderer-Beteiligung in einem Jahr um 80% stieg, kratzen sich einige verständlicherweise am Kopf. Interessant auch, dass nur 13 von 16 Bundesländer diese Information überhaupt herausgeben (oder auswerten). Laut EASY sind knapp 1,1 Mio Menschen registriert, die wiederum für 208.344 Straftaten verantwortlich sind.

Neben Statistiken gibt es aber auch weiche Fakten, die auf eine Veränderung der Gesellschaft hinweisen. Hier möchte ich vorab festhalten, dass all diese Bemühungen erst mit der Massenmigration gestartet wurden; es darf also angenommen werden, dass es vorher hierfür keinerlei Anlass gab.
Die als Gutmenschen titulierten politisch Korrekten postulieren in jedes Mikrofon, dass sich unser Leben nicht ändern wird. Wie erklären diese dann einer Mutter, warum ihre Tochter Engelsflügel mit „No“ als Klebe Tattoo für den Schwimmbadbesuch benötigt? Was sagen diese dann Jugendlichen, die in Kneipen im Postkartenständer „Nein heißt Nein“ Postkarten als Aufklärung für die Silvesterparty vorfinden? Wie beruhigen diese einen Vater, dessen Tochter in Schweden „Rühre mich nicht an“ Armbändchen tragen soll?

Fazit

Der erste Schritt ein Problem anzugehen ist, anzuerkennen dass es eins gibt. Demnach brauchen wir eine klare Trennung zwischen den Begriffen Asylsuchende, Migranten, Flüchtlingen etc und eine Kriminalstatistik, die schonungslos dokumentiert, welche Gruppe wieviele & welche Straftaten begeht. Denn mit Verschlusssachen in der Polizeistatistik ist es wie mit Seitensprüngen: irgendwann kommt es sowieso heraus und dann ist das Vertrauen bereits den Bach runter.

Darüber hinaus hilft der Fokus auf wirklich Wesentliches. Die Diskussion über FußgängerINNENzone hilft der Gleichberechtigung der Frau überhaupt nichts, wenn auf der anderen Seite der kalte Krieg von den westlichen Medien quasi herbeigesehnt (-geschrieben) wird, oder unsere Luft nicht mehr zum Atmen geeignet ist.

Jahresrückblick 2016 – Arrogante Eliten

Donnerstag, 05. Januar 2017

Einer der sieben Feinde laut Handelsblatt (kurz HB) und meine Gedanken zu

Arroganten Eliten

Das HB arbeitet sich bei diesem Thema sehr stark am Thema Terror ab. Wieso neben der Überschrift dann ein Foto von Hillary Clinton thront, mag man dem HB gar nicht zutrauen.

Als hätten die vorangegangenen Kapitel nicht schon genug Grund für die Arroganz der sogenannten Eliten (neudeutsch: Gutmenschen, Einzige Kenner der Wahrheit usw.) geliefert, bot das letzte Jahr doch auch hier ausreichend Fakten für ein solches Attest.

Pünktlich zum Neujahr gab es einen Donnerschlag vom ehemaligen Verfassungsrichter Udo di Fabio, selbst Kind eingewanderter Eltern und Direktor des Instituts für Öffentliches Recht (Abteilung Staatsrecht) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zur aktuellen Migrationskrise

Die Bundesregierung bricht mit ihrer Weigerung, die Landesgrenzen umfassend zu kontrollieren, eindeutig Verfassungsrecht…. Das Grundgesetz garantiert nicht den Schutz aller Menschen weltweit durch faktische oder rechtliche Einreiseerlaubnis. Eine solche unbegrenzte Rechtspflicht besteht auch weder europarechtlich noch völkerrechtlich.

lauten Auszüge aus der rechtlichen Bewertung (weiteres siehe hier). Passiert ist folglich nichts. Eben jene Bundeskanzlerin kandidiert ungeniert für eine weitere Amtszeit und die CDU/ CSU spielt einfach mit. Da kommt es auf die Lüge der Kanzlerin bezüglich der Maut

Mit mir wird es keine Maut geben

auch nicht mehr an. Die Chefin des IWF hilft bei einem Betrug von mehreren Hunderten Millionen US Dollar und sitzt immer noch auf ihrem Posten, während in Deutschland Kassiererinnen für einen Pfandbon gefeuert werden. Dass der deutsche Justizminister die drei Säulen des deutschen Rechtsstaats (Legislative, Judikative und Exekutive) zum angeblichen Schutzes der Hetze mal eben an privatwirtschaftliche Unternehmen wie die Amadeu Antonio Stiftung, Facebook oder Twitter auslagern möchte, erregt bei der Presse kaum jemanden.

Ebenso der hunderttausendfache Betrug eines großen Arbeitgebers inklusive nachweislicher Verstrickung amtierender Regierungsmitglieder in der Vertuschung des Skandals haben keinerlei Konsequenzen zur Folge. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Eliten plötzlich in helle Aufregung geraten, wenn der angehende US Präsident Trump seinen Teil der NATO Abmachungen plötzlich an Bedingungen knöpft, die vertraglich festgelegt sind: Nämlich ein Wehrbudget in Höhe von 2% (aktuell ca. 1,3%). Die Medien und Politik reagierten uniso populistisch auf diese Forderung und vertuschten mit gezielter Propaganda den eigenen Mangel hinsichtlich der Vertragstreue.

Fazit

Eine Kaste aus Medienvertretern und Politikern hält sich mittlerweile für unantastbar und gleichzeitig als der moralische Imperativ für die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen in diesem Land. Da die Bürger (noch) nicht in der Lage sind, diesem Geschehen ein Ende zu setzen, kann man wie im VW Skandal nur auf die Chinesen hoffen. Die sind nämlich von der Gesetzestreue der Deutschen, Europäern und Amerikanern alles andere als begeistert. Am 11.12.16 lief die 15jährige Übergangsfrist zum Marktwirtschaftsstatus gemäß der WTO für China aus. Nur will weder die EU noch die USA diesen anerkennen. Mal sehen ob der Tiger kräftig mit der Tatze auf den Tisch haut, und die Eliten tanzen lässt.

Jahresrückblick 2016 – kalte Ökonomen

Mittwoch, 04. Januar 2017

Der vierte Feind in der Handelsblatt Ausgabe – ergänzt mit den mir wichtigen Fakten –  lautet

Kalte Ökonomen

Die Globalisierung kennt nur Gewinner. So oder so ähnlich wird immer wieder argumentiert und unzählige volkswirtschaftliche Zahlen bemüht. Richtig müsste es heißen, dass die Globalisierung auf der Unternehmerseite nur Gewinner kennt. Das Individuum hingegen wird hier und da schon abgehängt und muss sich dann in Deutschland als »faule Grippel« (Stephan Stracke, CSU), »spätrömisch Dekadente« (Guido Westerwelle, FDP), »Anschieber für die Tabak- und Spirituosenindustrie« (Philipp Mißfelder, CDU) »Nutzniesser der sozialen Hängematte« (Wolfgang Schäuble, CDU) beleidigen lassen. schmarotzerGanz aktuell denunziert die CSU die Grünen mit einem Werbespot auf Facebook. Dort wirft man den Grünen vor, die Sanktionen gegen Hartz IV Schmarotzer lockern zu wollen. Bei solchen Attributen leiden in meinen Augen zwei Dinge:

  1. die Würde des Menschen
  2. die von allen Parteien geheuchelte christliche Nächstenliebe

Die Gruppe der atypisch Beschäftigten wie Teilzeit, Geringerverdiener, Leiharbeiter oder Soloselbstständige haben ein 4x höher Armutsrisiko als regulär Beschäftigte. Die Reformen der letzten Jahre haben diese Gruppe auf 9,5 Mio Menschen anwachsen lassen, was eine Verdopplung zu 1991 darstellt (atypische Beschäftigte stellen somit knapp ein Viertel aller Beschäftigten). All diesen Menschen ist gemein, dass sie in der Regel nicht von ihrem Einkommen leben können. Gleichzeitig wuchs der Anteil am Gesamtvermögen der Republik der wohlhabendste 1% von 17,3% (2010) auf 31,5% (2014) (Quelle HB bzw Credit Suisse). Für eines der reichsten Länder der Welt ist das doch einfach nur noch peinlich!
In der Europäischen Union sieht es nicht besser aus. Eurostat verortete im Oktober 119 Mio. Europäer (oder 23,7% der Bevölkerung) an der Armutsgrenze. In Bulgarien sind es gar 41,3%, Rumänien 37,3% und in Griechenland 35,7%.

Die Globalisierung ist übrigens auch nur eine Worthülse, denn neben Rußland sind es vor allem die USA und die EU, die Handelshemmnisse erfinden, um ihre Märkte zu schützen. Die Anzahl der Beschränkungen hat einen neuen Höhepunkt nach der Finanzkrise in 2008 erreicht.
Denn am Ende geht es immer nur um den eigenen Vorteil. Niedriglohnländern wird die Globalisierung als Erfolg verkauft, damit deren Armut den Konsum der Industrienationen ermöglicht. Dabei scheren sich die Konzerne in der Regel einen Dreck um Menschenrechte oder Umweltauflagen.

Fazit

Tja, das Euro-Sorgenkind Griechenland muss ja weiter sparen und darf keine sozialen Geschenke (Wolfgang Schäuble, CDU) verteilen. Das ist keine kalte Ökonomie, das ist schlicht asozial.

Darüber hinaus ist es an Arroganz kaum noch zu überbieten die Globalisierung als das All-Heil-Mittel zu propagieren, die echten, alltäglichen Sorgen seiner Mitbürger zu ignorieren und die westlichen Werte nur dem illustren Kreis der Industriestaaten zu gute kommen zu lassen, während andere ausgebeutet werden. Aber zu Arroganz komme ich ja morgen.

Jahresrückblick 2016 – Selbstsüchtige Autokraten

Dienstag, 03. Januar 2017

Heute mit meinen Ergänzungen zum dritten Feind der offenen Gesellschaft (Handelsblatt Weihnachtsausgabe)

Selbstsüchtige Autokraten

Die einseitige Berichterstattung zu Russland und vor allem Putin wird schon seit Monaten heiß diskutiert, soll hier aber gar nicht Thema sein. Der russische Schulterschluss mit Erdogan war zum Glück nicht der Auslöser, dass die EU beginnt sich mit dem Verhältnis zur Türkei kritisch auseinander zu setzen. Aber die Hetzjagd auf einen neuen US Präsidenten, in diesem Fall Donald Trump, erreicht zumindest in Deutschland eine neue Qualität.

Ganz nüchtern mal die Fakten zur USA: Im allgemeinen wird die USA als (vorbildliche) Demokratie angesehen, d.h. die Bürger dürfen in freien und geheimen Wahlen ihren nächsten Präsidenten wählen. Nach meinem Kenntnisstand gibt es bis heute keinerlei Hinweise darauf, dass die Wahlen unfrei waren, also

  • Menschen gezwungen wurden, oder
  • sich unter Druck gesetzt fühlten

ihre Stimme für einen der beiden Kandidaten abzugeben. Zudem gibt es absolut keine Hinweise darauf, dass die Wahlen nicht geheim waren. Im Gegenteil, schließlich nutzten – für viele Forschungsinstitute überraschend – signifikant viele US-Bürger ihr Recht auf die geheime Wahl, um ihren eigentlichen Wunschkandidaten zu wählen. Denn bei Umfragen logen viele Wähler offensichtlich, weil sie sich für ihren Kandidaten an den Pranger gestellt fühlten!
Diese Tatsache sollten sich die selbsternannten Verfechter der Demokratie mal hinter die Ohren schreiben: Menschen in den USA hatten Angst, ihren Wählerwillen öffentlich zu vertreten, weil sie mit Repressalien rechnen mussten. Wer schafft hier also selbstsüchtig die Demokratie ab?

Das HB liefert ein schönes Zitat von Prof. Herfried Münkler

Der Autokrat zeigt sich in der Rolle des Patriarchen, der sich um seine Landeskinder sorgt.

Nun, passt das nicht auf fast alle Politiker? Bei Patriarch und dem Adjektiv selbstsüchtig aus der Überschrift fällt mir übrigens die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel ein. Die wird mehr als oft auch als schwarze Witwe bezeichnet, weil sie viele potentielle Emporkömmlinge eiskalt abservierte.

Fazit

Unterm Strich positioniert sich also die Elite Deutschlands – oder zumindest die, die sich dafür halten – gegen den neuen Präsidenten der USA. Gegen das Ergebnis der freien Wahlen der Vorzeigedemokratie. Gegen den Wählerwillen von 50% der US Amerikaner. Ein historisch einzigartiges Vorgehen.
Donald Trump muss sich bis dato einzigartige Anfeindungen gefallen lassen und treue Vasallen wie die Bundesrepublik knüpfen sogar die Bedingung zur Einhaltung demokratischer Grundrechte an die weitere Zusammenarbeit mit den USA. So als ob Donald Trump eine Regierung gestürzt oder sich ins Amt geputscht hätte.  Eine derartige Propaganda wird eigentlich nur den erklärten Dispoten der Eliten zu Teil, bevor man sie stürzt, oder in deren Land einmarschiert. Ich kann nicht umhin, darin eine Gewisse Komik zu erkennen.

Jahresrückblick 2016 – notorische Vereinfacher

Montag, 02. Januar 2017

Heute geht es weiter mit dem zweiten Feind der offenen Gesellschaft aus der Handelsblatt Reihe.

Notorische Vereinfacher

Eines der Lieblingsargumente der etablierten Parteien gegenüber den Populisten lautet, die würden ja immer alles notorisch vereinfachen. Nun, ist das nicht schon ein Widerspruch in sich, schließlich nutzt man eine Vereinfachung einer andersdenkenden Partei auf den Nenner Populist und hofft so auf Ressentiments in der Bevölkerung?

Die älteren unter meinen Lesern erinnern sich wohl noch gut an die Stigmatisierung der Grünen, als deren Aufstieg begann. Die alt eingesessenen Parteien ließen nichts unversucht, die Grünen in eine radikale oder sogar staatsgefährdende Ecke zu stellen. Übrigens ein Schicksal, dass die Linken nach dem Fall der Mauer auch durchmachen mussten. Also im Westen nichts Neues!

Die Renten sind sicher

sagte Norbert Blüm 1986, um damals aufkommende Zweifel an der Finanzierbarkeit des Rentensystems auszuräumen. Heute wissen wir, wie lange wir schon von den notorischen Vereinfachern belogen werden. Die Rentenkasse ist leer, das System bis zur Unkenntlichkeit ausgehöhlt und mit Benzin-, Tabak- und anderen Steuern künstlich am Leben gehalten.

Der Irak hat Massenvernichtungswaffen

sagte Colin Powell vor der UN und rechtfertigte damit den zweiten Einmarsch in den Irak. Eine einfache Botschaft, um Alliierte für den Krieg gegen ein souveränes Land zu mobilisieren. Dazu noch eine dreiste Lüge.

Die Milliarden für die Integration wurden in diesem Land erwirtschaftet und wurden niemanden weggenommen

sagte Heiko Maas bei Maybritt Illner am 6. Oktober 2016. Diese 20 Mrd für letztes Jahr fielen also vom Himmel, oder ist der Justizminister etwa ein Goldesel, dessen Abfluss direkt in den Tresorraum der deutschen Bundesbank führt?

Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen

sagen irgendwie alle. Während das Oktoberfest seit einigen Jahren mit unterschiedlichen Sicherheitsringen gesichert wird und letztes Jahr sogar einen Zaun erhielt. Während Weihnachtsmärkte nun mit Maschinenpistolen und Betonpollern gesichert werden. Während bei öffentlichen Silvesterfeiern die Polizei aufmarschiert, als wolle sie ein feindliches Land einnehmen. Während regelmäßig Menschen wegen einer herrenlosen (Oh Gott, die LGBT Fanatiker bekommen jetzt Schnappatmung, doch politische Korrektheit kommt auch noch dran) Tasche aus Bahnhöfen, Ämtern oder Flughäfen evakuiert werden.

Fazit

Die Argumentation der Eliten greift nicht. Politiker aller Parteien nutzen einfache Parolen, weil sie seit jeher Menschen die Komplexität nicht zutrauen. Nun kommt jemand daher und nutzt dieselbe Mechanik gegen sie. Blöd, aber keinesfalls neu.

Jahresrückblick 2016 – Brutale Dschihadisten

Sonntag, 01. Januar 2017

Nach einem längeren Urlaub im November überraschte mich der Dezember mit vielen Kundenterminen und es blieb nicht die Zeit für aktuelles – abgesehen von Twitter. Doch die Wochenend- und Weihnachtsausgabe des Handesblatt inspirierte mich ein Resümee zum vergangenen Jahr zu verfassen.

Was ist eigentlich mit unserer Gesellschaft los?

könnte der Titel für diesen Beitrag sein. Das Handelsblatt hat es etwas pathetischer ausgedrückt: Die 7 Feinde der offenen Gesellschaft.

  1. Brutale Dschihadisten
  2. Notorische Vereinfacher
  3. Selbstsüchtige Autokraten
  4. Kalte Ökonomen
  5. Arrogante Eliten
  6. Politisch (allzu) Korrekte
  7. Hysterische Medien

Diesen Punkten möchte ich nicht widersprechen, aber meine Sichtweise auf deren Inhalt ist häufig ein völlig anderer. Das Wahrheitsministerium des Heiko Maas hätte vermutlich mit meinem Blickwinkel ein massives Problem, weil er nicht #postfaktisch ist, aber doch irgendwie auch nicht in die staatliche Propaganda passen will.

In den kommenden Tagen veröffentliche ich täglich meine Sicht eines Feindes der offenen Gesellschaft und beginne heute mit

den brutalen Dschihadisten

Das gewaltsame Töten von Menschen ist verwerflich. Bis hierhin erhalte ich vermutlich (oder hoffentlich) von allen Lesern ungeteilte Zustimmung – Soziopathen mal ausgeschlossen. Das Handelblatt (Abk. HB) weist hier 38.422 Terroropfer in 2015 aus. Nach Auswertung der Quelle Global terrorism database für Tote durch Terrorismus jeder Art weltweit zwischen 2001 und 2015, fielen ca 100.000 Menschen einer terroristischen Tat zum Opfer.global terrorism databaseVergleicht man diese Zahl der Toten mit Berichten von z.B. Physicians for social responsibility, erscheinen diese Taten plötzlich in einem völlig anderen Licht. Die Organisation wurde übrigens mit dem Nobelpreis für Frieden ausgezeichnet.
Seit dem Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 und dem darauf folgenden Krieg gegen den Terror starben laut PSR mindestens 1.300.000 Menschen in den drei bekanntesten Kriegsgebieten Irak (1Mio), Afghanistan (220.000) und Pakistan (80.000) (siehe Seite 15 Executive summary). Weitere Kriegsgebiete wie z.B. der Jemen sind hier noch gar nicht berücksichtigt. Natürlich ist das Aufrechnen von Toten ein schäbiges Unterfangen, doch wie würden wir reagieren, wenn der Tod sich mit einem Zischen am Himmel andeutet, Freunde und Verwandte wahllos entführt, verstümmelt oder getötet werden? Das Selbstmordattentat ist und bleibt die Waffe des armen Mannes.

Wie sagte einst Bruce Willis in The Siege:

Die Armee ist kein Skalpell

und statt einer ordentlichen Untersuchung wie es eines Rechtsstaat würdig wäre, griffen die USA im Blut- und Vergeltungsrausch völkerrechtswidrig andere Länder an. Übrigens reagierte Frankreich auf Nizza mit Mali exakt genauso.

Fazit

Wen wundert es dann, wenn sich diese Menschen für den Terror bei uns revanchieren? Zum Abschluss noch die Worte von Michael Lüders, Publizist, bei Markus Lanz vom 21.12.16.