Neue Anlagemöglichkeiten dank Roboadvisor, Teil I

Meine Steckenpferde sind Autos, Fintech und Digitalisierung im allgemeinen. Die letzten beiden bieten nun in Zeiten von Negativzinsen neue Möglichkeiten zur Geldanlage und diese möchte ich ausprobieren. Zum Einen wäre da das p2p lending und zum Anderen sogenannte Roboadvisor. Beide Geldanlageformen arbeiten mit intelligenter Software, die Entscheidung pro oder contra einer Investitionen tätigt. Während die eine Kredite nach gewissen Vorgaben abklopft, beobachtet die andere permanent den Kapitalmarkt und trifft Entscheidung pro Anleihen und gegen Aktien. Oder umgekehrt. Vorausgesetzt die Software ist korrekt programmiert, hat sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Menschen: sie ist vollkommen emotionslos und ackert einfach die Parameter ab. Während Menschen aus Sentimentalität an einer Investition hängen, diese vielleicht sogar aufstocken und bereits bei der Auswahl oft den Bauch entscheiden lassen.

p2p lending

Hiebei handelt es sich um Plattformen, die Kredite unter Privatleuten vermitteln. Investoren gehen auf die Plattformen und stellen Geld zur Verfügung. Kreditnehmer besuchen diese Dienstleister, um den Kredit für das lang ersehnte Motorrad, oder den dringenden Umbau des Dachstuhls zu erhalten.

Ich habe bei vier Anbietern ein Konto eröffnet und jeweils 1000€ eingezahlt. Dies ist mein Ansatz das Risiko ein wenig zu streuen und über eine längere Laufzeit  die beste Plattform zu finden. Grundsätzlich ist anzumerken, dass alle Plattformen entweder einen Roboter nach meinen Vorgaben investieren lassen, oder aber auch die individuelle Auswahl von Krediten zulassen.
Bei allen habe ich ein ähnliches Risikoprofil beim Roboter – die moderate Mitte – ausgewählt. Letztlich ist die Einzelbewertung von Kreditanträgen schlicht und ergreifend wenig profitabel, es sei denn man hat sehr viel Zeit und einen geringen Stundenlohn. Die summe von je 1000€ wird über mehrere Kredite verteilt, wobei die Plattformen unterschiedliche Findest/ Höchstgebote zulassen.

Viele werden sich nun Fragen, wieso die Kreditnehmer nicht zu einer Bank gehen. Die schnelle Antwort ist wohl, weil sie dort keinen Kredit bekommen. Eine lange Antwort habe ich mir ehrlich gesagt nicht überlegt. Mit ø Renditen im zweistelligen Bereich ist ein gewisser Zahlungsverzug und auch Ausfall einkalkuliert. Höheres Risiko vs höhere Rendite, wie immer im Leben.

Viventor

Mindestanlage: 10€

Als nicht deutsche Plattform kann das Konto direkt angelegt und die Investitionssumme direkt überwiesen werden.
Die Übersicht der getätigten Investitionen ist klar und deutlich, inkl. der gewählten Risikoeinstellungen. In meinen Augen bietet diese Plattform die aufgeräumteste Oberfläche und beschränkt sich auf das Wesentliche. Bei den Krediten scheinen vor allem spanische Banken Teile Ihrer Kredite auszulagern, was wohl dem Risikoaufschlag bei der Rendite gerecht wird.

Auxmoney

Mindestanlage: 25€

Hier eröffnet man ein Bank bei der biw und muss einmal zur Post rennen -PostIdent. Das könnte sich am Ende des Jahres ggf als Vorteil erweisen, sollte die Bank eine Steuererklärung direkt ausweisen.
Bei der Ersteinstellung des Roboter bedarf es ein wenig Glück, es ist nicht ganz so intuitiv wie bei den anderen Plattformen. Die vergleichbar hohe Mindestinvestition pro Kredit beläuft sich hier auf 25€ und limitiert deshalb auf 40 Kredite.

Bondora

Mindestanlage: 5€

Als nicht deutsche Plattform kann das Konto direkt angelegt und die Investitionssumme direkt überwiesen werden.
Die Menüstruktur ist ziemlich verschachtelt und nicht unbedingt eindeutig benannt. Im Einzelfall ist das vermutlich irrelevant, im direkten Vergleich zu Viventor jedoch auffällig. Die geringe Mindestanlagegebühr maximiert die Risikostreuung, allerdings bin ich am Ende des Jahres auf die Steuerdokumentation gespannt.

Am Ende des Jahres werde ich eine Zwischenbilanz ziehen. Es sind lediglich vier Monate für die erste Betrachtung, doch können Ausfallquoten, Zahlungsverzüge und natürlich die gezahlten Tilgungen betrachtet werden. Dagegen tritt ein

Robodvisor

an. Dabei handelt es sich um eine AI Software, die gemäß meinen Vorgaben am Kapitalmarkt (Anleihen, Rohstoffe, Aktien) in sogenannte ETFs investiert. Genau wie beim p2p lending habe ich mich für den Mittelweg in der Rendite entschieden und meine Verlusttoleranz pro Jahr auf 15% beschränkt.

Scalable Capital

Nach einer Recherche im Netz schnitt Scalable gut ab. Das Unternehmen kann dank einer entsprechenden Lizenz in meinem Namen auf meinem speziell dafür bei der Baader Bank eingerichteten Konto investieren. Hierzu gebe ich auf der Plattform nach Einstellung der Leitplanken den Startschuss. Die gewünschte Investitionssumme wird eingezogen und los geht’s. Zusätzlich zur Einmalzahlung gestatte ich dem System 150€ monatlich zusätzlich zu investieren.
Die gewünschte Rendite ist auf 15% / Jahr eingestellt und reicht im Maximum bis 25%. Auch wenn ich risikobewusster als der ø Deutsche bin, so finde ich 15% schon mehr als ambitioniert. Vor allem wenn man die derzeitige Zinslage berücksichtigt. Wie auf dem Bildschirmfoto zu sehen ist, habe ich einen VaR (value at risk) von 15% gewählt. Das Portfolio sollte in einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht mehr als 15% an Wert verlieren.
Da ich selber regelmäßig monatlich in ETFs investiere, bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, wer hier besser auswählt.

Anmerkung: Ich habe hier einen anderen Betrag investiert, daher die Anonymisierung der Beträge in den Bildern.

2 thoughts on “Neue Anlagemöglichkeiten dank Roboadvisor, Teil I”

  1. Hallo Herr Röder,

    wir von Scalable Capital freuen uns sehr, dass Sie bei uns investiert haben. Allerdings ist uns aufgefallen, dass Sie unser Risikomaß Value-at-Risk (VaR) als „gewünschte Rendite“ missverstanden haben. Wie auf Ihrem Screenshot zu sehen ist, beziehen sich die 15% auf das „Verlustrisiko Ihres Portfolios“, nicht auf die gewünschte Rendite. Die mögliche Rendite (berechnet auf Basis historischer Daten) ist rechts in der Liniengrafik zu sehen. Bei 15% VaR sind das ca. 5-6% im mittleren Szenario, aber bitte lesen Sie auch die Hinweise zur Grafik auf unserer Homepage (http://de.scalable.capital).

    Im Rahmen des Anmeldeprozesses werden Ihnen mehrere Fragen gestellt, die uns dazu dienen, Ihre maximale Risikokategorie zu ermitteln – je nach Beantwortung dieser Fragen ist es dann nicht mehr möglich, das Verlustrisiko auf den maximalen Wert von 25% Value-at-Risk zu ziehen (wie auch bei Ihnen geschehen: im Screenshot ist sichtbar, dass der Bereich ab ca. 21% bis 25% rot ist, diese Werte könnten Sie also nicht auswählen). Dies ist Teil unserer Verantwortung als regulierter Vermögensverwalter.

    Hier auch noch die korrekte Erklärung, wofür der Wert „Value-at-Risk“ steht: Der von Scalable Capital verwendete VaR beziffert den Jahresverlust, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschritten werden sollte (VaR mit Jahreshorizont und 95% Konfidenzniveau).

    Ein angegebener VaR von 15% bedeutet beispielsweise, dass das Portfolio in einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht mehr als 15% an Wert verlieren sollte. Anders ausgedrückt: Ein Jahresverlust von mehr als 15% kann im Mittel in einem von 20 Jahren (1/20, also 5% Wahrscheinlichkeit) auftreten.

    Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihren Blog-Artikel dahingehend berichtigen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Scalable Capital-Team

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