Ein Wochenende mit der Apple Watch

Forschen und entwickeln wird bei MaibornWolff groß geschrieben. Daher gibt es technische Errungenschaften zum Ausleihen im Spielelabor. Als nun endlich die Apple Watch verfügbar ist, habe ich mich sogleich in die Liste eingetragen. Von Freitag nachmittag bis Montag abend hing die Uhr an meinem Handgelenk und fühlte sich nach anfänglichen Irritationen später dann fast natürlich an. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich vor ca. 15 Jahren das letzte Mal eine Uhr getragen habe. Praktisch mit dem Aufkommen von Mobiltelefonen sehe ich keinen Sinn mehr in einer Uhr.

Smartwatch – kein überzeugendes Konzept

Meine Vorurteile haben sich im Grunde bestätigt. Der Mehrwert einer Uhr als erweiterte Anzeige meines Smartphones ist sehr begrenzt. Ich behaupte, dass es derzeit kein vernünftiges Argument für eine Smartwatch gibt; bis auf das eine Argument, dass man eine tragen möchte.
Natürlich ist die dezente Benachrichtigung über einen aktuellen Status per Vibration am Arm angenehm und der schnelle Blick auf die Uhr bietet z.B. den Text der SMS oder den jüngsten Retweet von Twitter. Allerdings ist die Interaktion mit dieser Information stark limitiert, denn die Dateneingabe gestaltet sich umständlich. Doch welchen Vorteil hat dann eine Smartwatch, wenn mir jemand eine SMS schreibt und ich das weiß, aber z.B. beim Abendbrot eben doch nicht antworten kann? Keinen. Letztlich ist es die Droge mit dem Extrakick für die Smartphone-abhängigen, die sofort über alles Bescheid wissen müssen und so den Pawlowschen Schwanz mit dem Hund wedeln lassen!

Rühmliche Ausnahmen sind hier Kalendereinträge, Aktivitätsaufforderungen oder die zwei Sekunden Ruhm an der Kinokasse, wenn man lässig die Kinotickets am Handgelenk trägt. Diese Vorteile rechtfertigen in meinen Augen aber nicht mal die Investition in eine Pebble Watch. In der Zwischenzeit fröne ich weiterhin der “Nicht stören” Funktion meines iPhones ab 21 Uhr und arbeite an meinem Speichelfluss, wenn es in der Hosentasche vibriert.

Apple Watch – intuitiv und nahezu perfekt umgesetzt

Das Gerät an sich ist wunderschön im Design, perfekt zusammengebaut und trägt sich sehr angenehm. Zudem ist die Zusammenarbeit mit dem iPhone nahtlos und endlich mal in gewohnter Apple Manier ausgeführt. Beim Koppeln tauschen sich die Geräte offensichtlich aus und es tauchen auf der Apple Watch die Programme auf, die ich auch auf meinem Smartphone installiert habe.
Die Nutzerführung ist intuitiv. Ich hatte überhaupt keine Ahnung über die Funktionsweise der Uhr und nach 3 Minuten den Dreh mit den unterschiedlichen Menüebenen raus. Hier hat Apple gute Arbeit geleistet. Ein sehr gut gibt es von mir nicht, weil die unterschiedliche Druckempfindlichkeit der Uhr nicht immer den gewünschten Effekt erzielt.

Zu guter Letzt bleibt natürlich noch das Thema Batterie. Artig, wie es sich für einen Smartwatch Besitzer gehört, habe ich auf jede Vibration reagiert und mir den Grund anzeigen lassen. Das eine oder andere Mal habe ich auch (versucht zu) interagieren. Inklusive einer innerstädtischen Navigation, mehreren Vorführbewegungen und 2x 5km Läufen habe ich die Uhr 2x aufgeladen und legte sie heute abend mit 80% Ladeleistung wieder zurück ins Spielelabor. Kurze Rede, langer Sinn: wer ein Smartphone hat, sollte mit dieser Akkuleistung klarkommen.

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