Versteckte Werbung bei Wetten, daß…?

Bei der Clearingstelle des ZDF dürften die letzten Tage ziemlich viele Überstunden anfallen. Und die Mitarbeiter tun mir sogar irgendwie leid!
Doch die Recherche einiger Medien bzgl. möglicher Placements oder „Schleichwerbung“ geschieht nicht, um den Zuschauer zu schützen. Der ist seit Jahren an Placement gewöhnt. Letztlich dreht es sich nur um die Finanzierung der öffentl-rechtl. Sender durch die Bevölkerung im Vergleich zur Geldbeschaffung der privaten Konkurrenz. Aber der Reihe nach…

Die Bild Zeitung nimmt Anlauf, um sogenannte Schleichwerbung des Senders aufzudecken. Der Redakteur beweist ja mit dem Titel Auch bei Wetten, daß…? versteckte Werbung sogar äußerst viel Sinn für Humor. Die Königin der Biere hätte sich für 1.2 Mio 483 Sekunden Werbung erschlichen. Moment mal: 483 geteilt durch 30 ist gleich 16,1 Spots zu € 74.500 für ein Logo zwischen Köpfen im Hintergrund – ziemlich happig. Doch von verstecken zu sprechen, finde ich in Anbetracht omnipräsenter deutscher Autobauer in den letzten Jahren der Show für eine Verniedlichung. Die Skandale im öffentl.-rechtl. TV reihen sich aneinander und der Aufschrei der Presse kommt in schöner Regelmäßigkeit. Ähnlich der Beschwerde über zu hohe Benzinpreisen vor den Sommerferien.
Doch wen interessiert das Ganze eigentlich? Den Zuschauer sicher nicht, denn juristische Spitzfindigkeiten wie Schleichwerbung, Product Placement oder Beistellung sind lokale Probleme. Das Programm soll doch im wahren Leben spielen, und da fahren Leute Auto, essen Yoghurt oder telefonieren. Dass hier Menschen beschäftigt werden, die sich Fantasieprodukte ausdenken, nur damit die Clearingstelle o.ä. Einrichtungen nicht den Verdacht der Schleichwerbung anheimfallen ist doch absurd! Der Zuschauer braucht keinen Schutz vor der Industrie und schon gar nicht die öffentliche Heuchelei, daß man sich um ihn sorge.

Es geht hier letztlich nur um Eines; nämlich Geld. Um sehr viel Geld. Auch wenn in Zeiten der Finanzkrise hohe Beträge zur Normalität wurden, so reden wir von den ca 7 GEZ Milliarden, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern verpulvert werden. Mit diesem Geld sollte man eigentlich auskommen, vergleicht man die Bilanzen von börsennotierten Sendeanstalten im Vergleich. Doch haushalten steht nicht in den Statuten der öffentl.-rechtl Sender. Beispiele gefällig?
Die Verwaltung der Studios für die Sendung plusminus in der ARD erinnert eher an Plan- statt Marktwirtschaft. So gibt es diverse Länderstudios mit Technik, Ausstattung und natürlich Personal -inkl. Moderator(en). In der freien Wirtschaft gäbe es genau ein Studio für die paar Sendungen im Jahr. Doch da die Länder auf Ihre Individualität pochen, halten die sich das in mehrfacher Ausführung. Oder was hat es eigentlich mit Bildung zu tun, teure Stars wie Gottschalk, Schmidt und Co einzukaufen? Hinsichtlich des Bildungsauftrag bin ich bei vielen Sendungen noch nicht fündig geworden.
Jedoch möchte ich nicht mit der sogenannten Qualitätsdebatte beginnen, denn über Geschmack läßt sich bekanntlich trefflich streiten. Doch dem Argument der Qualitätsgarantie durch GEZ finanziertes Vollprogramm möchte ich klar widersprechen. So kommen zwar viele schlechte Trends wie z.B. das Realitätsfernsehen aus den USA, gleichzeitig werden dort aber Serien und Filme für das TV mit anspruchsvoller Handlung in hochwertiger Drehtechnik hergestellt. Sprich: Ohne GEZ ist unser TV Programm nicht nur noch RTL 2; es würde beides geben. Zudem wäre ich gerne bereit für die Infoversorgung € 5 im Monat für einen n-TV artigen Sender der ARD zu zahlen. Unabhängige Nachrichten wie „Monitor“, „plusminus“ usw. im 24h Vollprogramm. Da findet sich auch sicher noch ein Platz für Anne Will.

P.S. Wird eigentlich wer hysterisch, wenn Axel Schulz auf seinem Boxerschädel ständig diese Fackelmann Mütze trägt? Das macht der doch freiwillig, weil ihm die so gut gefällt. Der Dieter wird doch auch noch Polos tragen dürfen, die er mag (siehe dritter Link).

Links aus der Presse zum aktuellen Skandälchen um ein Parfum
Handelsblatt
bild.de
bild.de

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