Product Placement im Kinderprogramm regelt der Markt alleine

Während in Deutschland wie üblich für alles Regularien aufgestellt, Gesetze erlassen und Einschränkungen eingeführt werden müssen, lebt die USA die freie Marktwirtschaft etwas intensiver.

Ohne hier politisch werden zu wollen, so liegt vermutlich die Ideallinie irgendwo in der Mitte beider Ansätze. Doch gerade bei der Regelwut der Deutschen schüttelt es einen ein wenig. So auch die Umsetzung der EU Regeln für das Product Placement im deutschen Fernsehen. Es wurde hier schon viel darüber geschrieben und ich möchte lediglich eine kleine Anekdote zum Nachdenken anführen.

Laut Statuten des komplizierten Regelswerks darf im Kinderprogramm kein Product Placement erfolgen, ebenso wie in Nachrichtensendungen oder Programmen mit informativem Charakter. Der Schutzschirm für die Kleinen ist sicher gut gemeint. Doch wer jemals tagsüber die Werbeflut im Kinderprogramm gesehen hat, weiß, dass der Kampf längst verloren ist.

In den USA ändert gerade Dreamworks seine Marschrichtung bei seinen Animationsfilmen und distanziert sich mehr und mehr von der Produktintegration. Als „Shrek“ im Jahr 2001 als erster Film herauskam, wurden Null Marken integriert. In den folgenden Filmen änderte sich das. „Madagaskar“ aus dem Jahr 2005 hatte bereits 20 Integrationen, und als in „Shrek 3“ in einem Wortspiel„Ye old hooters“ auf die Schnellimbisskette mit den dickbusigen Bedienungen verwies, gingen die Eltern auf die Barrikaden. Eigentlich klar. Schließlich ist das die USA!

Der Mitbewerber Pixar fuhr hier von Beginn an eine sehr dezente Markenstrategie und hatte kontinuierlich (mehr) Erfolg. Neben der Beschwerden von aufgeregten Eltern scheint auch die Langlebigkeit des Kinderfilms unter Placements zu leiden. „Findet Nemo“ ist eine Legende geworden, wie auch „Wall-E“, während die Filme aus dem Hause Dreamworks hier abfallen. Mittlerweile hat das Studio das Problem erkannt und rudert in seinem neuen Film „Megamind“ deutlich zurück. Es bleibt abzuwarten, ob es sich bestätigt, das Placements in Kinderfilmen Legendenbildung verhindern: Auf auf jeden Fall sind die Zuschauerzahlen und Beschwerden ein Gradmesser.

Der Markt regelt eben doch einiges von selbst. Das dauert meist auch nicht viel länger, als unsere Bürokraten für ein Gesetz benötigen.

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