Archiv für November 2010

Bar mit Karma für den Zuschauer – Mazda glaubt daran

Montag, 29. November 2010
Die Produktion creation studios geht zusammen mit American Express, at&t und Mazda einen neuen Weg, um hochwertig produziertes webTV zum Erfolg zu führen. Das wirklich Neue an dem Konzept ist die Beteiligung des Publikums an der Entwicklung des Drehbuchs. Soweit die Theorie.
Leider ist die Webseite der Produktion ziemlich unübersichtlich und nur die aufgeführten Videos helfen dem Betrachter etwas mehr zu verstehen, was eigentlich getan werden muß. Folgt man obigem Link ist man direkt im Entwicklungsteil der Webseite. creation studios möchte Autoren, und solche die es glauben zu sein, einladen, an der Geschichte weiterzuarbeiten. Die Beteiligten sind jedoch nicht irgendwer. Mit dem legendären Spieleentwickler von „Sims“ und „Sim City“ Will Wright ist ein kreativer Vordenker an Bord, unterstützt vom erfolgreichen TV Unterhalter Albie Hecht (SpongeBob SquarePants, Dora the Explorer, Blue’s Clues) und bekannten Schauspielern wie William Sanderson und Matthew Humphreys.
Es began im Frühjahr 2010 mit einer Ausschreibung an ein Netzwerk, bereitgestellt durch die Beteiligten Wright, Hecht und Cohn. Die Mitwirkenden arbeiteten an der groben Ausrichtung und als überragendes Element wurde „Karma“ identifiziert. Die Geschichten sollen sich also um Probleme von Menschen und deren Lösung drehen. Letztlich mündete dies in der Bar Karma, einem Ort am Rande des Universums, zeitreisend und bestückt mit drei Angestellten als Kellner mit einem Ohr für die Probleme der Gäste. (mehr… )
Das Grundgerüst steht und nun kam Mazda mit dem „2er“ als Partner auf den Plan. Es gilt nach vorgegebenen Regeln das Produkt zu integrieren, denn die Entwicklung der Geschichten geht natürlich weiter. Autoren können sich anmelden und am roten Faden mitarbeiten. Für Mazda hat das gleich zwei Vorteile: a) Die Autoren setzen sich intensiv mit dem Auto und einer möglichen Integration auseinander, was sicher nicht schädlich ist. b) Der Zuschauer wird später eine schöne Geschichte sehen, in der das Auto den einen oder anderen Auftritt hat.
In der Spielebranche verlief ein ähnliches – wenn auch nicht ganz so extremes – Experiment gut. Sony hatte mit dem Spiel Heavy Rain einen weltweiten Erfolg und konnte über 500.000 Einheiten allein in der ersten Woche verkaufen. Das Spiel merkt sich Entscheidungen des Spielers und ändert entsprechend den Verlauf des Spiels.
Interaktives Fernsehen extrem – so könnte man diesen Versuch betiteln. Die Trailer versprechen hochwertiges Material und die Geschichte sieht besser aus, als sie sich mit all dem Entwicklungsprozess erklären läßt. Bleibt abzuwarten, ob es vom Publikum angenommen wird – vor allem wann es wirklich losgeht!

Product Placement im Kinderprogramm regelt der Markt alleine

Dienstag, 09. November 2010

Während in Deutschland wie üblich für alles Regularien aufgestellt, Gesetze erlassen und Einschränkungen eingeführt werden müssen, lebt die USA die freie Marktwirtschaft etwas intensiver.

Ohne hier politisch werden zu wollen, so liegt vermutlich die Ideallinie irgendwo in der Mitte beider Ansätze. Doch gerade bei der Regelwut der Deutschen schüttelt es einen ein wenig. So auch die Umsetzung der EU Regeln für das Product Placement im deutschen Fernsehen. Es wurde hier schon viel darüber geschrieben und ich möchte lediglich eine kleine Anekdote zum Nachdenken anführen.

Laut Statuten des komplizierten Regelswerks darf im Kinderprogramm kein Product Placement erfolgen, ebenso wie in Nachrichtensendungen oder Programmen mit informativem Charakter. Der Schutzschirm für die Kleinen ist sicher gut gemeint. Doch wer jemals tagsüber die Werbeflut im Kinderprogramm gesehen hat, weiß, dass der Kampf längst verloren ist.

In den USA ändert gerade Dreamworks seine Marschrichtung bei seinen Animationsfilmen und distanziert sich mehr und mehr von der Produktintegration. Als „Shrek“ im Jahr 2001 als erster Film herauskam, wurden Null Marken integriert. In den folgenden Filmen änderte sich das. „Madagaskar“ aus dem Jahr 2005 hatte bereits 20 Integrationen, und als in „Shrek 3“ in einem Wortspiel„Ye old hooters“ auf die Schnellimbisskette mit den dickbusigen Bedienungen verwies, gingen die Eltern auf die Barrikaden. Eigentlich klar. Schließlich ist das die USA!

Der Mitbewerber Pixar fuhr hier von Beginn an eine sehr dezente Markenstrategie und hatte kontinuierlich (mehr) Erfolg. Neben der Beschwerden von aufgeregten Eltern scheint auch die Langlebigkeit des Kinderfilms unter Placements zu leiden. „Findet Nemo“ ist eine Legende geworden, wie auch „Wall-E“, während die Filme aus dem Hause Dreamworks hier abfallen. Mittlerweile hat das Studio das Problem erkannt und rudert in seinem neuen Film „Megamind“ deutlich zurück. Es bleibt abzuwarten, ob es sich bestätigt, das Placements in Kinderfilmen Legendenbildung verhindern: Auf auf jeden Fall sind die Zuschauerzahlen und Beschwerden ein Gradmesser.

Der Markt regelt eben doch einiges von selbst. Das dauert meist auch nicht viel länger, als unsere Bürokraten für ein Gesetz benötigen.

Humor: Schade, das „what“ kein product placement ist

Donnerstag, 04. November 2010

Die vielfach ausgezeichnete US Serie „mad men“ begeistert weltweit nicht nur die Werber, die den guten alten Tagen nachhängen. Der Humor der Serie ist vielschichtig und manchmal auch nicht ganz eindeutig für den Hauptdarsteller. Wie man hier bestaunen kann…