Die Kennzeichnungspflicht für Placement hilft niemandem, schon gar nicht dem Zuschauer

Mit der Einführung der Erlaubnis zum Product Placement im privaten TV in Deutschland, musste natürlich der Zuschauerschutz oben anstehen. Selbstverständlich hat der Staat, hier vertreten durch die Landesmedienanstalten, das ureigenste Interesse seinen Bürger zu entmündigen, oh Verzeihung, zu schützen.
Mit dem Schritt zur Erlaubnis und damit der Gleichstellung mit ausländischen Produktionen, sollte der dt. Filmlandschaft aber zugleich wieder ein kleiner Stein in den Weg gelegt werden. Im TV muss der Zuschauer auf die Produktintegration hingewiesen werden. Denn sonst läuft der gemeine Zuschauer Gefahr, die verpackten Werbebotschaften der Konzerne nicht zu identifizieren.
Also wird seitens der Sender zu Beginn eines jeden Sendeabschnitts ein Zeichen ( wie z.B. PP) kurz eingeblendet. Jetzt wissen alle Bescheid, ach wirklich ?
Eingekaufte ausländische Ware fällt übrigens auch darunter, falls es den Sendern zuzumuten ist, bei der Produktion nach möglichen Integrationen nachzufragen. Ein Tipp an alle TV Einkäufer: bei James Bond bedarf es keiner Recherche, immer schön einblenden. Ansonsten wäre ich gerne bei einem Telefonat vom ZDF mit Hollywood dabei. Nur zuhören. Das Stelle ich mir großartig vor. 

Der deutsche Feuilleton – hier Neues Deutschland – wettert gegen den 13. Rästv und setzt Product Placement mit Schleichwerbung gleich, was ein grober Fehler und obendrein noch heuchlerisch ist. All die Jahre zuvor, wurde des Deutschen größtes Produkt, Wetten, daß…?, als Placementflagschiff in die Schlacht gefahren. Grenzwertig noch heute. Nur wo war er da, der gefürchtete investigative Journalismus ? Wenn Autokonzerne Millionenbeträge überweisen, Studios Ihre Filme bewerben und Musikproduzenten die Platten Ihrer Stars und Sternchen ? Dieses goldene Kalb darf/ durfte nicht geschlachtet werden, aber ein Joghurt Skandal bei der ARD wird hochgekocht. 

Es ist fahrlässig anzunehmen, daß der Zuschauer zu dumm ist Product Placement zu erkennen, nur weil er in der Mehrheit Bild statt Feuilleton liest.
Der Konsument lebt in einer Welt voller Marken. Marken machen Menschen und symbolisieren eine Lebensphase sowie einen Lebensstandard. Demnach helfen Marken Charaktere zu beschreiben. Wenn dies natürlich passiert, unterstützt es den Handlungsfluß und ist nicht störend. Schlechte Integration führt schnell zu einer Reaktanz des Konsumenten und der gewünschte Imagegewinn dreht ins Negative. So z.B. die Ford Integration in James Bond. Das ist schlicht unglaubwürdig und wird sofort erkannt.
Die Mehrheit aller Formate kommt aus USA und wurde mit Platzierungen bestückt. Hat das je gestört ? Nein, der Zuschauer ist daran gewöhnt. Denn nur im detuschen Fernsehen sah z.B. eine Tankstelle nie aus wie im richtigen Leben. Sie durfte weder blau, gelb noch grün leuchten und all die Artikel im Kassenraum sahen anders aus als im wahren Leben. Wie realistisch ist das denn ?

Link zu Infos von meedia zu PP

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