Mit ‘Wetten daß?’ getaggte Artikel

“Wetten, dass…?” sollte auslaufen

Sonntag, 23. Oktober 2011

30 Jahre sind für ein TV Format eine Menge Holz und wer erinnert sich nicht gerne an die gemeinsamen Fernsehabende mit den Eltern und Frank Elstner/ Thomas Gottschalk. Die Skandälchen des Blondgelockten (“unterkühlen Sie sich nicht die Eierstöcke”) oder Auftritte wie der von Cher lassen einen selig an eine schöne TV Unterhaltung zurückdenken.
Aus dieser Zeit blieb auch Paola und Kurt Felix im Gedächtnis, denen Leute in damals noch wirklich würdevollen und netten Fallen auf den Leim gingen. Doch – gerade in diesem Fall – leider lief deren Zeit aus und die Show wurde modifiziert und von den Privaten immer extremer ausgelegt. Allerdings half all das auch nicht. Das Interesse der Zuschauer wurde durch neue Konzepte geweckt und sie wanderten weiter.

Auch wenn der Anlass für ein mögliches Ende der tragische Unfall war, so gibt es immer einen. Ich hoffe nur, dass weder Hape Kerkeling noch andere sich vor diesen Karren spannen lassen. Der Karren ist im Dreck der Zeit festgefahren und vielleicht sollte das ZDF mal ein paar kreative Köpfe anheuern und eine neue Show konzipieren. Die GEZ bezahlt dem Haufen jährlich Milliarden.
Sollten Sie sich für diesen – mühseligeren – Weg entscheiden, drücke ich Ihnen ganz aufrichtig die Daumen. Vielleicht kommt am Ende eine neue, tolle Show heraus, die Jugend und Senioren in Ihren Bann zieht, bevor die Jungen dann anschließend in die Diskos gehen und dort unter anderem auch von der tollen Show aus dem Fernsehen reden. Das wäre doch was, oder?

Leider ist das ZDF bekannt als geldfetter, träger Haufen und wird sicherlich letztlich irgendeinen Plapperer mit € überschütten und so nur darüber hinwegtäuschen, dass Sie einfach nichts anderes auf Lager haben. Die Welt ist voller Ideen.

Versteckte Werbung bei Wetten, daß…?

Mittwoch, 26. Januar 2011

Bei der Clearingstelle des ZDF dürften die letzten Tage ziemlich viele Überstunden anfallen. Und die Mitarbeiter tun mir sogar irgendwie leid!
Doch die Recherche einiger Medien bzgl. möglicher Placements oder “Schleichwerbung” geschieht nicht, um den Zuschauer zu schützen. Der ist seit Jahren an Placement gewöhnt. Letztlich dreht es sich nur um die Finanzierung der öffentl-rechtl. Sender durch die Bevölkerung im Vergleich zur Geldbeschaffung der privaten Konkurrenz. Aber der Reihe nach…

Die Bild Zeitung nimmt Anlauf, um sogenannte Schleichwerbung des Senders aufzudecken. Der Redakteur beweist ja mit dem Titel Auch bei Wetten, daß…? versteckte Werbung sogar äußerst viel Sinn für Humor. Die Königin der Biere hätte sich für 1.2 Mio 483 Sekunden Werbung erschlichen. Moment mal: 483 geteilt durch 30 ist gleich 16,1 Spots zu € 74.500 für ein Logo zwischen Köpfen im Hintergrund – ziemlich happig. Doch von verstecken zu sprechen, finde ich in Anbetracht omnipräsenter deutscher Autobauer in den letzten Jahren der Show für eine Verniedlichung. Die Skandale im öffentl.-rechtl. TV reihen sich aneinander und der Aufschrei der Presse kommt in schöner Regelmäßigkeit. Ähnlich der Beschwerde über zu hohe Benzinpreisen vor den Sommerferien.
Doch wen interessiert das Ganze eigentlich? Den Zuschauer sicher nicht, denn juristische Spitzfindigkeiten wie Schleichwerbung, Product Placement oder Beistellung sind lokale Probleme. Das Programm soll doch im wahren Leben spielen, und da fahren Leute Auto, essen Yoghurt oder telefonieren. Dass hier Menschen beschäftigt werden, die sich Fantasieprodukte ausdenken, nur damit die Clearingstelle o.ä. Einrichtungen nicht den Verdacht der Schleichwerbung anheimfallen ist doch absurd! Der Zuschauer braucht keinen Schutz vor der Industrie und schon gar nicht die öffentliche Heuchelei, daß man sich um ihn sorge.

Es geht hier letztlich nur um Eines; nämlich Geld. Um sehr viel Geld. Auch wenn in Zeiten der Finanzkrise hohe Beträge zur Normalität wurden, so reden wir von den ca 7 GEZ Milliarden, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern verpulvert werden. Mit diesem Geld sollte man eigentlich auskommen, vergleicht man die Bilanzen von börsennotierten Sendeanstalten im Vergleich. Doch haushalten steht nicht in den Statuten der öffentl.-rechtl Sender. Beispiele gefällig?
Die Verwaltung der Studios für die Sendung plusminus in der ARD erinnert eher an Plan- statt Marktwirtschaft. So gibt es diverse Länderstudios mit Technik, Ausstattung und natürlich Personal -inkl. Moderator(en). In der freien Wirtschaft gäbe es genau ein Studio für die paar Sendungen im Jahr. Doch da die Länder auf Ihre Individualität pochen, halten die sich das in mehrfacher Ausführung. Oder was hat es eigentlich mit Bildung zu tun, teure Stars wie Gottschalk, Schmidt und Co einzukaufen? Hinsichtlich des Bildungsauftrag bin ich bei vielen Sendungen noch nicht fündig geworden.
Jedoch möchte ich nicht mit der sogenannten Qualitätsdebatte beginnen, denn über Geschmack läßt sich bekanntlich trefflich streiten. Doch dem Argument der Qualitätsgarantie durch GEZ finanziertes Vollprogramm möchte ich klar widersprechen. So kommen zwar viele schlechte Trends wie z.B. das Realitätsfernsehen aus den USA, gleichzeitig werden dort aber Serien und Filme für das TV mit anspruchsvoller Handlung in hochwertiger Drehtechnik hergestellt. Sprich: Ohne GEZ ist unser TV Programm nicht nur noch RTL 2; es würde beides geben. Zudem wäre ich gerne bereit für die Infoversorgung € 5 im Monat für einen n-TV artigen Sender der ARD zu zahlen. Unabhängige Nachrichten wie “Monitor”, “plusminus” usw. im 24h Vollprogramm. Da findet sich auch sicher noch ein Platz für Anne Will.

P.S. Wird eigentlich wer hysterisch, wenn Axel Schulz auf seinem Boxerschädel ständig diese Fackelmann Mütze trägt? Das macht der doch freiwillig, weil ihm die so gut gefällt. Der Dieter wird doch auch noch Polos tragen dürfen, die er mag (siehe dritter Link).

Links aus der Presse zum aktuellen Skandälchen um ein Parfum
Handelsblatt
bild.de
bild.de

Die Kennzeichnungspflicht für Placement hilft niemandem, schon gar nicht dem Zuschauer

Freitag, 07. Mai 2010

Mit der Einführung der Erlaubnis zum Product Placement im privaten TV in Deutschland, musste natürlich der Zuschauerschutz oben anstehen. Selbstverständlich hat der Staat, hier vertreten durch die Landesmedienanstalten, das ureigenste Interesse seinen Bürger zu entmündigen, oh Verzeihung, zu schützen.
Mit dem Schritt zur Erlaubnis und damit der Gleichstellung mit ausländischen Produktionen, sollte der dt. Filmlandschaft aber zugleich wieder ein kleiner Stein in den Weg gelegt werden. Im TV muss der Zuschauer auf die Produktintegration hingewiesen werden. Denn sonst läuft der gemeine Zuschauer Gefahr, die verpackten Werbebotschaften der Konzerne nicht zu identifizieren.
Also wird seitens der Sender zu Beginn eines jeden Sendeabschnitts ein Zeichen ( wie z.B. PP) kurz eingeblendet. Jetzt wissen alle Bescheid, ach wirklich ?
Eingekaufte ausländische Ware fällt übrigens auch darunter, falls es den Sendern zuzumuten ist, bei der Produktion nach möglichen Integrationen nachzufragen. Ein Tipp an alle TV Einkäufer: bei James Bond bedarf es keiner Recherche, immer schön einblenden. Ansonsten wäre ich gerne bei einem Telefonat vom ZDF mit Hollywood dabei. Nur zuhören. Das Stelle ich mir großartig vor. 

Der deutsche Feuilleton - hier Neues Deutschland - wettert gegen den 13. Rästv und setzt Product Placement mit Schleichwerbung gleich, was ein grober Fehler und obendrein noch heuchlerisch ist. All die Jahre zuvor, wurde des Deutschen größtes Produkt, Wetten, daß…?, als Placementflagschiff in die Schlacht gefahren. Grenzwertig noch heute. Nur wo war er da, der gefürchtete investigative Journalismus ? Wenn Autokonzerne Millionenbeträge überweisen, Studios Ihre Filme bewerben und Musikproduzenten die Platten Ihrer Stars und Sternchen ? Dieses goldene Kalb darf/ durfte nicht geschlachtet werden, aber ein Joghurt Skandal bei der ARD wird hochgekocht. 

Es ist fahrlässig anzunehmen, daß der Zuschauer zu dumm ist Product Placement zu erkennen, nur weil er in der Mehrheit Bild statt Feuilleton liest.
Der Konsument lebt in einer Welt voller Marken. Marken machen Menschen und symbolisieren eine Lebensphase sowie einen Lebensstandard. Demnach helfen Marken Charaktere zu beschreiben. Wenn dies natürlich passiert, unterstützt es den Handlungsfluß und ist nicht störend. Schlechte Integration führt schnell zu einer Reaktanz des Konsumenten und der gewünschte Imagegewinn dreht ins Negative. So z.B. die Ford Integration in James Bond. Das ist schlicht unglaubwürdig und wird sofort erkannt.
Die Mehrheit aller Formate kommt aus USA und wurde mit Platzierungen bestückt. Hat das je gestört ? Nein, der Zuschauer ist daran gewöhnt. Denn nur im detuschen Fernsehen sah z.B. eine Tankstelle nie aus wie im richtigen Leben. Sie durfte weder blau, gelb noch grün leuchten und all die Artikel im Kassenraum sahen anders aus als im wahren Leben. Wie realistisch ist das denn ?

Link zu Infos von meedia zu PP