Mit ‘Logoschau’ getaggte Artikel

Die Geschichte von Product Placement in Bildern

Donnerstag, 20. Januar 2011

Auch wenn einige uns glauben machen wollen, PP wäre eine totale Innovation, so zeigt der Clip eine Zusammenfassung berühmter und sicherlich auch vergessener Integrationen.
Am Ende wird der Rekordhalter und PP König gekürt. Obwohl es für Firmen nicht unbedingt attraktiv ist, sich im Film mit zahlreichen anderen Marken herumzuschlagen, so scheint es den Marketingverantwortlichen in diesem konkreten Fall sch**ßegal zu sein.

Das werte ich erneut als einen Beleg für die Wirkung dieses brandneuen, innovativen Marketingwerkzeugs.

Kosten von Product Placement in “American Idol” oder “X factor”

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Wenn man den Gerüchten glauben schenken darf, findet gerade für die US Version von X Factor ein Bieterwettstreit der Brausehersteller statt. Coke und Pepsi sind angeblich bereit zwischen US$ 50-100 Mio für eine Integration Ihrer Markenikonen an den Sender zu zahlen.
Zum Vergleich dient hier das Engagement vom roten Riesen in der ersten Staffel von American Idol für US$ 10 Mio. Im Laufe der Staffeln stieg der Preis auf das 3.5 x an und die Integration wurde ausgeweitet. So kam es zu verbalen Markennennungen und dem Recht für Coke mit der Verknüpfung in der digitalen Welt zu werben.

Beide Zuckersaftproduzenten leiden seit Jahren an stagnierendem oder sinkendem Absatz. Die Kunden orientieren sich um, die Geschmackspräferenzen ändern sich. Bei einer Marktdurchdringung von nahezu 100% darf ruhig die Frage gestellt werden, ob sich eine derartige Integration am Ende des Tages rechnet, sprich wird der Sinkflug der Brause gebremst durch das Engagement? Eine solche Integration ist in meinen Augen zu platt und kommt der herkömmlichen Werbung viel zu nahe, als das der Zuschauer das irgendwie emotional mit der Show verbindet.
Coke wäre vielleicht besser mit einem passenden Engagement in einem Film bedient. So paßt die “Transporter” oder “Crank” Reihe doch herrlich zum überdrehten Coke Zero Image, was hier in Deutschland gespielt wird. Während Coke light dann eher in die “Lipstick Jungle” oder “Cougartown” Ecke passt. Nur so als Gedanke für die Kollegen in Atlanta.

Wieso Placement im Gegensatz zu Sponsoring unterschwellig wirkt

Samstag, 12. Juni 2010

Die Idee zu diesem Beitrag entstand, als ich das Eröffnungsspiel der Fußball WM verfolgte.
Ein Grund für die zurückhaltende Einstellung gegenüber Product Placement ist doch, dass Werbung bereits überall zu finden ist; erschwerend kommt im Fall der Produktintegration hinzu, dass sie nicht als Werbebotschaft gekennzeichnet ist.

Gute Integration zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht platt daherkommt und eben nicht wie ein Logo – Banner eingesetzt wird. Genau hier setzt meine Überlegung an, wieso zum Thema Placement überall hinsichtlich Zuschauerschutz, Werbedorado, oder Wirkungsgrad gewettert wird. In anderen Bereichen – hier Sport, am Beispiel Fußball – werden mittels elektronischer Banden am Spielfeldrand die Logos/ Markennamen der Werbeindustrie eingeblendet, die Stadien tragen Firmennamen und die Spiele werden von einem Hauptsponsor ins Wohnzimmer gesendet. Das nennt sich Sponsoring und geht gemäß der öffentlichen Meinung völlig in Ordnung.
Während der Fußballfan in 90min ungefähr 90min lang dauerbeworben wird – oft mit mehreren Marken gleichzeitig – kann sich der Filmenthusiast im Durchschnitt in 75 von 90min der Handlung hingeben und diese frei von Werbebotschaften genießen. Hier seien ein paar Fragen erlaubt:
Wann stellt sich die Presse schützend vor den ahnungslosen Sportfan, der sich trollig-naiv ein Fußballspiel anschaut und in seiner grenzenlosen Bodenhaftung noch an wahre Werte wie Teamgeist, Ehrgeiz und Ehre glaubt?
Wo ist der Gesetzgeber, der eben diesen Sportfan vor unterschwelligen Werbebotschaften schützt, die ihn vielleicht heimtückisch in seiner Kaufentscheidung beeinflussen?

Die Antwort ist schlicht und einfach (niederschmetternd): nichts und niemand!
Ich vermute, das ist so, weil (Sport)Sponsoring gelernt ist. Der drastische Werbeplakatzuwachs scheint niemandem mehr wirklich aufzufallen und letztlich möchte keiner dem Formel 1 Fan erklären, dass eine Warnung für integrierte Werbebotschaften eingeblendet werden muss (Stichwort Kennzeichnungspflicht bei Placement), damit er vor unbedachten Reflexkäufen geschützt wird.
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Sponsoring und Placement. Die Produktintegration nutzt die Plattform Film/ Serie, um in deren Glanz ein wenig mitzuscheinen. Dazu ist Placement günstiger, benötigt jedoch eine hohe Kreativleistung. Bevor mir vorgeworfen wird, die Tücke des Placements zu verniedlichen, wage ich die These: Die Dauerbeschallung von 90min Logoeinblendung hebt meines Erachtens die “verwobene” Produktbotschaft in einem Film mehr als auf.

Für s Protokoll:
Auf den Banden gestern abend präsentierten sich Visa, Budweiser, Sony, Powerrade, adidas, Kia, McDonald’s, Castrol, Emirates und MTN Seara – insgesamt 11 Marken. Verglichen mit den Parametern für Placement sollte ein Film im Durchschnitt nicht mehr als 5 Schlüsselpartnerschaften eingehen. Für den Industriepartner besteht sonst die Gefahr, in den vielen Marken/ Produkten unterzugehen.

Product Placement ist eine kreative Fleißarbeit und keine Ware im 30Sek Takt

Samstag, 24. April 2010

Der Artikel im Handelsblatt mit dem Titel “Reklame mit fadem Beigeschmack” spricht zwischen den Zeilen die Kernpunkte des Produktintegrationsprozesses an. Nur der Grundtenor ist leider negativ.

Die Zurückhaltung der Unternehmen ist verständlich, nachdem jahrelang konditioniert wurde, daß Product Placement mindestens so schlimm wie Steuerhinterziehung wenn nicht sogar noch viel niederträchtiger sei. Genauso viele Jahre lang wurde aber stillschweigend toleriert, daß dies nur auf deutsche Produktionen zutrifft. Ausländische Produktionen – hier vor allem die alles dominierenden Formatlieferungen aus USA – wurden und werden nicht gegeißelt für integrierte Marken und Produkte. Auch wenn hier regelmäßig zu den Premieren in Kino und TV internationale Unternehmen eine abgestimmte Werbekampagne starten.

Historisch bedingt wurde Product Placement untersagt. Allen anderen Aussagen zum Trotz ging es hier keineswegs um den Schutz des armen Verbrauchers vor den böse werbetreibenden Firmen. Der Hintergrund ist die GEZ und die Tatsache, daß man öffentlich-rechtlichen Sendern nicht erlauben will und wollte, daß diese noch zusätzliche Gelder über Produktintegrationen einnehmen. Daraus entstand dann die sogenannte Beistellung, also unentgeltliche Bereitstellung eines Produktes. Bei dieser Variante der Platzierung hat die Produktion eigentlich nur bei Autoherstellern einen echten Vorteil, vor allem wenn Fahrzeuge in Verfolgungsjagden Schaden nehmen (könnten). Die Fahrzeuge werden ja kostenlos bereitgestellt und entlasten so das Budget. Dies gilt auch für den Dampfer vom Traumschiff.

Seit dem 01. April ist nun alles anders, zumindest für die Privaten. Das Problem ist nur, das die Firmen wie beschrieben unsicher sind und gleichzeitig die Vermarkter noch kein Abrechnungsmodell entwickeln konnten. Hier tut sich die deutsche TV Landschaft leider ein wenig schwer, obwohl es doch eigentlich bereits vorgelebt wird. Placement ist keine Katalogware, die in Sekunden gemessen wird. Schließlich geht es hier um Kreativität und intelligente Integration. Das schließt aus, daß der Name eines Schokoriegels mehrfach bis zur Schmerzgrenze genannt wird und ich verweigere mich das Product Placement zu nennen. Die Kunst ist das Verweben der Marke/ des Produktes mit dem Filminhalt, dem Helden, einer Szene oder ähnlichem, so daß das Produkt nicht mehr wegzudenken ist. Gleichzeitig darf es aber nicht störend sein, denn der Zuschauer ist sehr wohl in der Lage zu unterscheiden, ob er platt mit Werbung zu geballert wird oder das Produkt passend eingefügt wurde. Bei letzterem ist ihm das Wurst. Hier dient z.B. Carrie von Sex and the City als gutes Beispiel. Carrie schreibt ihre Berichte in den Folgen auf einem Apple Laptop. Dieses Verhalten wird gelernt und geht ohne die penetrante Markennennung oder Logoschau über die Bühne.

Das ein Format nur eine bedingte Menge an Integrationen verträgt, sehe ich genau wie Herr Dopheide. Zumal das Bekleben von Tassen und Gegenständen mit Logos wieder nichts mit Placement zu tun hat. Das erinnert mich eher an die Champions League mit Ihren Bannern, Banden und Logo Tsunami. Das Thema Product Placement bedarf einer Fleißarbeit, nämlich dem Abgleich eines Markenkerns mit dem roten Faden eines Drehbuchs. Ohne eine Schnittmenge kein Placement. Und mit einer Schnittmenge muß auch hier gefeilt werden, so daß es paßt. Diese Mehrarbeit scheuen vor allem die Vermarkter, weil Sie in Werbewährungen denken und das ist Ihnen nicht einmal zu verübeln. Allerdings werden keine Millarden EUR mit Placement verdient. Doch werden sich einige Werbetreibende das Thema Placement als zusätzliche Stellschraube für Ihre Spot Platzierung zu Nutze machen. Ein gutes Placement ist die Königsdisziplin der “Bewegtbildwerbung” und abgerundet durch eine entsprechende Kampagne ist es Brand Entertainment.

Das ist weder platt noch von der Stange. Deswegen ist es aber auch so effektiv !