Mit ‘Kochsendungen’ getaggte Artikel

BEO zieht ein Resumee nach einem Jahr Placement

Mittwoch, 23. März 2011

Einen sehr schönen Satz zum Thema habe ich bei BEO gefunden: “Herrschte bis vor einem Jahr weitgehend Konsens darüber, dass Product Placement die Einbindung in Filme und Serien meinte, sind mit der Liberalisierung Shows in den Mittelpunkt gerückt. Gerade hier aber geht eine der Stärken des Instrumentes verloren. Eine glaubhafte Einbindung in Shows ist für viele Produkte kaum möglich.”

Nach einem Jahr steht meines Erachtens Product Placement exakt da, wo es vorher auch schon stand. Zum Einen werden in der Branche die Begrifflichkeiten verwirrend genutzt ( eine Beteiligung in der Werbepause einer TV Sendung ist kein Placement, sondern Sponsoring) und andererseits das Thema nach wie vor tot geredet.
Es ist schon interessant zu beobachten, dass Firmen/ Marken auf der Suche nach einer einmaligeren Aufmerksamkeitsidee immer wieder am Product Placement vorbeischrammen, es aber nicht richtig anpacken. Das dürfte mitunter vor allem an den fehlenden Angeboten im fiktionalen Bereich liegen, der in der deutschen privaten TV Landschaft sträflich vernachlässigt wird. Stattdessen kauft man lieber Serien in Übersee. Erschwerend kommt hinzu, dass Unternehmen sich von Ablegern der Vermarkter beraten lassen und dabei regelmäßig sponsorn, statt zu placen.

Ja, Placement ist anstrengend und keine 08/15 Werbeform. Deswegen wird sie aber so gerne genutzt; z.B. in den USA. Dort muß auch niemand Studien vorlegen, ob es denn funktioniert. Die Firmen wissen das und im Grunde weiß es hier in D seit Aston Martin in James Bond auch jeder.

Zitat Quelle

“Product Placement wirkt, aber stört nicht” ist eine neue Erkenntnis

Freitag, 14. Januar 2011

Die Meldung hat bei mir so eingeschlagen, daß ich tagelang sprachlos war.
Die W&V titelte sogar Zuschauer schlucken die Product Placement-Pille. Das führt mich zu dem Schluß, dass der deutsche TV Zuschauer offensichtlich für genauso doof und vor allem hinterwäldnerisch gehalten wird, wie manches Programm vermuten läßt. Zum Einen kennt selbst Oma Trude Product Placement, auch wenn ihr das nicht unbedingt unter diesem verqueren Namen ein Begriff ist. Der Großteil der Bevölkerung sieht Fernsehen. Möchte er jedoch all diesen Realitätssendungen entkommen, landet der deutsche Zuschauer im fiktionalen Programm von US Serien und US Spielfilmen. Das übrigens mit Begeisterung. Über die Jahrzehnte dürfte also selbst beim verbohrten Deutschen ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten sein.

Doch gleichzeitig bin ich begeistert, dass nun selber von Vermarkterseite das Thema offen angegangen wird. Während eine andere große dt. Fernsehanstalt mit kruden Bezahlungsmodellen versucht, der werbetreibenden Industrie das “placen” madig zu machen, geht p7s1 frisch frech fröhlich (fast) frei f(v)oran. Die Nähe zum Vermarkter halte ich nach wie vor für kritisch, doch bewegen sich die Sender.
Das Ergebnis der Studie läßt mich allerdings ein wenig ratlos zurück. Bei einer Studie während meiner Zeit bei einer großen Mediaagentur, lag der Erinnerungswert nach Ablauf des Programms deutlich höher. Einige Produkte erzielten Werte jenseits der 50%! Das mag aber vielleicht daran liegen, dass unsere Erhebung mit “Ein Chef zum Verlieben” eine fiktionale Geschichte abfragte, während p7s1 eine Show wählte. Die hohe Kunst von PP ist die Integration in fiktionale Handlungsstränge. Das Platzieren in Shows ähnelt immer dem Sponsoring.

Interessant ist dazu auch eine andere Studie, ebenso aktuell :
TV Zuschauer immer unaufmerksamer lautet eine zweite Titelzeile der W&V. Die TV Nutzung steigt und steigt, und eventuell liegt das auch an der veränderten Nutzung. Das Programm läuft einfach nur nebenher, was mich bei einigen Sendungen überhaupt nicht verwundert. Spannende oder mitreißende Unterhaltung sieht in der Regel anders aus. Vermutlich bügelt es sich entspannt bei einer Kochsendung, während das bei Bourne Identity nicht so richtig klappen will. Die Wirkung von Placement muß einfach viel krasser sein als 23%, sonst würden Weltfirmen nicht seit Jahren Geld für Placement-Agenturen und eigene Abteilungen investieren. International liegt der Fokus aber weniger auf Kochsendungen, sondern auf der Königsklasse Fiktion. Schade nur, dass p7s1 und auch RTL davon so wenig eigenes im Programm haben.

Risiko gehört dazu beim Product Placement

Dienstag, 05. Oktober 2010

Die Sendung “Deutschlands Meisterkoch” auf Sat1 wird im FAZ Blog von Peer Scharder zum Thema Product Placement aufgegriffen.

Obwohl die Qualität in den Augen des Autors deutlich über der anderer sog. Castingshows liegt, wird das Format vom Zuschauer nicht so angenommen. Dementsprechend ist die Aufmerksamkeit der platzierten Produkte auch geringer als erwartet, weil die Zuschauer weg bleiben. Dieses Risiko besteht immer, wenn ein Unternehmen sich für die Platzierung entscheidet. Dieses Risiko besteht übrigens auch bei der Werbezeitenbuchung, nur mit dem Vorteil da im Lauf der Staffel auszusteigen.

Doch darf auch erwähnt werden, daß die xte Kochsendung vielleicht ein wenig ermüdend wirkt und Unternehmen nachdenken sollten, in welchen Formaten sie ihre Produkte sehen möchten. Vor allem bei den derzeit im Markt aufgerufenen Preisen für Product Placement.