Mit ‘Kennzeichnungspflicht’ getaggte Artikel

BEO zieht ein Resumee nach einem Jahr Placement

Mittwoch, 23. März 2011

Einen sehr schönen Satz zum Thema habe ich bei BEO gefunden: “Herrschte bis vor einem Jahr weitgehend Konsens darüber, dass Product Placement die Einbindung in Filme und Serien meinte, sind mit der Liberalisierung Shows in den Mittelpunkt gerückt. Gerade hier aber geht eine der Stärken des Instrumentes verloren. Eine glaubhafte Einbindung in Shows ist für viele Produkte kaum möglich.”

Nach einem Jahr steht meines Erachtens Product Placement exakt da, wo es vorher auch schon stand. Zum Einen werden in der Branche die Begrifflichkeiten verwirrend genutzt ( eine Beteiligung in der Werbepause einer TV Sendung ist kein Placement, sondern Sponsoring) und andererseits das Thema nach wie vor tot geredet.
Es ist schon interessant zu beobachten, dass Firmen/ Marken auf der Suche nach einer einmaligeren Aufmerksamkeitsidee immer wieder am Product Placement vorbeischrammen, es aber nicht richtig anpacken. Das dürfte mitunter vor allem an den fehlenden Angeboten im fiktionalen Bereich liegen, der in der deutschen privaten TV Landschaft sträflich vernachlässigt wird. Stattdessen kauft man lieber Serien in Übersee. Erschwerend kommt hinzu, dass Unternehmen sich von Ablegern der Vermarkter beraten lassen und dabei regelmäßig sponsorn, statt zu placen.

Ja, Placement ist anstrengend und keine 08/15 Werbeform. Deswegen wird sie aber so gerne genutzt; z.B. in den USA. Dort muß auch niemand Studien vorlegen, ob es denn funktioniert. Die Firmen wissen das und im Grunde weiß es hier in D seit Aston Martin in James Bond auch jeder.

Zitat Quelle

Wieso Placement im Gegensatz zu Sponsoring unterschwellig wirkt

Samstag, 12. Juni 2010

Die Idee zu diesem Beitrag entstand, als ich das Eröffnungsspiel der Fußball WM verfolgte.
Ein Grund für die zurückhaltende Einstellung gegenüber Product Placement ist doch, dass Werbung bereits überall zu finden ist; erschwerend kommt im Fall der Produktintegration hinzu, dass sie nicht als Werbebotschaft gekennzeichnet ist.

Gute Integration zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht platt daherkommt und eben nicht wie ein Logo – Banner eingesetzt wird. Genau hier setzt meine Überlegung an, wieso zum Thema Placement überall hinsichtlich Zuschauerschutz, Werbedorado, oder Wirkungsgrad gewettert wird. In anderen Bereichen – hier Sport, am Beispiel Fußball – werden mittels elektronischer Banden am Spielfeldrand die Logos/ Markennamen der Werbeindustrie eingeblendet, die Stadien tragen Firmennamen und die Spiele werden von einem Hauptsponsor ins Wohnzimmer gesendet. Das nennt sich Sponsoring und geht gemäß der öffentlichen Meinung völlig in Ordnung.
Während der Fußballfan in 90min ungefähr 90min lang dauerbeworben wird – oft mit mehreren Marken gleichzeitig – kann sich der Filmenthusiast im Durchschnitt in 75 von 90min der Handlung hingeben und diese frei von Werbebotschaften genießen. Hier seien ein paar Fragen erlaubt:
Wann stellt sich die Presse schützend vor den ahnungslosen Sportfan, der sich trollig-naiv ein Fußballspiel anschaut und in seiner grenzenlosen Bodenhaftung noch an wahre Werte wie Teamgeist, Ehrgeiz und Ehre glaubt?
Wo ist der Gesetzgeber, der eben diesen Sportfan vor unterschwelligen Werbebotschaften schützt, die ihn vielleicht heimtückisch in seiner Kaufentscheidung beeinflussen?

Die Antwort ist schlicht und einfach (niederschmetternd): nichts und niemand!
Ich vermute, das ist so, weil (Sport)Sponsoring gelernt ist. Der drastische Werbeplakatzuwachs scheint niemandem mehr wirklich aufzufallen und letztlich möchte keiner dem Formel 1 Fan erklären, dass eine Warnung für integrierte Werbebotschaften eingeblendet werden muss (Stichwort Kennzeichnungspflicht bei Placement), damit er vor unbedachten Reflexkäufen geschützt wird.
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Sponsoring und Placement. Die Produktintegration nutzt die Plattform Film/ Serie, um in deren Glanz ein wenig mitzuscheinen. Dazu ist Placement günstiger, benötigt jedoch eine hohe Kreativleistung. Bevor mir vorgeworfen wird, die Tücke des Placements zu verniedlichen, wage ich die These: Die Dauerbeschallung von 90min Logoeinblendung hebt meines Erachtens die “verwobene” Produktbotschaft in einem Film mehr als auf.

Für s Protokoll:
Auf den Banden gestern abend präsentierten sich Visa, Budweiser, Sony, Powerrade, adidas, Kia, McDonald’s, Castrol, Emirates und MTN Seara – insgesamt 11 Marken. Verglichen mit den Parametern für Placement sollte ein Film im Durchschnitt nicht mehr als 5 Schlüsselpartnerschaften eingehen. Für den Industriepartner besteht sonst die Gefahr, in den vielen Marken/ Produkten unterzugehen.

Die Kennzeichnungspflicht für Placement hilft niemandem, schon gar nicht dem Zuschauer

Freitag, 07. Mai 2010

Mit der Einführung der Erlaubnis zum Product Placement im privaten TV in Deutschland, musste natürlich der Zuschauerschutz oben anstehen. Selbstverständlich hat der Staat, hier vertreten durch die Landesmedienanstalten, das ureigenste Interesse seinen Bürger zu entmündigen, oh Verzeihung, zu schützen.
Mit dem Schritt zur Erlaubnis und damit der Gleichstellung mit ausländischen Produktionen, sollte der dt. Filmlandschaft aber zugleich wieder ein kleiner Stein in den Weg gelegt werden. Im TV muss der Zuschauer auf die Produktintegration hingewiesen werden. Denn sonst läuft der gemeine Zuschauer Gefahr, die verpackten Werbebotschaften der Konzerne nicht zu identifizieren.
Also wird seitens der Sender zu Beginn eines jeden Sendeabschnitts ein Zeichen ( wie z.B. PP) kurz eingeblendet. Jetzt wissen alle Bescheid, ach wirklich ?
Eingekaufte ausländische Ware fällt übrigens auch darunter, falls es den Sendern zuzumuten ist, bei der Produktion nach möglichen Integrationen nachzufragen. Ein Tipp an alle TV Einkäufer: bei James Bond bedarf es keiner Recherche, immer schön einblenden. Ansonsten wäre ich gerne bei einem Telefonat vom ZDF mit Hollywood dabei. Nur zuhören. Das Stelle ich mir großartig vor. 

Der deutsche Feuilleton - hier Neues Deutschland - wettert gegen den 13. Rästv und setzt Product Placement mit Schleichwerbung gleich, was ein grober Fehler und obendrein noch heuchlerisch ist. All die Jahre zuvor, wurde des Deutschen größtes Produkt, Wetten, daß…?, als Placementflagschiff in die Schlacht gefahren. Grenzwertig noch heute. Nur wo war er da, der gefürchtete investigative Journalismus ? Wenn Autokonzerne Millionenbeträge überweisen, Studios Ihre Filme bewerben und Musikproduzenten die Platten Ihrer Stars und Sternchen ? Dieses goldene Kalb darf/ durfte nicht geschlachtet werden, aber ein Joghurt Skandal bei der ARD wird hochgekocht. 

Es ist fahrlässig anzunehmen, daß der Zuschauer zu dumm ist Product Placement zu erkennen, nur weil er in der Mehrheit Bild statt Feuilleton liest.
Der Konsument lebt in einer Welt voller Marken. Marken machen Menschen und symbolisieren eine Lebensphase sowie einen Lebensstandard. Demnach helfen Marken Charaktere zu beschreiben. Wenn dies natürlich passiert, unterstützt es den Handlungsfluß und ist nicht störend. Schlechte Integration führt schnell zu einer Reaktanz des Konsumenten und der gewünschte Imagegewinn dreht ins Negative. So z.B. die Ford Integration in James Bond. Das ist schlicht unglaubwürdig und wird sofort erkannt.
Die Mehrheit aller Formate kommt aus USA und wurde mit Platzierungen bestückt. Hat das je gestört ? Nein, der Zuschauer ist daran gewöhnt. Denn nur im detuschen Fernsehen sah z.B. eine Tankstelle nie aus wie im richtigen Leben. Sie durfte weder blau, gelb noch grün leuchten und all die Artikel im Kassenraum sahen anders aus als im wahren Leben. Wie realistisch ist das denn ?

Link zu Infos von meedia zu PP