Mit ‘IPTV’ getaggte Artikel

webTV erreicht bis 2015 30% Marktanteil in D

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Booz & company soll der Anteil von webTV Angeboten bis zum Jahr 2015 auf 30% steigen.

Während der Markt von derzeit €104 lediglich auf €115 Milliarden wachsen soll, wird die geänderte Nutzung der Medien und die Angebote aus dem Web dem herkömmlichen Fernseher einen großen Anteil wegnehmen. Hier sind vor allem die Vorreiter Apple und Google zu nennen. Während Apple mit iTunes und Apple TV bereits seit Jahren das Geschäft der digitalen TV Angebote vorantreibt, hat sich nun auch der andere Gigant aus Kalifornien mit Google TV engagiert.

Das Erlebnis TV wird mehr zu einer mobilen Unterhaltungskultur. Diverse Endgeräte bieten fast einen nahtlosen Genuß des Programms an. Wann und wo immer der Zuschauer will. Die Absicht von RTL und P7S1 ein deutsches Hulu aufzustellen kann hier auch als ein Abwehrmechanismus gewertet werden. Weitere Details hier.

Das Web überholt auch in Deutschland das TV

Montag, 23. August 2010

Der Anbieter Maxdome ( Kooperation zwischen P7S1 AG und 1&1 Internet AG) hat mit dem amerikanischen Sender CBS ein Abkommen für Video on demand Angebote geschlossen. Darunter fallen Serien wie “Navy CIS: L.A.”, “Navy CIS”, “The Good Wife” und “90210″. Das pikante ist jedoch der Ausstrahlungstermin für die neuen Folgen, der sieben Tage vor der Erstausstrahlung im TV liegt.

Damit geht Maxdome den Weg von iTunes, das teilweise bereits vor der eigentlichen Ausstrahlung die Serien zum Laden anbieten. Interessanterweise sind die Nutzer – in USA sowohl als auch in Deutschland – bereit für diesen Service zu zahlen und damit gleich weitere Vorteile zu erwerben: nämlich die Unabhängigkeit vom Sendeplatz und den werbefreien Genuß. Das webTV breitet sich immer weiter aus, sei es IPTV, Streaming Angebote oder gleich der Kauf von Dateien zum Runterladen von der Webseite. Das Internet macht diese Leistung möglich und wird so nach und nach dem TV das Wasser abgraben.

P7S1 hat sich frühzeitig mit Maxdome positioniert, um auch diesem Trend zu nähren. Die Verwertungskette wird zukünftig wohl auch für Kinoproduktionen andere Wege einschlagen, sobald sich im Netz “Sender” etabliert haben, die eine große Zuschauerzahl hinter sich vereinen. Eine mögliche Variante könnte sein, daß die Internetanbieter noch vor den Sendern um Rechte buhlen und sich so in der Verwertungskette nach vorne drücken. Denn letztlich ist die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Denn nicht nur die junge Generation nutzt das Internet intensiv auch für audio-visuellen Konsum. Das obere Ende der berühmten Zielgruppe 14-49 Jahren beginnt auch die Vorteile der online Variante zu schätzen und sich vom althergebrachten Sendeplan der TV Anstalten abzukoppeln. Zumal die Bedienung der neuen Technologien im Vergleich zur Programmierung eines Videorekorders sehr einfach und übersichtlich ist.

Nutzervorteile und Bedienerfreundlichkeit sind hier die Schlüssel zum Erfolg. Angepaßt an einen immer hektischeren Lebensstil und weit gefächerte Interessensgebiete paßt der 20:15 Uhr Film meist nicht mehr in das Sehverhalten von heute. Die einen kontern mit digitalen Videorekordern, während andere sich das Speichern und Programmieren sparen und einfach auf entsprechende Angebote im Netz zurückgreifen, wo mit einem Klick das gewünschte Produkt frei Haus geliefert wird.

Sony und sevenload kooperieren bei IPTV

Donnerstag, 12. August 2010

Seit gestern wird in allen LCD TV, Blue Ray Spielern und Heimkinosystemen von Sony das IPTV Angebot von sevenload bereitgestellt.
Auf über 100 Kanälen bietet sevenload nach eigener Aussage hochwertiges webTV Programm an. Das sind über 3000 Videos, die der Käufer der entsprechenden Sony Geräte dann dort auch abrufen kann. Hier geht es zur Pressemeldung von sevenload und dieser Link führt zu einem Artikel, in dem es um die Veränderungen bei der TV Technik geht; Stichwort Hybrid TV

Brand Entertainment in Zahlen und im Vergleich zu anderen Marketingausgaben

Montag, 19. Juli 2010

Der Dienst PQ Media analysiert die Ausgaben der Firmen im Bereich Brand Entertainment (kurz: BE) seit 1975. Wie andere Bereich des Marketing, wurde auch BE von der weltweiten Rezessionen und den damit einhergehenden Sparmaßnahmen erfaßt.
In den letzten 35 Jahren stiegen die Ausgaben für BE stetig; seit 2004 jährlich um 10%. In 2009 sanken die Ausgaben der werbetreibenden Industrie moderat um 1,3%, während für klassische Instrumente über 14% weniger ausgegeben wurde. So sieht der Analysedienst für die kommenden Jahre ein weiteres starkes Wachstum für BE. Vor allem in den USA, wo ’09 45% des weltweiten Budgets investiert wurden. Der Vorstand Patrick Quinn sieht daher für Events und Product Placement (BE gemäß der Definition von PQ Media) positiv in die Zukunft, denn die Firmen stellen sich langsam auf die neue Mediennutzung der Generation Internet ein: TV, Mobiltelefon, PC, Tablet PC oder Spielekonsole. Darüber hinaus sind youtube, webTV, Soziale Netzwerke, etc. populär.
Wenn diese Menschen über klassische TV Spots nicht mehr zu erreichen sind, dann muß die Werbestrategie umgestellt werden. Als Konsequenz bietet sich hier an, über den Inhalt sein Zielpublikum zu erreichen. Denn unabhängig von der Plattform (TV, PC,…) bleibt der Inhalt des Formates identisch und das integrierte Produkt vermittelt die Markenbotschaft. Begleitende, abgestimmte Maßnahmen runden die Kommunikation ab.

Hypothese: Product Placement steigert langfristig die Qualität des TV Programms

Mittwoch, 14. Juli 2010

Angeregt durch die aktuellen Verhandlungen um die Verteilung der Einnahmen durch Placement zwischen den Produzenten und Sendern/ Vermarktern, wundere ich mich über die Probleme, die wieder mal nur in Deutschland – isoliert wie man meinen könnte – auftreten.

“Bevor der Bär verteilt wird, muß er erst erlegt werden”, so ein alter Spruch. Abgesehen von der allgemeinen Zurückhaltung der Marken und Sender beim Thema Placement, die teils dem inquisitorisch anmutenden Artikeln der Presse und der nach Daseinsberechtigung suchenden Behörde der Landesmedienanstalten geschuldet sind, machen sich viele Leute Gedanken um die Produktintegration.
Festzustellen ist, dass der Ablauf der Integration aufwendiger ist als der Verkauf eines Werbeblockplatzes. Auch ist im Grunde allen klar, dass Placement wirkt, was für den Kunden höchste Priorität hat. Also ist die Logik einiger Vermarkter die Preise für Placement über denen der Werbeplätze anzusiedeln. Hier kursieren mitunter abenteuerliche Vorstellungen, nämlich Aufschläge von >20% für ein schön in die Handlung integriertes Produkt. Die Reaktion aus der werbetreibenden Industrie ist dadurch verhalten. Die entscheiden sich dann doch lieber für den Werbeblock. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Große internationale und im placement erfolgreiche Marken müssen verwundert auf diese Ansätze reagieren. Denn diese Unternehmen trennen Placement strikt von der Mediabuchung, da Product Placement in erster Linie eine Markenmaßnahme darstellt und konsequenterweise im kreativen Marketing angesiedelt ist. Nach der Prüfung der Integration auf Markenpassung wird eine Entscheidung pro oder contra getroffen. Dies geschieht grundsätzlich und im ersten Schritt völlig unabhängig von irgendwelchen anderen Rahmenbedingungen. Die Markenpassung ist dem Kunden oberstes Gut. Daher steht auch ein eigenes Budget zur Verfügung, um Kosten rund um diese Marketingaktivität zu finanzieren (Agenturkosten, Produkte, Logistik, Placement Gebühren etc.).
Im zweiten Schritt werden die Vertragsdetails evaluiert. Nicht selten ruft das US-Studio oder der US-Sender aufgrund der starken Handlungsrelevanz des Produktes ein Mediavolumen auf. Somit wird die Produktintegration ein weiteres Stellrad für die Verteilung des Mediabudgets des Kunden, denn neben Zielgruppe und Einschaltquote ist hier ein weiterer Parameter vorhanden. Das bedeutet Spotverkauf für den Vermarkter, wenn die Integration für Produktion und Kunde paßt. Es ist ganz wichtig zu verstehen, daß der Kunde bei einem gutem Format ins Programm und in die Werbeinsel möchte. Als gewagte These könnte man es so formulieren: Placement kann auf lange Sicht die Qualität des Programms steigern, da Kunden erst ins Programm und dann noch in die Werbeinsel wollen.
Im Zuge des Prozesses einer Produktintegration erfolgt eine qualitative Bewertung des Formats. Die Hoheit über den Inhalt – insbesondere im fiktionalen Bereich – hat die Produktion. Daher ist es natürlich, daß der Kunde sich an die Produktion wendet, um eine kreative Integration zu erarbeiten. Für diesen Aufwand fallen Kosten an, die einerseits mit Produktbeistellungen und/oder Platzierungsgebühren abgegolten werden. Wie bereits oben erwähnt, haben international agierende Unternehmen häufig eigene Budgets bereitgestellt. Die Vermarkter erleiden also keinen Verlust, doch zugleich kann Ihre Arbeit leichter werden. Schließlich ist der Verkauf von Spots an einen Partner im Format einfacher, weil es nur konsequent ist auch die Werbeinsel als weiteren Kommunikationsweg zu nutzen.

Die Frage nach der monetären Bewertung einer Integration wird derzeit heiß diskutiert und bei manchen Modellen kochen die Preistöpfe ein wenig über. Die Film- und TV Welt lebt nach eigenen Gesetzen und es geht hier um eine äußerst kreative Branche, der man nicht mit Tabellen und Matrixen beikommen kann. Deswegen wird der Wert einer Integration auch jedes Mal neu verhandelt.
Die Anzahl der Sekunden im Bild ist sicher kein Kriterium. Legt man hier den Maßstab 30Sek Takt an, kann es ziemlich schnell exorbitant teuer werden. Wieso? Nun, wer einmal Transporter 3

gesehen und die Audi Präsenz wahrgenommen hat, darf gerne mal einen Taschenrechner zücken. Zählt man die Sekunden der Sichtbarkeit des Audi A8 und berücksichtigt die weltweite Verwertung von Kino bis TV inkl. der erreichten Zuschauer, käme bei der Herangehensweise ganz schön was zusammen. Viel Spass beim Stoppen.

Zusammengefaßt bedeutet dass, die Vierer-Kette Kunde, Programm, Sender und Vermarkter muss diesen Knoten lösen. Denn dem Kunden ist die Markenpassung wichtig und daher sucht er den Kontakt zum Macher des Formates. Der Sender benötigt Mediagelder zur Finanzierung des Programms. Aber dass muß ja wie beschrieben kein Widerspruch sein.
Es ist meines Erachtens lediglich kontraproduktiv, als Vermarkter zwischen die Kreativen zu grätschen, um vermeintlich Terrain gut zu machen. Erfahrene Markenführer werden nur mit der Produktion sprechen. Solange hier keine Kreativen eingesetzt werden, deren Priorität der Inhalt des Programms ist, dürfte es schwer werden.
Und falls der klassische Weg (TV Sender) der Übertragung künstlich blockiert wird, so könnte es sein, das Marken mit dem nicht-klassischen Instrument Placement einen nicht-klassischen Weg der Verbreitung wählen. Erste Ansätze des webTV gibt es schon und Hulu steht in den Startlöchern für den Sprung über den Atlantik (siehe auch hier). Am Ende des Tages könnte eine ganze Generation als mögliche Zuschauer verloren gehen, weil qualitativ hochwertiges Programm durch Marken finanziert auf dem für diese Zielgruppe natürlichem Sender – Internet – dargereicht wird. Die Produktionsfirmen suchen bereits Alternativen und finden diese im Netz. Da könnte sich viel gebündelte Kreativität einen Weg bahnen.