Superbowl 2013 – meine Favoriten

03. Februar 2013

Dramatisch

Lustig

Sexy

App s für den Alltag

11. August 2012

Die Digitalisierung nimmt stetig zu und das Smartphone entwickelt sich immer mehr zum wirklich nützlichen Helferlein – oder verlängerten Arm im Alltag.
Vor Jahren noch Zukunftsmusik, ist es heute natürlich schnell in einer Suchmaschine nach Antworten auf alltägliche Fragen zu finden. Das reine Telefonieren ist nur noch eine von vielen Funktionen des heutigen iPhone oder Android Telefons.
Die Zugauskunft oder der Fahrplan des ÖNV dienten neben der Wettervorhersage als zu Anfangs meist genutzte Funktionen. Im Laufe der Zeit eroberte das Telefon immer mehr Bereiche des Alltags und mittlerweile ist das Buchen, Reservieren und Kaufen von Zugtickets, Hotelzimmer oder gar Flügen Normalität. Doch das Smartphone integriert sich immer mehr in den Alltag und übernimmt zunehmend auch Zahlungsaufgaben. Vermehrt liest man vom m-commerce und den Problemen bzw Herausforderungen des Marktes. Zudem fallen immer wieder Begriffe wie NFC, Secure SIM und ähnliches.

Ein Blick auf das Hier und Jetzt verdeutlicht, dass selbst Deutschland im m-commerce angekommen ist. Die Deutsche Bahn erlaubt das Ausstellen und Bezahlen von Zugtickets bereits per App und kleine Nischen werden durch innovative Start-ups zunehmend auch besetzt. Erst kürzlich gab myTaxi die Bezahlung des Taxis nun auch in Ihrer Taxi App frei. Die US-Kette Starbucks verkauft in USA und Kanada mittlerweile jeden vierten Kaffee über die Smartphone App und will diese im Herbst 2012 auch in Deutschland einführen. Ein weiteres Start-up will gerade im Gastronomiebereich die Nutzung von iPhone und Android zur Regel machen und auch die mobile Bezahlung forcieren. opentabs aus München hat bereits eine Bestell App in Betrieben im Einsatz und wird in Kürze die mobile Bezahlung integrieren.

Während sich also an Techniken und Anwendungsgebieten theoretisch abgearbeitet wird, haben einige Firmen bereits Fakten geschaffen. Diese Vorreiter werden den Weg bereiten und vermutlich auch die Richtung nachhaltig vorgeben. Es ist im Grunde nur eine logische Weiterführung der Handynutzung, diese auch als Zahlungsmethode zu verwenden. Welche klassische Zahlungsvariante auch immer dahinter geschaltet ist, verschmilzt diese mit der App Nutzung und ist für den Nutzer gänzlich nebensächlich.

Derzeit sind hier die Kreditkarten vorne, bieten sie die wettbewerbsfähigsten Margen, doch schränkt dies die Nutzer ein. Leider verkennen die grossen Telkos erneut den Markt und fordern unrealistische Gebühren, die eine Amex alt aussehen lässt. Hier wird man einen weiteren Markt verlieren, weil man an die “schnelle Mark” denkt. Mitleid ist allerdings unangebracht.

Der Mythos um die Elektrifizierung des Auto

07. März 2012

Derzeit logieren in Genf wieder die Granden der Automobilindustrie und mit Ihnen die Fans dieser Art der Fortbewegung. Kaum eine Zeitung, die nicht über Prototypen, Designikonen oder Ausgeburten der PS Schlacht berichtet. Doch in all dem Lärm gehen die alternativen Antriebe meiner Meinung nach unter. Es festigt sich nach dem Debakel rund um den Volt der Eindruck, dass das Elektroauto doch nicht den ersehnten Durchbruch findet.

Zum Einen ist das eine politisch getriebene Diskussion – vor allem in Deutschland. Aber auch andere europäische Staaten sehen in der neuen Technologie ein Problem für Ihre Autoindustrie und so werden immer wieder sparsamere Verbrennungsmotoren in immer größer werdende Fahrzeuge verbaut. Mit dem Resultat, dass der Verbrauch nominal ein wenig sinkt, doch echte Sprünge nicht stattfinden. Wer sich die Mühe macht ein wenig über den Tellerrand zu blicken, wird erstaunt sein, was es da draußen bereits alles gibt. Während hier immer wieder alles schlecht geredet wird, ist man anderswo bereits enteilt. Doch bevor ich auf die wahren Technologieführer zu sprechen komme, möchte ich die Liste der Gegenargumente unserer Autoindustrie kurz nennen.

Strom ist dreckige Energie
Nun, diese Aussage ist per se schon mal falsch, denn es kommt auf die Quelle an. Natürlich ist Strom aus einem Kohlekraftwerk mitnichten eine Entlastung für unser Klimaproblem, doch gleichzeitig muss festgehalten werden, dass ich mit dem Antriebskonzept Elektro extrem flexibel bin.
Während der Benziner (Diesel gleichbedeutend – der Kürze wegen entfallend) in seiner Lebensdauer von ca. 8-10 Jahren immer nur auf Benzin angewiesen ist, dass aus nicht erneuerbaren Energien erzeugt wird, kann der Betreiber eines E-mobils sich der rasant voranschreitenden Energiewende anpassen. Die Steckdose bleibt gleich, nur die Produktionsart ändert sich und somit der umweltfreundliche Anteil.

Die Reichweite ist zu gering
Heutzutage kommem Stromer bereits >100km weit. Der Einwand, damit komme man nicht nach Italien ist natürlich richtig, aber – pardon – wieder typisch deutsch. Niemand will ernsthaft mit einem E-Auto von Hamburg nach Rimini fahren. Darum geht es überhaupt nicht, nur wird dieses Argument immer wieder vorgeschoben, weil es so schön “totschlägt”.
Die Hälfte der Pendler in BW legt auf dem Weg zur Arbeit einen Weg unter 10km zurück (Quelle sowie hier), in der ganzen Republik liegt der Anteil aller Fahrten bis 50km selbst in der Fläche bei nur 30%. Folglich kann ein Großteil ohne Probleme Stromer nutzen. Doch es ist wie mit der Richtgeschwindigkeit: Menschen kaufen sich Autos mit >200PS für den theoretischen Fall, dass wenn es frei ist man 230km/h fahren könnte(!).

Die Elektrifizierung geht einher mit einem Umdenken in der Mobilität. In Deutschland ist der Rückgang der Faszination für das Auto zu spüren, aber nicht allgegenwärtig. Auch sind wir Deutschen verschont von verstopften Städten. Jeder der einmal in echten Ballungsräumen wie London, Los Angeles oder Beijing war, weiß wie man Stau richtig definiert. Und genau dort setzt die Idee mit den Stromern an. Gleichzeitig ist der Begriff Eigentümer in Zukunft durch Nutzer zu ersetzen. Nicht jeder benötigt ein Auto und nüchtern betrachtet ist ein Auto in der Mehrheit der Eigentümer eine einzigartige Kapitalvernichtung bei extrem geringer Nutzung. Zehntausende Euro stehen 22Std pro Tag nutzlos in der Gegend und kosten dann sogar noch Standgebühr in Form von Tiefgaragenplätzen oder Parkgebühren.
Natürlich ist das ein großer Schritt. Eine echte Umstellung. Das Gewohnheitstier Mensch muß umdenken und der Deutsche seine Leidenschaft zu 1.5t Blech neu überdenken. Doch wir leben nicht nur in Deutschland und andere Länder haben die Probleme vor der Tür. Jeden Tag. Unsere Hersteller wollen dort auch noch in 10 Jahren Ihre Benziner absetzen. Es ist allerdings zweifelhaft, ob diese Rechnung aufgeht. Volkswagen hat diese Entwicklung komplett verschlafen. Als Europas größter Autohersteller hat dieser Konzern verbohrt auf Diesel gesetzt und Hybrid ignoriert. Angetrieben von “höher, schneller, weiter” wollte man am liebsten 500PS in einen Polo knallen. Die Nibelungentreue der Kundschaft ist mir schleierhaft, doch sorgte VW clevererweise mit Billigmarken selber dafür, dass Abwanderer trotzdem im Konzern bleiben. Dafür großes Lob.

Unterm Strich kann also festgehalten werden, dass die Reichweite von Elektroautos für einen Großteil der täglichen Fortbewegung völlig ausreichend ist.

Es gibt keine Ladestationen
Natürlich sähe das lustig aus, würden hier in München aus allen Fenstern Verlängerungskabel auf die Strasse hängen – obwohl, dann könnte ich endlich mein iPhone mit dauerschwachem Akku zwischenlanden?! Die Tankstellen wurden auch nicht über Nacht flächendeckend über Deutschland verstreut. Und bitte suchen Sie mal eine Tankstelle im Stadtkern von München.
Hier ist natürlich die Stadt gefragt. Wieso gibt es schon seit Jahren in Kalifornien in Parkhäusern reservierte Plätze für Stromer mit Ladestationen? Damit die Einschläge etwas näher kommen: Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, als in Oslo futuristische Ladesäulen auf verschiedensten Parkplätzen ein ganzes Heer von Stromern mit Energie versorgte. Oslo liegt in Norwegen. Da ist es eigentlich immer dunkel – Stromverbrauch Scheinwerfer – und mitunter etwas frischer als in Deutschland – schlecht für die Batterien (angeblich). Nun, die Stromer sind aber da. Nicht einer, viele!

Die Infrastruktur muß geschaffen werden. Intelligent und vor allem konsequent. Wer sich einmal die Mühe macht in China nicht den Errichter unzähliger Kohlekraftwerke zu sehen, wird mit Entsetzen feststellen, dass die Chinesen einen Automarkt für 2020 mit >45Mio Fahrzeugen prognostizieren. Weil das allerdings nicht mit Benzinern funktionieren wird, geht man in China krasse Schritte. Der Anteil an energiealternativen Fahrzeugen soll in 8 Jahren bei sagenhaften 50% liegen. Das sind 20Mio Autos, die doppelte Jahresproduktion von VW. Und von denen würde nicht eines dieser Autos kommen – Stand heute.
China betreibt heute schon Taxiflotten in Großstädten die rein elektrisch fahren. Taxis! Sogar Busse. Diese teilen sich Ladestationen. Nachts die Busse, tagsüber die Taxis mit einer Ladezeit von 20-40min. Das entspricht ungefähr der Mittagspause.

Während hier also ständig nur sagen, wieso es nicht geht, werden in China Tatsachen geschaffen.

Stromer sind zu schwer
Eine sehr beliebte Aussage. Und so falsch. Fakt ist, dass die Autobauer grundsätzlich ein Problem mit dem Gewicht haben und das mit angeblich immer neue Anforderungen der Kunden begründen. Die Hersteller packen die Autos immer weiter voll mit irgendwelchen Dingen, die kaum ein Mensch braucht und erhöhen dabei das Gewicht. Denn sobald etwas in Masse hergestellt wird, kann es günstiger eingekauft werden. Deswegen ist ein neuer Golf meist teurer als der alte. Die Augenwischerei gipfelt dann in dem schönen Wort ausstattungsbereinigt. Das unterm Strich nicht der Kunde ein paar 100 EUR spart, sondern der Konzern richtig Asche macht, fällt hinten herunter.
Ein weiteres Problem ist die Bauart der Fahrzeuge. Immer größer, höher und damit schwerer. Die SUV Schwemme nimmt weiterhin rasant zu und mittlerweile werden Kleinwagen in der Höhe aufgeblasen und auf absurde große Räder gestellt. Der Kunde will es ja. Höchste Zeit, dass der Staat hier regulierend eingreift.

Das eigentliche Probleme der schweren Stromer ist allerdings, dass alle in herkömmliche Benziner Elektromotoren einbauen. Dabei wird die sagenumwobene deutsche Ingenieurskunst ad absurdum geführt, denn die Anforderungen an einen Eurofighter und einen Helikopter könnten unterschiedlicher nicht sein. Auch wenn beide fliegen.
Bauartbedingt ist die Gestaltung eines E-Autos anders und bietet auch Tricks, die in einem Benziner nicht funktionieren. Dazu müssen E-Autos leichter werden und Verbundstoffe kommen zu Einsatz. Sagte ich vorhin “alle”, so nehme ich hier einen kleinen deutschen Premiumhersteller aus.

Ein Loblied auf die Konsequenz von BMW
Die Konsequenz mit der BMW Entwicklungen durchzieht ist meiner Meinung nach einzigartig. Etwa im Jahr 2002/3 beschloss der Vorstand die Technik “Efficient dynamic”, während zu dieser Zeit andere noch vom 16 Zylinder träumten. In der Automobilindustrie gibt es lange Entwicklungszyklen und umso mehr ist bewundernswert, wie weitsichtig man bei BMW agierte.
Gleiches gilt für BMW i. Die Entscheidung für ein rein elektrisches Fahrzeug wurde gefällt und auch konsequent umgesetzt. Der Benziner wird nicht umgebaut, sondern ein Stromer von Grund auf neu entwickelt. Die Überzeugung der Münchner geht sogar so weit, gleich eine strategische Beteiligung an einem Karbonhersteller einzugehen – der Stoff aus dem die Träume der Zukunft sind. Obendrauf sattelt BMW dann noch das carsharing Modell drive-now, um in einigen Städten zu testen, wie Mobilität in der Zukunft funktionieren könnte. Nach meinem letzten Kenntnisstand wird drive-now bereits auf andere Städte ausgeweitet, weil es in München so gut angekommen ist.
Ich freue mich schon auf i3 und i7. Gerne zahle ich auch etwas mehr für die Fahrt. Denn dann ist umweltfreundliches Fahren wirklich endlich total hipp; denn wenn s in München funktioniert, dann doch wohl überall.

(Quelle bzw eine berauschende Präsentation zum Thema E-Technik in China)

Die Filmpiraten ruinieren Hollywood

26. Januar 2012

Aus gegebenem aktuellem Anlass (#SOPA und #PIPA) lohnt sich ein Blick auf die Traumfabrik und deren Geschäftsmodell.
Weltweit Einfluss und Macht gewonnen durch die grosse Leinwand, hat der Tanker Hollywood in der Regel Trends kreiert. In dieser Rolle fühlt und fühlte man sich sehr wohl und dem ist offensichtlich auch dieses ganze chaotische bis exzessive Wichtigtuerische geschuldet. Man nimmt sich selbst als unersetzlich wahr, oder verkauft es zumindest als das. In all dem Gigantismus wuchsen die Produktionskosten der Filme bis nach Absurdistan, vor allem in der Breite. Inflationsbereinigt (Ticketpreise) gilt noch heute Kleopatra mit Liz Taylor mit $408.000.000
als teuerster Film aller Zeiten, doch die Schwelle von $100Mio oder gar 200 wird heute öfters durchbrochen. Für alle Statistik Fans sei erwähnt, dass Terminator2 als erster die drei Stellen durchbrach und Titanic wenig später die 200er Marke knackte.
Haupttreiber der Kosten sind die Gehälter der Schauspieler mit wenigen Ausnahmen aufgrund der Technik (wie z.B. Star Wars, Avatar oder Harry Potter). Nicht selten lassen sich die Damen und Herren nicht nur mit einer Gage sondern auch mit Alimenten (Umsatzbeteiligung) bezahlen. Bevor also ein Verleiher Geld sieht, werden dann erst die Stars ausbezahlt. Halten wir also fest, dass die Kosten stark gestiegen sind.

Währenddessen fristete das TV Geschäft ein Schattendasein. Erst Mitte der 90er erwachte dieser Teil aus dem Dornröschenschlaf mit Serien wie Seinfeld und Ally McBeal. Echte Strassenfeger. Gerade letztere entwuchs dem schäbigen Studiolook, der noch heute in vielen deutschen Nachmittagsserien zu finden ist. Als HBO dann die Sopranos, Entourage oder Desperate Housewifes aus der Taufe hob, holte TV enorm auf. Vor 1995 war es für einen Kinodarsteller ein Abstieg im TV aufzutreten. Heute hüpfen einige hin und her, ohne Schaden zu nehmen. Spätestens seit Serien wie Lost ist das Niveau an Set und Komplexität auf ebenbürtigem Niveau. Damit stiegen aber auch wieder die Gagen. Es wird kolportiert, dass Charlie Sheen mehr als $ 1Mio pro Folge erhalten hat, bevor er sich aus der Serie soff.

Das eigentliche Problem von Hollywood ist aber die Verwertungskette. Früher führte nichts an der Leinwand vorbei. Im Anschluss kam die Videothek mit VHS Kassetten (für meine jungen Leser: das waren buchgrosse schwarze Plastikblöcke, in denen ein braunes hauchdünnes Band die Filminformationen enthielt) und dann die Ausstrahlung im Fernsehen. Die Bezahlsender schoben sich irgendwann zwischen Videothek und “öffentliches” TV und stellten für die Filmproduzenten kein Problem dar. Das entstand durch die DVD im Jahr 1997. Denn erstmals lagen die Daten digital vor und konnten verlustfrei kopiert werden. Seit 15 Jahren also kennt Hollywood das Problem, auch wenn sie vielleicht in den ersten Jahren nicht unbedingt überrissen hatten, was auf sie zukommt.
Doch konnten Sie vorher Ihre schlechten Produktionen und vor allem Ihre schlechten Produktionsprozesse durch eine kontrollierte Verwertungskette ausgleichen, zerschlug die neue Technik diesen Knoten und viele Szenarien brachen sich gleichzeitig Bahn. Die Gagen wuchsen und damit die Produktionskosten und Ticketpreise, die schlechte Organisation kostete weiterhin viel Geld und die Konsumenten hatten plötzlich einen Hebel – den verlustfreien Genuss von Filmen. In der Verwertungskette erhielt die DVD ihr eigenes Fenster -was dem der Videokassette entsprach und alle werkelten weiter. Am Horizont tauchte dann die Blue Ray auf und Hollywood glaubte hier an den nächsten Goldesel. Pseudo Qualitätszuwachs zu einem noch höheren Preis liesse sich doch sicher gut verkaufen.

Der Konsument aber hebelte fröhlich weiter, bestärkt durch einen Visionär namens Steve Jobs. Der sagte der neuen Technik den Tod bereits vor der Geburt voraus. Denn Streaming ist der nächste grosse Hit. Der physische Besitz einer glänzenden Scheibe ist zu vernachlässigen, zumal Filme in der Regel nur einmal geschaut werden. Die Logistik bei einem Stream ist auch geringer, da die Daten ja sowieso entsprechend vorliegen. Doch Hollywood ignorierte Steve und liess ihn mit seinem iTunes werkeln. Interessant sei hier anzumerken, dass vermutlich 75% der Pseudo McWichtig aus Hollywood mit den weißen Ohrstöpseln auf Ihren Steppern irgendwo in einer kalifornischen Fitnesshalle gegen Ihre Orangenhaut ankämpften und dabei Musik aus “diesem iTunes” hörten.
Stattdessen ersann man die Strategie, den Piraten die Schuld an allem in die Schuhe zu schieben und Sie als Verbrecher zu brandmarken – was rechtlich ja auch stimmt. Doch eigentlich stellten sie damit jeden Konsument der Ware “Hollywood” unter Generalverdacht. Denn Hand auf s Herz, wir haben früher alle Kopien von Kopien mit unseren Kassettenrekordern gemacht, weil uns das Lied X fehlte. Niemand hat uns da in eine Zelle sperren wollen. Nur als das plötzlich digital in 1a Qualität ging, sollte es plötzlich so schlimm wie Totschlag sein? Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass der Konsument die Ware mag, vielleicht sogar liebt und bewusst etwas unrechtes tut, um sie zu geniessen.

Stop! Hier ist der eigentliche Ansatz von Hollywood. Wieso muss Apple – ein Computerhersteller (damals) – einen neuen Vertriebsweg ersinnen, wo doch die ach so von der Piraterie geplagten Kreativen nicht kreativ genug sind, sich so was auszudenken? Bis heute fehlt Hollywood eine Plattform, die dem neuen Medienverhalten der Menschen gerecht wird. Dabei bedient die Traumfabrik wie keine andere die junge Zielgruppe mit passenden Inhalten, aber möchte denen die alten Vertriebswege aufzwängen. Das wäre in etwa so, als würde ich meiner Cousine einen VHS Rekorder zu Weihnachten schenken. Für das TV hat man mit hulu.com einen ersten Schritt unternommen, der auch gut ankommt. Einfach und simpel sollte es sein. Dann ist der Endverbraucher auch gewillt etwas zu bezahlen. Das unerlaubte Vervielfältigen werden Sie aber nie abstellen, konnten sie früher auch nicht. Freunde tauschen untereinander CDs, DVDs oder Dateien – das war so und bleibt so.

Zu guter letzt vielleicht noch zwei Ratschläge an Hollywood: Leute gehen auch gerne ins Kino, wenn nicht aus allem Geld gemacht wird und die Ticketpreise ständig steigen – 3D ist toll, aber nicht nur wegen Mehrumsatz an der Kinokasse. Und Nummer 2 ist der Anspruch an Geschichten. Man hat den Eindruck, es gebe nur noch Fortsetzungen oder Neuverfilmungen. Verzaubert uns, laßt uns staunen, schockiert uns – aber bitte seid dabei kreativ.
Mir sei erlaubt, eine aktuelle Kinoempfehlung abzugeben: Drive. Grosses Kino mit einem grossen Ryan Gossling – unbedingt im Original ansehen!

Interessanter Beitrag: siehe hier

Klangparade und Augenschmauß im digitalen Zeitalter

19. Dezember 2011

Die Anleitung zum modernen Musikgenuss in den eigenen vier Wänden in der Capital 12/2011 ist Anlass für eine leicht abgewandelte Variante mit einem Extra.
Während sich Capital hauptsächlich auf Audio konzentriert und hier wunderschöne (teure) Netzwerkspieler und ähnliches propagiert, ist es doch eigentlich wirklich ganz einfach. Doch vorweg sei angemerkt, dass der folgende Text sich an iTunes Nutzer und Apple Freunde richtet. Wer aus welchen Gründen auch immer die Welt des Obstladen meidet, sollte gar nicht erst weiterlesen.

Folgende Punkte sind meines Erachtens für den Musikgenuß von heute extrem wichtig:
A) Nutzerfreundlich in der Bedienung
Das Verwaltung von Musik wird mit iTunes ziemlich einfach. Neben Wiedergabelisten kann ich die Lieder noch bewerten und all das als Filter benutzen. Sogenannte “intelligente Wiedergabelisten” bieten mir obendrein eine Filterautomatik ohne mein zutun, z.B. eine solche Liste für den Interpreten “Muse” sortiert automatisch neu hinzugefügte Lieder von “Muse” in die entsprechende Liste.
Dies wird bei der Synchronisation mit externen Geräte ebenfalls berücksichtigt.

B) Bedienung fernab eines Computers über eine (mobile) Fernbedienung mit grafischer Oberfläche
Die Musikauswahl über einen Computer ist etwas unbequem, da der entweder einen festen Standort hat (PC) oder zu groß zum ständigen Herumtragen ist (Laptop). Eine Fernbedienung wäre hier also ziemlich komfortabel. Schön wenn diese auch noch grafisch die Bedienung unterstützt und hervorragend, wenn sie immer verfügbar wäre.
Als Nutzer eines iPhone, iPad oder iPodTouch in Verbindung mit dem Programm “Remote” (gibt es kostenlos) kann man auf der Oberfläche der Geräte die Musikbibliothek bequem bedienen, in den Wiedergabelisten stöbern, diese bearbeiten und sich im Coverflow die Lieder ansehen. Da Remote mit WLAN arbeitet ist ein direkter Sichtkontakt mit dem Endgerät nicht notwendig.
Kleiner Bonbon: Über die sogenannten “DJ Funktion” ist es sogar möglich, Gästen Zugang zur Bibliothek zu verschaffen und Liederwünsche zu gestatten. Je mehr Gäste “Rod Stewart” wünschen, desto höher rückt er in der Wiedergabeliste.

C) Umweltfreundlicher Stromverbrauch
Die Verfügbarkeit der Musiksammlung sollte der Bequemlichkeit geschuldet immer gegeben sein. Dabei sollte sich der Stromverbrauch in Grenzen halten.

D) Wenig Kabel und mehrere Lautsprecher
Was stört das Auge mehr als herumliegende Kabel? Noch mehr Kabel. Allerdings ist es manchmal eine Herausforderung mehr als nur ein Zimmer zu beschallen, ohne dabei Löcher zu bohren oder Kabelschächte aufwendig hinter Fußleisten zu verstecken. Auch hier heißt das Zauberwort WLAN. Mit Airplay bietet Apple hier die Möglichkeit, die Medien – nicht nur Audio im Übrigen – über das bestehende WLAN Netz an die Empfänger zu übertragen.

E) Die Lösung
Hier hat der Artikel der Capital richtig die Netzwerkfestplatte (NAS) angepriesen. Es gibt eine Vielzahl von NAS auf dem Markt, einige bieten bereits Software zum Abspielen von Video und Audio. Der Speicherort ist demnach also eine stromsparende NAS, auf der Filme, TV Serien, Musik, Urlaubsbilder etc. abgelegt sind. Als Abspielgerät gibt es zwei Optionen, um oben genannte Vorteile der Apple Technologien zu nutzen:
1.) Apple TV
2.) Mac Mini

Die Apple TV (ATV) ist eine kleine Box, die sich ins WLAN einklinkt, den Zugang zum iTunes Store ermöglicht und natürlich Inhalte darstellen kann (Filme, TV Serien, Bilder, Musik etc.). Doch es gibt einen Haken. Die ATV ist sehr auf die Apple Welt abgestimmt und alles muß in iTunes importiert werden, damit sie es darstellen/ wiedergeben kann. Hier schafft die Firma firecore Abhilfe. Die ATV bekommt eine neue Software verpasst und kann nun auf eine NAS zugreifen und nahezu alles abspielen, was es auf dem Markt gibt – ohne dabei die Kernfunktionen zu verlieren. (weitere Details s.u.)
Der Mac Mini ist ein eigener Computer und läßt mit einer externen Tastatur auch noch das Surfen von der Couch zu. Damit auch der Mini unabhängig von der Apple Welt wird, braucht es eine Mediacenter Software; hier bietet sich aus eigener Erfahrung “plex” (kostenlos) an. Die Vorteile eines zusätzlichen Rechnererkauft man sich mit einer geringeren Nutzerfreundlichkeit hinsichtlich der Steuergeräte. Während ich die ATV mit meinem iPhone steuern kann (die Version mit Firecore bietet auch Möglichkeiten für Android), benötige ich für den Mini unter Umständen eine Tastatur.

F) Der Aufbau – o.g. Geräte im Verbund
Hinweis: Im folgenden wird die ATV genutzt (meine Konfiguration), kann aber auch durch den Mini mit Plex ersetzt werden!

Apple Time Capsule als NAS (Speicherort)
ATV mit firecore als Abspieler
ATV über optisches Kabel an einen Verstärker angeschlossen (Übertragung 5.1 Surround oder digitale Töne)
ATV über HDMI an den TV angeschlossen
Apple Airport Express “verlängert” ein WLAN
Apple Airport Express an aktive Boxen in der Küche angeschlossen
Apple Airport Express an aktive Boxen im Zimmer XY angeschlossen
iPhone mit Remote steuert:
- Lautstärke
- Ausgabeort: Wohnzimmer, Küche und/ oder XY

Zusammengefasst ist Ihr iPhone das Steuergerät, dass sowieso in Ihrer Hosentasche steckt. Es ist damit quasi immer am Mann und regelt das Abspielen der Medien, ganz gleich ob Musik oder Film von Ihrem Mediacenter (ATV und NAS). Diese können sie geistig vergessen, gleich wohl die ATV Fernbedienung aus geschliffenem Metall gut in der Hand liegt.
Obige Konfiguration kostet 299,- Time Capsule + 119,- ATV + 519,- iPhone 4 + ca 23,- firecore= € 960,00. Der von Capital vorgeschlagene Netzwerkspieler von T+A kostet alleine schon € 2790,00.

ATV mit firecore nutzen
1. Schritt Der Hack
Klingt schrecklich und kompliziert. Ist aber kinderleicht. Einfach der Anleitung folgen.

2. Schritt Die neue Software aufspielen
Ebenso einfach und gut beschrieben.

Los geht’s!

Airport Express

Airport Express


AppleTV (ATV)

AppleTV (ATV)


Mac Mini

Mac Mini