Archiv für April 2010

Telemundo zündet die nächste Placement Stufe: EL clon

Sonntag, 25. April 2010

Während hier die ersten Gehversuche im Bereich Product Placement von großer langer gepflegter heuchlerischer Skepsis begleitet werden, läutet der Sender Telemundo in den USA mit der Serie “el clon” bereits eine neue Ära/ Stufe ein.
Gemeinsam mit einem Industriepartner entwickelt man eine Produktlinie, die dann über den Handel und auch die Sender -Webseite vertrieben wird. Am Erfolg zweifelt niemand, da die Wirkung von Product Placement nicht in Frage gestellt und selbst Vorhänge und Tischdecken “geplaced” werden.
In Zeiten, in denen der klassische TV Spot an Wirkung verliert und die Umsätze einbrechen, finden Sender auf diese Weise Ersatz. Hier zulande zeichnen sich die Vermarkter dadurch aus, das Thema klein zu reden, weil man Umsatzeinbußen bei den TV Spots befürchtet.

Product Placement ist eine kreative Fleißarbeit und keine Ware im 30Sek Takt

Samstag, 24. April 2010

Der Artikel im Handelsblatt mit dem Titel “Reklame mit fadem Beigeschmack” spricht zwischen den Zeilen die Kernpunkte des Produktintegrationsprozesses an. Nur der Grundtenor ist leider negativ.

Die Zurückhaltung der Unternehmen ist verständlich, nachdem jahrelang konditioniert wurde, daß Product Placement mindestens so schlimm wie Steuerhinterziehung wenn nicht sogar noch viel niederträchtiger sei. Genauso viele Jahre lang wurde aber stillschweigend toleriert, daß dies nur auf deutsche Produktionen zutrifft. Ausländische Produktionen – hier vor allem die alles dominierenden Formatlieferungen aus USA – wurden und werden nicht gegeißelt für integrierte Marken und Produkte. Auch wenn hier regelmäßig zu den Premieren in Kino und TV internationale Unternehmen eine abgestimmte Werbekampagne starten.

Historisch bedingt wurde Product Placement untersagt. Allen anderen Aussagen zum Trotz ging es hier keineswegs um den Schutz des armen Verbrauchers vor den böse werbetreibenden Firmen. Der Hintergrund ist die GEZ und die Tatsache, daß man öffentlich-rechtlichen Sendern nicht erlauben will und wollte, daß diese noch zusätzliche Gelder über Produktintegrationen einnehmen. Daraus entstand dann die sogenannte Beistellung, also unentgeltliche Bereitstellung eines Produktes. Bei dieser Variante der Platzierung hat die Produktion eigentlich nur bei Autoherstellern einen echten Vorteil, vor allem wenn Fahrzeuge in Verfolgungsjagden Schaden nehmen (könnten). Die Fahrzeuge werden ja kostenlos bereitgestellt und entlasten so das Budget. Dies gilt auch für den Dampfer vom Traumschiff.

Seit dem 01. April ist nun alles anders, zumindest für die Privaten. Das Problem ist nur, das die Firmen wie beschrieben unsicher sind und gleichzeitig die Vermarkter noch kein Abrechnungsmodell entwickeln konnten. Hier tut sich die deutsche TV Landschaft leider ein wenig schwer, obwohl es doch eigentlich bereits vorgelebt wird. Placement ist keine Katalogware, die in Sekunden gemessen wird. Schließlich geht es hier um Kreativität und intelligente Integration. Das schließt aus, daß der Name eines Schokoriegels mehrfach bis zur Schmerzgrenze genannt wird und ich verweigere mich das Product Placement zu nennen. Die Kunst ist das Verweben der Marke/ des Produktes mit dem Filminhalt, dem Helden, einer Szene oder ähnlichem, so daß das Produkt nicht mehr wegzudenken ist. Gleichzeitig darf es aber nicht störend sein, denn der Zuschauer ist sehr wohl in der Lage zu unterscheiden, ob er platt mit Werbung zu geballert wird oder das Produkt passend eingefügt wurde. Bei letzterem ist ihm das Wurst. Hier dient z.B. Carrie von Sex and the City als gutes Beispiel. Carrie schreibt ihre Berichte in den Folgen auf einem Apple Laptop. Dieses Verhalten wird gelernt und geht ohne die penetrante Markennennung oder Logoschau über die Bühne.

Das ein Format nur eine bedingte Menge an Integrationen verträgt, sehe ich genau wie Herr Dopheide. Zumal das Bekleben von Tassen und Gegenständen mit Logos wieder nichts mit Placement zu tun hat. Das erinnert mich eher an die Champions League mit Ihren Bannern, Banden und Logo Tsunami. Das Thema Product Placement bedarf einer Fleißarbeit, nämlich dem Abgleich eines Markenkerns mit dem roten Faden eines Drehbuchs. Ohne eine Schnittmenge kein Placement. Und mit einer Schnittmenge muß auch hier gefeilt werden, so daß es paßt. Diese Mehrarbeit scheuen vor allem die Vermarkter, weil Sie in Werbewährungen denken und das ist Ihnen nicht einmal zu verübeln. Allerdings werden keine Millarden EUR mit Placement verdient. Doch werden sich einige Werbetreibende das Thema Placement als zusätzliche Stellschraube für Ihre Spot Platzierung zu Nutze machen. Ein gutes Placement ist die Königsdisziplin der “Bewegtbildwerbung” und abgerundet durch eine entsprechende Kampagne ist es Brand Entertainment.

Das ist weder platt noch von der Stange. Deswegen ist es aber auch so effektiv !

Sat1 beschließt mehr deutsche Fiktion zu entwickeln

Dienstag, 13. April 2010

Der Senderchef Andreas Bartl möchte Sat1 im Bereich der Fiktion wieder zu alter Stärke auflaufen lassen. In den letzten Jahren wurde dieser Bereich sträflich vernachlässigt.

Mit den neuen Serien “Der letzte Bulle” und “Danni Lowinski” am Montag abend legte der Sender bereits einen guten Start hin. In diesem Jahr soll noch mit eigenproduzierten Spielfilmen nachgelegt werden. Die Serie “Der letzte Bulle” von Granada beweist eindrücklich, daß gute Stoffe auch aus Deutschland kommen. Eine witzige frische Geschichte mit knackigen Dialogen und der Grundeinstellung, daß Unterhaltung nicht seicht sondern leicht serviert wird, macht unheimlich viel Spaß. Bitte mehr davon.

Der Trend zu immer mehr Doku Soaps und “…suchen den…star” Formate ist auf die Dauer ziemlich einseitig, unkreativ und letztlich langweilig. Ja, ich bin ein Fan von Fiktion und die zahlreichen hochwertig produzierten US Serien im deutschen Fernsehen geben mir recht. Die Zuschauer fiebern mit bei Lost, Desperate Housewives, Sex and the City, CSI etc, weil die Geschichten anspruchsvoll aber nicht so schrecklich tiefgründig, lustig aber nicht krachledern komisch und ernst aber nicht weltverbesserlich daher kommen.

Mediascore belegt die Wirkung von Product Placement

Donnerstag, 01. April 2010

Im Auftrag von IP Deutschland erstellt das Institut Mediascore eine Studie zur Wirkung von Product Placement. Auf den Punkt gebracht erreicht ein Markenartikler mit einer Platzierung seines Produktes in der Handlung einen ähnliche Erinnerungsleistung beim Zuschauer wie im Werbeblock, nämlich ca. 20%. Die Kombination aus beiden steigert die Erinnerungsfunktion auf enorme 52%.

Es überrascht nicht, daß Product Placement funktioniert. Letztlich wird es seit mittlerweile Jahrzehnten erfolgreich in anderen Ländern praktiziert. Auch die Tatsache, daß auf die Integration abgestimmte Markenkommunikation in Symbiose mit der Platzierung einer höheren Aufmerksamkeit dienlich ist, überrascht nicht. Vor allem, wenn das Ergebnis von einem Vermarkter in Auftrag gegeben wird. Die unterschwellige Empfehlung des Artikels kann ich jedoch nur unterstreichen. Die Erfahrung zeigt, daß eine begleitende Kommunikation die Wirkung noch erhöht. Denn die Herausforderung der Markenverantwortlichen heutzutage besteht unter anderem darin, die Marke aus der Masse hervorzuheben. Eine Verbindung mit einem emotionalen Produkt wie TV/ Kino sorgt für die erforderliche Aufmerksamkeit und vor allem das Interesse des potentiellen Zuschauers.

Somit entsteht eine “win/ win” Situation für beide Seiten. Der Markenartikler sorgt für die abgestimmte Kommunikation auf das Format für mehr Aufmerksamkeit für das Format selber, kann sich gleichzeitig jedoch sicher sein, daß seine Botschaft durch die Verknüpfung mit dem Format viel besser in den Köpfen hängen bleibt. Vom Imagefaktor TV/ Kino gar nicht zu sprechen, den man noch gratis mit oben drauf bekomme.

Abschließend noch ein Link zur Wirkung von Produktintegrationen: Topmodel Forum: Hier geht es um einen BH, der in einer der Episoden getragen wird. Selbst ein so kleiner Artikel zieht bei der Zielgruppe und diese wird interaktiv bei der Produktsuche. Für die Herstellerfirma doch sicherlich ein Erfolgsbeleg.